Antivenin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Als Antivenin wird ein immunsystemstärkendes Mittel zur akuten Hilfe gegen Schlangenbisse bezeichnet. Das Präparat ist mit Antikörpern angereichert. Auf diese Weise können die schädigenden Inhaltsstoffe des Giftes im Organismus neutralisiert oder sogar beseitigt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Antivenin?

Die Berührung mit wilden Tieren mag hierzulande nicht allzu oft vorkommen. Für Zoologen oder Biologen ist der Kontakt mit Schlangen und Skorpionen aber möglich. Ebenso können auch in den hiesigen Breitengraden einige wenige Arten der in der Natur lebenden Reptilien ein gesundheitsschädliches bis – in sehr hohen Dosierungen – tödliches Gift durch den Biss in den Körper des Menschen injizieren.

Gegen die dadurch eintretenden Symptome soll das Antivenin helfen. Seine Bestandteile werden direkt aus dem Gift der Schlangen und Skorpione gewonnen. Die in dem Serum enthaltenen Antikörper können im Blutkreislauf – die Verabreichung erfolgt in der Regel intravenös – die schädigenden Gifte binden. Je nach Ausformung des Präparats werden die darin vorkommenden Enzyme aber auch auf die Nervenzellen, die Organe und die Blutkörperchen zugreifen. Die Anwendungsmöglichkeiten erreichen somit ein breites Spektrum.

Pharmakologische Wirkung

Das Antivenin hilft durch die in Flüssigkeit gebundene hohe Anzahl der Antikörper. Diese werden aus dem Gift der Reptilien gewonnen und sodann therapeutisch eingesetzt. Der erwünschte Effekt tritt in der Regel nach wenigen Minuten bereits ein.

Der gesamte Prozess, bei dem die Giftstoffe durch die Antikörper gebunden und aus dem Organismus geführt werden, kann indes einige Stunden andauern. Die Behandlung an sich mag sich folglich vergleichsweise einfach gestalten. Komplexer ist es aber, eine individuelle Diagnose zu erstellen. So lassen sich in den beruflichen Risikogruppen nicht selten rund 300 bis 400 unterschiedliche Arten von Giften unterscheiden. Gegen jedes von ihnen musste somit ein geeignetes Präparat entwickelt werden.

Daraus folgt, dass das Antivenin in vielfachen Zusammensetzungen und Dosierungen auf dem Markt verfügbar ist. Die Verabreichung muss daher durch den Arzt erfolgen. Bereits ein Fehlgebrauch kann für den Betroffenen weitere gesundheitliche Probleme hervorrufen oder das durch die Schlange injizierte Gift in seiner Wirkung verstärken. Jeder Biss durch Reptilien muss fachärztlich untersucht und behandelt werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Als Antivenin wird ein immunsystemstärkendes Mittel zur akuten Hilfe gegen Schlangenbisse bezeichnet.

Zur Anwendung kommt das Antivenin hauptsächlich gegen Schlangenbisse und Skorpionstiche. Grundsätzlich haben sich dabei zwei Arten des Serums entwickelt. Das monovalente Antivenin wird verabreicht, wenn die Art des Reptils konkret bekannt ist und lediglich diese eine Spezies beißend oder stechend eingegriffen hat.

Demgegenüber kann es aber auch vorkommen, dass in dem Moment der Wundenzufügung nicht genau erkennbar war, um welche Schlangengattung es sich handelte – und ob diese giftig ist. In diesen Fällen wird dagegen ein polyvalentes Antivenin injiziert. Bei ihm sind die Antikörper mehrerer Schlangen- und Skorpionengifte miteinander kombiniert. Es soll folglich eine höhere Bandbreite an infrage kommenden Toxinen gebunden werden können.

Die Wirkung des zuletzt genannten polyvalenten Mittels kann im Vergleich zum monovalenten Antivenin aber mit zeitlichen Verzögerungen einsetzen und somit deutlich länger für die Beseitigung der Gifte benötigen. In der weiteren Anwendung ist auch ein vorbeugender Einsatz gegen bestimmte Reptilienbisse denkbar und wird insbesondere vor Reisen in ferne Länder vorgenommen.

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Risiken & Nebenwirkungen

In der Verabreichung erweist sich das Antivenin aber als nicht ganz unbedenklich. Grundsätzlich kann es durch den Körper abgestoßen werden und insofern selbst eine allergische Reaktion im Organismus auslösen. Diese wird allgemein als Serumkrankheit erfasst und kennzeichnet den Zustand, in dem der Betroffene negativ auf ein ihm injiziertes Mittel reagiert.

In einigen wenigen Fällen resultiert daraus auch ein Schockzustand. Er kann in unbehandelter Form den Tod auslösen. Häufiger klagt der Patient dagegen über Bluthochdruck, einen Kreislaufkollaps oder ein spontan auftretendes Fieber. Das Antivenin wird daher nur relativ selten eingesetzt.

Erst beim Vorliegen eines klar definierbaren Schlangengiftes, bei dem weitere Heilmittel ausgeschlossen werden, kann die Verabreichung erfolgen. Stets ist neben der medizinischen Indikation aber ebenso auf den gesundheitlichen Gesamtzustand des Betroffenen abzustellen, um die vorgenannten Nebenwirkungen zu vermeiden.

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