Aphten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. Dezember 2017
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Circa 5 bis 21 Prozent der Bevölkerung leidet unter Aphten bzw. Aphthen (umgangssprachlich auch: Aften), einer schmerzhaften Entzündung im Mundraum. Die entstehenden kleinen Bläschen können einmalig, sowohl aus auch chronisch auftreten. Treten gleichzeitig mehrere Aphten auf, oder kommen sie häufiger als viermal pro Jahr zum Vorschein, kann von einer Aphtose gesprochen werden (ist in der Regel der Fall). Kinder können ebenso betroffen sein wie Erwachsene und auch das Geschlecht spielt keine Rolle.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Aphten?

Eine Aphte (auch unter der schreibweise Aphthe und Afte zu finden) wird definiert als eine Schädigung der Mundschleimhaut im Bereich des Zahnfleisches, des Gaumens, der Mundhöhle, der Zunge, oder der Mandeln.

Es kommt zu einer schmerzhaften, entzündeten Stelle (von durchschnittlich 3-4mm Größe) im Mundraum. Im Konkreten handelt es sich um ein Bläschen, welches sich im Laufe der Zeit zu einer kleinen, gelblichen Vertiefung entwickelt und von einem roten, entzündlichen Rand umgeben ist.

Es werden zwei Typen von Aphten unterschieden: Zum einen die „gewöhnliche“ Aphte, welche kurzzeitig auftritt und zum anderen die „rezidivierende“, also die wiederkehrende Schleimhautentzündung im Mundraum.

Ursachen

Die Ursachen der Aphten sind gegenwärtig nicht eindeutig geklärt. Es kommen einerseits Bakterien und Viren als Auslöser in Frage. Bekannt ist zudem, dass die Krankheit Morbus Behcet (eine Gefäßentzündung) für das Auftreten von Aphten verantwortlich gemacht werden kann. Andererseits wird vermutet, dass die Bläschen durch bestimmte, vom Körper unverträgliche Lebensmittel (z.B. Konservierungsmittel, Farbstoffe etc.), hervorgerufen werden können, oder auch Nahrungsdefizite, wie zum Beispiel ein vorhandener Eisenmangel, die Ursache sein könnten.

Weiterhin spielt das psychische Befinden des Individuums, wie auch bei vielen anderen Krankheiten, eine Rolle. Bestimmte Inhaltsstoffe, wie sie beispielsweise in der Zahnpasta vorzufinden sind, werden als Auslöser von Seiten der Wissenschaft diskutiert.

Weiterhin kommt eine Autoimmunreaktion des Körpers als Ursache in Betracht. Hierbei bekämpft das eigene Immunsystem das Gewebe des eigenen Körpers. Ärzte gehen davon aus, dass diese Erkrankung nicht ansteckend und somit nicht übertragbar ist. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich höchstwahrscheinlich eine multifaktorielle Entstehung hinter dieser Erkrankung verbirgt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Aphten treten meist am Mund oder im Intimbereich auf und sind in der Regel kreisrund oder oval. Sie rufen zunächst Missempfindungen wie Brennen oder ein Spannungsgefühl an der betroffenen Stelle hervor. Nach etwa 24 Stunden entsteht eine Rötung und es bildet sich eine Art Schleimhautdefekt mit gelbem oder grauweißem Belag. Die Aphte selbst ist entzündlich rot und von einem hellroten Hof umgeben.

Apthen können an unterschiedlichen Stellen auftreten, etwa auf der Schleimhaut der Mundhöhle, auf der Zunge, am Zahnfleisch oder am Gaumen. Gelegentlich sind die auffälligen Rötungen auf der Schleimhaut im Genitalbereich lokalisiert. Die Größe der Aphten kann dabei ganz unterschiedlich sein – von stecknadelkopfgroß bis hin zu einem Durchmesser von bis zwei drei Zentimetern. Abhängig von ihrem Typ, können Aphten in ihrem Auftreten sehr unterschiedlich sein.

Der Minor-Typ zeichnet sich durch vereinzelte Schleimhautdefekte im Mund oder im Intimbereich aus, die meist drei bis fünf Millimeter groß sind und nach fünf bis sieben Tagen wieder abheilen. Beim Major-Typ kommt es zu tieferen Hautveränderungen, die bis zu drei Zentimeter groß sein können. Die Betroffenen fühlen sich meist krank und leiden zudem unter geschwollenen Lymphknoten oder Fieber. Aphten vom herpetiformen Typ sind sehr klein und schmerzhaft, und meist über den gesamten Mundraum verteilt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine Aphte oder Afte kann sehr schmerzhaft sein. Meist kommen sie 3 Tage, bleiben 3 Tage und verschwinden wieder in 3 Tagen. Hafttabletten können die Aphte für ein paar Stunden abdecken und den Schmerz reduzieren.

Zur Diagnostik der Aphten untersucht der Arzt den Patienten, indem er einen Blick in dessen Mund wirft und sich seine Beschwerden schildern lässt. In seltenen Fällen wird zudem eine Blutuntersuchung angeordnet, um andere Erkrankungen auszuschließen. Erste Anzeichen sind meist kleinste Entzündungen in der Mundhöhle, die mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar sind, beim Patienten jedoch bereist zu Schmerzen führen.

Die oftmals sehr kleinen weißlich bis hin zu gelblich aussehenden Bläschen bilden sich innerhalb weniger Stunden. Es entstehen innerhalb kürzester Zeit runde, oder ovale Vertiefungen der Mundschleimhaut, deren Ränder leicht erhaben und stark gerötet sind.

Hinsichtlich des Krankheitsverlaufs ist anzumerken, dass die Aphten meist nach ein bis zwei Wochen wieder verschwunden sind, die Abheilung jedoch von der Größe abhängig ist (bei größeren Aphten kann der Heilungsprozess bis zu vier Wochen in Anspruch nehmen).

Komplikationen

In den meisten Fällen führen Aphten zu keinen weiteren Komplikationen. Sie verbleiben meistens rund zwei Wochen auf den Lippen und verschwinden wieder von alleine, wenn es zu keiner weiteren Entzündung an der jeweiligen Stelle kommt. Durch die Schmerzen kann die Lebensqualität des Patienten stark eingeschränkt werden.

Dadurch ist keine gewöhnliche Nahrungsaufnahme und Flüssigkeitsaufnahme mehr möglich. Die Aphten können auch zu Stress im Alltag und durch die verminderte Flüssigkeitsaufnahme zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Salben oder Lösungen und führt auch schnell zum Erfolg.

Komplikationen treten meistens keine auf, wenn die Aphten rechtzeitig durch einen Arzt behandelt werden. Die betroffenen Stellen sollten vom Patienten allerdings nicht berührt werden. Durch die Aphten kommt es oft zu kleinen Blutungen, sodass der Mundraum unangenehm nach Blut schmecken könnte und schmerzen könnte.

Nach außen sind die Aphten kaum bemerkbar, können allerdings zu Komplikationen mit dem Partner führen, da Küssen nicht mehr möglich ist. Nach einigen Wochen verschwinden die Aphten allerdings von alleine und führen zu keinen weiteren Problemen oder Folgeschäden.

Ab wann sollte man zu Arzt gehen?

In den meisten Fällen sind Aphthen gesundheitlich unbedenklich und heilen ohne weitere Behandlung von alleine wieder ab. Ein Besuch beim Arzt empfiehlt sich, wenn die Schädigungen nach spätestens ein bis drei Wochen nicht zurückgehen oder mit besonders unangenehmen Begleitsymptomen verbunden sind. Kommt es ergänzend zu den Aphthen zu Schmerzen, Juckreiz oder Blutungen im Mundraum, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Dasselbe gilt bei besonders großen Schädigungen, die womöglich sogar mit Entzündungen verbunden sind.

Auch sollten immer wieder auftretende Aphthen medizinisch abgeklärt werden. Mit Kindern, die unter den entzündlichen Hautveränderungen leiden, sollte nach spätestens einer Woche zum Kinderarzt gegangen werden. Wenn das betroffene Kind aufgrund der Schmerzen nicht mehr trinken oder essen will, empfiehlt sich ein sofortiger Arztbesuch. Menschen mit Vorerkrankungen chronischer Parodontitis oder Mundschleimhautentzündung sollten mit den Beschwerden möglichst umgehend zum Arzt gehen. Ebenso Schmerzpatienten, Schwangere und andere Risikogruppen, wenn die Aphthen nach wenigen Tagen nicht zurückgehen oder weitere körperliche Beschwerden hinzukommen.

Behandlung & Therapie

Zur Behandlung von Aphten gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten. Generell werden vom behandelnden Arzt meist schmerzstillende Wirkstoffe, wie Lidocin, in Form von Gurgellösungen, Salben, oder auch Sprays verwendet.

Ätzende Mittel, wie zum Beispiel das Rhabarberwurzelextrakt, oder Silbernitrat können ebenso zur Anwendung kommen. Durch die ätzende Wirkung soll der Heilungsprozess beschleunigt werden, indem abgestorbenes Gewebe abgestoßen wird. Kann eine infektiöse Ursache ausgeschlossen werden, wird oftmals Triamcinolonacetonid, in Form einer Salbe, verschrieben.

Der Volksmund besagt, dass eine Verwendung von Hausmitteln wie Teebaumöl, sowie Kamillen- und Salbeiteespülungen eine Besserung erzielen. Studien zufolge bewirkte die Vermeidung von Natriumlaurylsulfat (in der Zahnpasta vorzufinden) eine deutliche Reduktion der Aphthenentstehung. In der Diskussion zur Behandlung von Aphten stehen zudem sogenannte Softlaser, welche Entzündungen bekämpfen, den Schmerz lindern und das Gewebe heilen sollen.

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Aussicht & Prognose

Die kleinen entzündlichen Bereiche im Mund heilen mit oder ohne eine Behandlung vollständig aus. Die Dauer der Heilung für einzelne Aphten liegt bei ein bis zwei Wochen. Dies ist abhängig davon, ob sie medizinisch versorgt werden und welche Lebensmittel der Erkrankte zu sich nimmt.

Der Heilungsprozess verlangsamt sich, wenn durch den Konsum von säurehaltigen Nährstoffen die Schutzschicht über der betroffenen Stelle beschädigt wird. Ebenso können durch eine unvorsichtige Mundhygiene oder Dehnungen der Haut Risse entstehen, die zu einer Verlängerung des Heilungsprozesses führen. Das Spielen mit der Zunge in der betroffenen Region führt ebenfalls zu länger anhaltenden Beschwerden. Obwohl die einzelnen Aphten innerhalb weniger Wochen vollständig ausheilen, besteht das Risiko, dass im Laufe des Lebens erneut Aphten auftreten. Eine lebenslange Beschwerdefreiheit gibt es nicht. Die auslösenden Keime können jederzeit erneut die Schleimhäute im Mund angreifen und zu Entzündungen führen.

Bei einem geschwächten Immunsystem oder dem Vorliegen weiterer Erkrankungen nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass sich häufiger Aphten bilden. Leidet der Patient zusätzlich unter einer chronischen Grunderkrankung, treten die schmerzhaften Entzündungen häufiger als im Normalfall auf. Zu den Krankheiten zählen insbesondere Morbus Crohn oder Rheuma. Darüber hinaus ist ein Mangel an Vitamin B12 oder Eisen förderlich für die Entstehung von Aphten.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Aphten werden unter anderem die Vermeidung von unverträglichen Speisen, der Abbau von Stress, eine ausreichende Vitaminzufuhr, eine angemessene Mundhygiene, sowie die Verwendung einer Sole-Zahncreme empfohlen.

Das können Sie selbst tun

Die Schleimhautschäden bei Aphten sowie die begleitenden Schmerzen können unter Umständen mit bewährten Hausmitteln gemildert werden. Zu empfehlen ist immer eine hohe Vitamin C Versorgung, damit das Immunsystem gestärkt wird. Es eignen sich sehr gut Vitamin C Pulver mit einer hohen Bioverfügbarkeit. Dazu sollten Betroffene ebenso Zink, das ebenfalls gegen Infektionen wirkt und das Immunsystem stärkt, zu sich nehmen.

Aloe vera wirkt schmerzlindernd, heilungsfördernd und fördert die Versorgung der Schleimhaut mit Flüssigkeit. Das naturreine und bereits gepresste Gel wird mehrmals am Tag auf die Aphten aufgetragen. Eine Spülung mit Kaiser Natron, das in Wasser aufgelöst wurde, kann die verursachenden Keime abtöten und so dazu beitragen, dass die Entzündung schneller abheilt. Manuka Honig mit einem hohen MGO Wert hilft wegen seiner starken antiseptischen Wirkung häufig gegen Aphten.

Überzeugen kann auch die Wirkung von trockenen Koriandersamen, die in 250 ml kochendes Wasser für fünf Minuten leicht sieden müssen. Dann lässt man die Samen 10 Minuten ziehen. Jetzt durchseihen, abkühlen lassen und den Mund mehrmals am Tag mit dem Sud spülen. Meersalz, bei starkem Aphtenbefall in Verbindung mit 3-prozentrigem Wasserstoffperoxid, hat eine hohe antiseptische und entzündungshemmende Wirkung. Diesen Mix in lauwarmes Wasser geben und den Mund mehrmals am Tag damit ausspülen.

Der Hausarzt ist umgehend zu konsultieren, wenn beispielsweise keine Besserung eintritt oder die Aphten wiederkommen.

Bücher über Aphten

Quellen

  • Bork, K., Burkdorf, W., Hoede, N.: Mundschleimhaut- und Lippenkrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2008
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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