Argatroban

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Argatroban gehört zur Wirkstoffgruppe der Antikoagulantien und dient zur Hemmung der Blutgerinnung. Das Medikament wird in Deutschland seit 2005 unter dem Namen Argatra Multidose verkauft und wird als Infusionslösung verabreicht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Argatroban?

Argatroban bindet sich als Antikoagulant direkt an das Thrombin im Blutkreislauf und hemmt die unerwünschte Blutgerinnung. Das Medikament wird ausschließlich für die Behandlung einer heparininduzierten Thrombozytopenie eingesetzt und kann dort schnelle Erfolge erzielen, wenngleich die Nebenwirkungen erheblich ausfallen können.

Um Herzinfarkten oder Schlaganfällen vorzubeugen, wird Argatroban dennoch häufig verschrieben. Es kann bei erwachsenen Patienten jeden Alters angewendet und auch Schwangeren verabreicht werden. Argatroban ist ausschließlich als Infusionslösung erhältlich und kann daher nicht zur Selbstbehandlung eingesetzt werden.

Pharmakologische Wirkung

Argatroban sollte bei einer korrekten Anwendung, welche frei von Nebenwirkungen verläuft, allein auf den Blutkreislauf im Körper beziehungsweise das darin enthaltene Thrombin einwirken. Das Medikament bindet sich an das Thrombin und versucht dessen Wirkung – wozu beispielsweise die Aktivierung diverser sogenannter Gerinnungsfaktoren sowie die Fibrinbildung zählen – zu unterbinden. Weiterhin versucht Thrombin, das Protein C zu aktivieren, welches die Blutgerinnung ebenfalls begünstigt.

Durch Argatroban werden die in diesem Fall negativen Effekte für den Patienten unterbunden beziehungsweise gehemmt, sodass diese bei einer richtigen Dosierung und Dauer der Anwendung nicht mehr stattfinden sollten. Im Körper verweilt Argatroban nur für 50 Minuten, bevor es durch ein bislang unbekanntes Enzym in der Leber metabolisiert wird. In Deutschland wird Argatroban unter dem Namen Argatra Multidose vertrieben.

Weiterhin kann die Verabreichung von Argatroban durch die relativ hohe Konzentration von Ethanol im Medikament einen alkoholisierenden Effekt auf den Patienten haben, weshalb anschließende Autofahrten direkt nach einer Infusion nicht ratsam sind. Der Alkohol in Argatroban kann außerdem dazu führen, dass die Wirkung anderer Arzneimittel, welche durch Alkohol in ihrer Wirkung verändert werden, verstärkt oder abgeschwächt wird.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Argatroban gehört zur Wirkstoffgruppe der Antikoagulantien und dient zur Hemmung der Blutgerinnung.

Da es sich um eine Infusionslösung handelt, geschieht die Behandlung mit Argatroban niemals selbst, sondern immer durch einen Arzt oder anderweitig ausgebildetes Fachpersonal. Die genaue Dosis und Dauer der Verabreichung entscheidet der Arzt individuell. Argatroban wird angewendet, um die Bildung von Blutgerinnseln im Kreislauf des Patienten zu hemmen oder komplett zu unterbinden.

Es dient ausschließlich der Behandlung einer sogenannten heparininduzierten Thrombozytopenie vom Typ II, welche auch als HIT II abgekürzt wird. Risiken durch die von HIT II hervorgerufenen Blutgerinnsel betreffen unter anderem mögliche Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Atemprobleme sowie Störungen der Durchblutung in den Gliedmaßen. Argatroban kann bei einer richtigen Anwendung dazu führen, dass diese Symptome (aber nicht deren Ursache) entweder gelindert oder gestoppt werden.

Es dient nicht zur Vorbeugung und kann daher nur bei einer akuten HIT II eingesetzt werden und besitzt derzeit keine Off-Label-Anwendungen für andere Erkrankungen. Argatroban darf nicht verabreicht werden, wenn beim Patienten eine schwere Funktionsstörung der Leber vorliegt oder eine durch HIT II hervorgerufene Blutung aktiv ist. Frauen darf Argatroban während der Stillzeit nicht verabreicht werden. Während der Schwangerschaft muss eine möglichst niedrige Dosierung angestrebt werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Argatroban ist reich an Nebenwirkungen, am häufigsten können dabei leichte bis schwere Blutungen auftreten. In diesen Fällen ist ein sofortiger Arztbesuch unerlässlich. Dazu zählen unter anderem Blut im Husten, plötzliche Blutergüsse unter der Haut sowie Blut im Urin oder Stuhl. Weiterhin können Patienten unter Atembeschwerden leiden sowie Trockenheit im Mund verspüren.

Übelkeit zählt mit einer Häufigkeit von bis zu 10 % ebenfalls zu den verbreiteten Nebenwirkungen von Argatroban. Seltener treten Schwindel, Verwirrtheit und eine eventuelle Ohnmacht auf, außerdem kann es zu Kopfschmerzen sowie Sprach- oder Sehstörungen kommen. Vorübergehende Taubheit oder Infektionen der Harnwege können ebenfalls eine Folge der Nebenwirkungen von Argatroban sein. Fieber, Gelenkschmerzen und ein permanentes Gefühl von Müdigkeit sowie Verstopfung oder Durchfall können auftreten. Diese Nebenwirkungen treten mit einer Häufigkeit von maximal 1 % jedoch sehr selten auf.

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