Aorta

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Ohne sie geht nichts: Die Hauptschlagader, medizinisch auch Aorta genannt, bildet den Ausflusstrakt aus dem Herzen bis hin zur Aufzweigung in die Becken- und Beinarterien und arbeitet sozusagen "mit Hochdruck" an der Blutversorgung des gesamten Organismus, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, viele Jahrzehnte lang. Auf seine Hauptschlagader sollte man also Acht geben, damit diese Aufgabe auch im hohen Alter noch einigermaßen spurlos an ihr vorübergeht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Aorta?

Die Hauptschlagader (Aorta) ist die größte Arterie des menschlichen Körpers und Ausgangspunkt der gesamten Blutversorgung.

Sie entspringt der linken Herzkammer, ist dann beim Erwachsenen etwa 2,5-3,5 cm breit im Durchmesser und verläuft "spazierstockförmig" über eine Länge von 30-40 cm bis zu ihrer Aufzweigung in die Beckenarterien.

Alles Blut des Körpers muss durch dieses Blutgefäß hindurch, bevor es dann weiter in Kopf, Arme, Bauch und Beine verteilt wird.

Anatomie & Aufbau

Die Anatomie ist bis auf kleinere Variationen bei allen Menschen gleich aufgebaut: Die Hauptschlagader entspringt der linken Herzkammer, dem "Hochdrucksystem" des Herzens, und verläuft zunächst kopfwärts, wo sie dann oberhalb des Herzens in der Mitte des Brustkorbes einen Bogen zur linken Körperhälfte vollzieht und sich schließlich nach unten neigt und links vor der Wirbelsäule durch Brust- und Bauchraum nach unten zieht.

Die ersten aus der Aorta abgehenden Blutgefäße sind die Herzkranzarterien, entlang des Aortenbogens gehen dann die versorgenden Gefäße für Arme und Kopf nach oben ab.

Im weiteren Verlauf versorgt die Aorta über definierte Abgänge die einzelnen Rippensegmente und den gesamten Bauchraum mit Blut, bevor sie sich an der sogenannten "Aortenbifurkation" in etwa auf Höhe des Bauchnabels in die rechte und linke Beckenarterie aufteilt. Diese ziehen dann weiter nach unten, um Beckenraum und Beine zu erreichen.

Funktion & Aufgaben

Die Funktion der Hauptschlagader ist die Versorgung des gesamten Körpers mit Blut, in welchem Sauerstoff und Nährstoffe geliefert werden sowie Stoffwechselendprodukte abtransportiert werden können.

Um diese Versorgung auch gegen die Schwerkraft in den Kopf oder bei schwerster körperlicher Anstrengung bis in die letzte Muskelzelle gewährleisten zu können, muss das Herz einen gewaltigen Druck aufbauen, den arteriellen Blutdruck. Dieser sollte beim gesunden Erwachsenen etwa bei 120/80 mmHg, also maximal 120 Zentimeter auf der Quecksilbersäule, einem historisch bedingten medizinischen Messinstrument, liegen.

Die Hauptschlagader muss diesem Druck nun standhalten und ihn möglichst ohne größere Abstriche in die Peripherie fortleiten. Zu diesem Zwecke ist die Wand der Aorta vor allem in ihrem bogenförmigen Verlauf etwas dehnbar, um somit auch in den millisekunden währenden Intervallen, in denen das Herz gerade nicht aktiv pumpt, eine Art Druckreservoir aufbauen zu können.

Die Dehnbarkeit der Wand ist somit wichtig, um die Funktion zu gewährleisten und wird durch Verkalkung der Gefäßwand (Arteriosklerose) stark beeinträchtigt.

Krankheiten & Beschwerden

Das tückische an Erkrankungen der Hauptschlagader ist, dass der Betroffene sie oftmals erst bemerkt, wenn es bereits zu spät ist. Sie sind zumeist asymptomatisch, also "ohne Symptome".

Die Grundlage dieser lebensgefährlichen Krankheitsbilder sind zumeist Arteriosklerose und Bluthochdruck. Durch die Verkalkung der Arterienwand wird die Dehnbarkeit beeinträchtigt, der Durchmesser verengt und möglicherweise Gefäßabzweigungen zu lebenswichtigen Organen, etwa des Bauchraumes, verlegt. Letzteres kann zum Beispiel zu regelmäßig wiederkehrenden Bauchschmerzen nach dem Essen führen, also dann, wenn der Darm viel Blut zur Verdauung benötigt und dieses durch das verengte Gefäß nicht bekommen kann.

Die Verkalkung und Verengung der Hauptschlagader führt in der Folge dann zu einer Reaktion des Herzens, welches den Blutdruck erhöht, um trotzdem die Versorgung des Körpers durch die verengte Aorta zu gewährleisten. Dies wiederum schädigt die Gefäßwand noch mehr - ein Teufelskreis entsteht. Zwei unmittelbar lebensgefährliche Notfälle sind die "Aortendissektion" und das "Rupturierte Aortenaneurysma".

Bei der Dissektion wühlt sich das Blut durch verkalkte Wandbezirke in die Gefäßwand hinein und verlegt sowohl die Gefäßabgänge zum Gehirn als auch die Hauptschlagader selber. Plötzlich und ohne Vorgeschichte einsetzende scharfe Brust- oder Rückenschmerzen sind hier dringender Grund für den sofortigen Notarztruf!

Ein Aortenaneurysma hingegen ist eine Aussackung der Gefäßwand durch Bluthochdruck, die meist im Bauchraum entsteht und oft jahrelang unbemerkt bleibt. Die Aussackung verdünnt jedoch die Gefäßwand der Hauptschlagader, sodass diese irgendwann einreißt, also "rupturiert". Eine mögliche Folge ist innerliches Verbluten, welches sich durch Schmerzen erst dann bemerkbar macht, wenn es schon zu spät ist.

Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Rauchen und Diabetes mellitus sollten aus diesem Grund vermieden bzw. behandelt werden.

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