Appetitzügler

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Wer sich erfolglos durch verschiedenste Diäten gekämpft hat, sieht oft in der Einnahme von Appetitzüglern seine letzte Chance zur schlanken Figur. Doch die „Abnehmpillen“ sind umstritten. Was für Präparate gibt es, und welche Alternativen bestehen?

Inhaltsverzeichnis

Was sind Appetitzügler?

Hunger und Sättigungsgefühl unterliegen komplizierten und umfangreichen Mechanismen, die im menschlichen Gehirn ablaufen und noch nicht bis ins letzte Detail erforscht sind. Es ist jedoch erwiesenermaßen möglich, dem Gehirn das Signal „satt“ bzw. „kein Appetit“ über Pharmaka, also Medikamente, zu vermitteln.

Appetitzügler sind demnach also Mittel, die über bestimmte Botenstoffe das Hungerzentrum im Gehirn manipulieren. Dabei vermitteln sie gleichzeitig meist eine Art Glücksgefühl oder Stimmungshoch. Es kann dadurch zu vermehrter Aktivität kommen, die über einen angeheizten Stoffwechsel einige Kalorien verbrennt und so die Gewichtsreduktion etwas unterstützt.

Der Effekt ist allerdings gering. Appetitzügler bauen selbst kein Fett ab, sorgen aber für eine geringere Nahrungsaufnahme. Vom Grundgedanken her sind sie für sehr stark Übergewichtige konzipiert.

Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Adipositas, also extremes Übergewicht, gilt als Erkrankung. Die Fettleibigkeit kann eine Reihe von Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und andere Herz–Kreislauf–Erkrankungen, Knochen– und Gelenkschäden verursachen.

Ist eine Gewichtsreduktion also medizinisch notwendig, so stehen in Deutschland drei verschreibungspflichtige Medikamente (Appetitzügler) zur Verfügung, die unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden können. Die Wirkung kann zum einen durch die Hemmung der Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin erfolgen und damit Sättigungsgefühle auslösen oder zum anderen die fettverdauenden Enzyme im Dünndarm hemmen, wodurch das Nahrungsfett unverdaut ausgeschieden wird.

Damit werden dann bei gleichbleibender Nahrungsmenge Kalorien gespart. Wie Appetitzügler wirken auch Amphetamine, die ebenfalls rezeptpflichtig sind, und ephedrinhaltige Mittel. Appetitzügler werden vom Arzt oft als Einstieg in eine Ernährungsumstellung verordnet. Sie sind aber nicht für einen dauerhaften Gebrauch geeignet.

Sättigung ist übrigens auch durch Quellmittel und Ballaststoffe zu erzielen – hier handelt es sich aber um ein „echtes“ Sättigungsgefühl, da der Magen mit durch Flüssigkeitsaufnahme aufgequollenen Präparaten gefüllt ist. Es handelt sich dabei nicht um Appetitzügler, sondern um so genannte „Schlankheitsmittel“, zu denen auch Fatburner, Abführmittel, Diuretika (entwässernde Mittel) und Schlankheitstees zählen.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Appetitzügler

Appetitzügler bauen selbst kein Fett ab, sorgen aber für eine geringere Nahrungsaufnahme. Vom Grundgedanken her sind sie für sehr stark Übergewichtige konzipiert.

Geht man über den strengen, „medizinischen“ Begriff des Appetitzüglers hinaus, so lassen sich außer dem pharmazeutischen Medikament noch andere Formen von Appetitzüglern ausmachen.

Es gibt nämlich pflanzliche, natürliche und homöopathische Mittel, die eine appetitzügelnde Wirkung haben. Rezeptfreie Appetitzügler enthalten entweder dieselben Wirkstoffe wie die rezeptpflichtigen, aber in geringerer Dosierung, oder es handelt sich um rein pflanzlich bzw. natürlich hergestellte Produkte wie 5-HTP (eine Form der Aminosäure Tryptophan, gewonnen aus der Heilpflanze Griffonia).

Die Homöopathie setzt die Madar-Pflanze ein, und zwar die getrocknete Wurzelrinde, die im Hunger-Sättigungszentrum den Appetit senken soll. Sie wird in Form von Globuli (Zuckerkügelchen als Wirkstoffträger) verabreicht. Vor allem gegen mäßiges Übergewicht empfehlen sich allerdings wirklich natürliche Appetitzügler: Lebensmittel, die schnell und anhaltend sättigen, den Magen gut füllen oder den Stoffwechsel anheizen.

Ein Glas Wasser vor jeder Mahlzeit ist kalorienfrei und wirkt ebenso gut wie ein Quellmittel. Eier, Linsen, Tomaten, Topinambur oder Äpfel wirken appetithemmend durch ihre natürlichen Inhaltsstoffe. Scharfe Gewürze wie Chili verbessern die Fettverbrennung.

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Risiken & Nebenwirkungen

Vor allem pharmazeutische (chemische) Appetitzügler, aber auch Amphetamine und Ephedrine können starke bis sehr starke Nebenwirkungen haben. Von der Schleimhauttrockenheit über Herzrasen, Schwindel, Schlafstörungen, Blutdruckanstieg, Impotenz, Übelkeit und Unruhe bis hin zu Fettstühlen, Blähungen und Stuhlinkontinenz ist die Palette der unerwünschten und teilweise gefährlichen Begleiterscheinungen einer Einnahme von Appetitzüglern enorm breit.

Manche Mittel tragen außerdem ein Suchtpotential, da sie ähnlich wie Psychopharmaka (Antidepressiva) wirken. Daher sind verschiedene Präparate auf dem deutschen Markt verboten, andere sind verschreibungspflichtig und müssen unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Auch pflanzliche Präparate sind nicht automatisch „harmlos“, sondern können Neben– und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln haben. Hinzu kommt, dass eine Ernährungsumstellung und die notwendige Bewegung, die zu einer dauerhaften Gewichtsreduktion führen, nicht gefördert werden.

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