Arcitumomab

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
Startseite » Wirkstoffe » Arcitumomab

Bei Arcitumomab handelt es sich um ein Präparat, das zur Diagnose in der Krebsheilkunde verwendet wird. Etwa 95 Prozent aller Darmkrebserkrankungen lassen sich durch die intravenöse Verabreichung von Arcitumomab in einem bildgebenden Verfahren diagnostizieren. Diese Vorgehensweise ist unter anderem deshalb erforderlich, weil eine anderweitige Diagnose von Darmkrebs meist sehr schwierig ist. Denn diese Krebsart breitet sich weitgehend frei von eindeutigen Symptomen im Körper aus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Arcitumomab?

Bei Arcitumomab handelt es sich um einen sogenannten monoklonalen Antikörper, welcher in der Krebsheilkunde zu diagnostischen Zwecken verwendet wird. Bei diesem Antikörper handelt es sich um ein Farbfragment, welches aus den Bäuchen von Mäusen gewonnen werden kann. Um Arcitumomab zu gewinnen, wird den Mäusen vorab das Verdauungsenzym Pepsin injiziert, welches im menschlichen Verdauungssystem die Aufgabe hat, die durch die Nahrung aufgenommenen Proteine zu verarbeiten.

Sobald das Peptin verabreicht ist, wird Arcitumomab in zwei weiteren Zwischenschritten gewonnen. Der Wirkstoff fällt unter die Gruppe der Immunkonjugate, weil der Antikörper mit einem zweiten, funktionalen Molekül verbunden ist. Dabei handelt es sich um das radioaktive Isotop Technetium, welches der Gruppe der Übergangsmetalle zugeordnet wird. Das Präparat wurde vom Unternehmen Immunomedics bis 2005 unter dem Warenzeichen CEA-Scan vertrieben.

Pharmakologische Wirkung

Mit dem Präparat Arcitumomab lassen sich verschiedene Arten von Darmkrebs unter Zuhilfenahme eines bildgebenden Verfahrens diagnostizieren. Das Präparat wird in Kombination mit einer Single-Photon-Emissionscomputertomographie als In-vivo-Diagnostikum verwendet, um hochauflösende Bilder zu erzeugen. Dadurch lässt sich der Tumor lokalisieren und feststellen, ob es bereits zu einer Metastasenbildung gekommen ist.

Allerdings ist es notwendig, den Wirkstoff vor der intravenösen Verabreichung mit dem Element Technetium anzureichern, weil dieses beim Wirkstoff in Reinform nicht enthalten ist. Anschließend wird das radioaktive Präparat mit einer Kochsalzlösung verdünnt und injiziert. Weil das Element Technetium eine Halbwertszeit von rund sechs Stunden hat, bleibt ausreichend Zeit, um die Gammaquanten, die während des Zerfalls entstehen, auszuwerten und in Bilder umzuwandeln.

Dadurch erhalten die behandelnden Ärzte einen relativ sicheren Befund über Ausmaß und Fortschritt der Krebserkrankung und können anschließend eine geeignete Therapie zur Behandlung anordnen. Die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie zählt zu den bildgebenden Verfahren, mit welchen sich die verschiedensten Stoffwechselabläufe innerhalb des menschlichen Körpers untersuchen lassen. Das Verfahren wird also nicht nur in der Diagnostik von Krebsleiden angewendet.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Etwa 95 Prozent aller Darmkrebserkrankungen lassen sich durch die intravenöse Verabreichung von Arcitumomab in einem bildgebenden Verfahren diagnostizieren.

Das Präparat wurde ausschließlich zur Diagnose durch bildgebende Verfahren in der Krebsheilkunde verwendet. Dies ist möglich, weil insbesondere die Karzinome bei Darmkrebs das Carcionoembryonale Antigen durch Druck an die Oberfläche der Zellstrukturen ausscheiden. Deshalb lassen sich etwa 95 Prozent der kolorektalen Karzinome mit Arcitumomab diagnostizieren.

Bei diesen handelt es sich zum weitaus größten Teil um bösartige Tumore. Insgesamt handelt es sich bei Darmkrebs um die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Etwa sechs Prozent aller erwachsenen Männer und Frauen erkranken durchschnittlich im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs. Die Diagnose ist häufig schwierig, weil sich der Darmkrebs meist aus gutartigen Darmpolypen entwickelt. Dabei handelt es sich um pilzförmige Geschwülste, die sich im Dickdarm an der Schleimhaut bilden. Die Polypen können eine Größe von wenigen Millimetern bis hin zu einigen Zentimetern haben. Vor allem bei größeren Polypen besteht die Gefahr, dass sich daraus ein Dickdarmkrebs entwickelt, der sich in den seltensten Fällen durch weitere Symptome äußert.

Die Heilungschancen liegen beim kolorektalen Karzinom zwischen 40 und 60 Prozent, wobei die Behandlung sowohl durch Operationen als auch durch Chemotherapie erfolgen kann. Der Heilungserfolg hängt allerdings sehr stark davon ab, in welchem Stadium der Darmkrebs entdeckt wird. Um die Krankheit rechtzeitig zu entdecken, übernehmen die Krankenkassen in Deutschland seit 2002 für Versicherte ab dem 55. Lebensjahr die Kosten für eine Darmspiegelung in einem Turnus von zehn Jahren, sofern nach der ersten Darmspiegelung kein Verdacht auf Darmkrebs besteht.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, die durch die Gabe von Arcitumomab entstehen, sind nicht bekannt.

Bücher über Darmkrebs

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: