Antipyretika

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Unter Antipyretika versteht man Stoffe, die Fieber senkende Wirkung haben bzw. prophylaktisch vor Fieber schützen können. Hierzu werden Substanzen und Verbindungen aus verschiedenen Stoffklassen gezählt. Dabei unterscheiden sie sich in ihrer Wirkungsweise von anderen fiebersenkenden Mitteln, wie beispielsweise den Opiaten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antipyretika?

Der Begriff Antipyretika vereint somit diverse Stoffe unter sich, die sich in ihrer Wirkung ähneln, jedoch unterschiedliche Zusammensetzungen und Eigenschaften haben können. Zu den bekanntesten Antipyretika zählen Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen und Ketoprofen. Paracetamol gehört zu den nichtopioiden Analgetika, also zu den Schmerzmitteln, die sich in ihrer Wirkungsweise von Opiaten unterscheiden.

Die anderen genannten Antipyretika haben zusätzlich zu ihrer fiebersenkenden Wirkung auch entzündungshemmende Funktion. Daher werden sie unter dem Begriff der Antirheumatika zusammengefasst. Um sie in ihrer Wirkungsweise von Cortisol und dessen verwandten Stoffen zu unterscheiden, werden sie auch als nichtsteroidale Antirheumatika bezeichnet. Eine enge Definition der verschiedenen Antipyretika in chemischer Hinsicht ist aufgrund der heterogenen Zusammensetzung dieser Stoffklasse nicht gegeben.

Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Alle Antipyretika haben gemeinsam, dass sie die Synthese des Prostaglandin E2 hemmen, welches in Endothelzellen des Hypothalamus gebildet wird. Es handelt sich hierbei um ein Gewebshormon, das aus Arachidonsäure aufgebaut ist und unter anderem für Schmerzen, Entzündungen und Blutgerinnung verantwortlich ist.

Seine schmerzauslösende Wirkung entfaltet es durch Reizung der Nervenenden, die infolge dessen Schmerzsignale zum Gehirn senden. Auch Fieber wird durch dieses Hormon mit ausgelöst, indem es in der Region des Hypothalamus, in dem Fieberreaktionen gesteuert werden, spezifische Rezeptoren aktiviert. Durch Hemmung der Synthese von Prostaglandin E2 werden die Blutgefäße der Haut erweitert, was zur Folge hat, dass eine erhöhte Wärmeabgabe stattfindet.

Dadurch wird vermehrt Schweiß produziert, wodurch eine Abkühlung des Organismus erfolgt und das Fieber gesenkt wird. Die Hemmung der Prostagladin Synthese erfolgt auf unterschiedliche Weisen. Ibuprofen hemmt zum Beispiel die Enzyme, die an der Bildung des Prostagladins beteiligt sind, die sogenannten Cyclooxygenasen. Naproxen wirkt zusätzlich hemmend auf hormonsensitive Lipase, ein Enzym, das Fette aus der Nahrung für die Synthese von Hormonen zur Verfügung stellt.

Auch Paracetamol hat inhibitierende Wirkung auf Cyclooxygenasen, aktiviert jedoch noch dazu bestimmte Rezeptoren, die für die Aufnahme von Serotonin zuständg sind, welches ein körpereigenes, schmerzstillendes Hormon ist. In ihrer genauen Wirkungsweise unterscheiden sich die Antipyretika also voneinander, ihre gemeinsame Funktion ist aber das Ausschalten von Prostaglandin E2, um Schmerzen, Entzündungen und Fieber zu senken.

Pflanzliche, natürliche, homöopathische & pharmazeutische Antipyretika

Unter Antipyretika versteht man Stoffe, die Fieber senkende Wirkung haben bzw. prophylaktisch vor Fieber schützen können.

Antipyretika gehören grundsätzlich zu den synthetischen, medizinischen Substanzen. Dies bedeutet, dass sie nicht als natürliche Stoffe im Organismus vorkommen, sondern künstlich hergestellt werden müssen. Aufgrund der Verschiedenartigkeit der einzelnen Antipyretika gibt es viele Produktionswege.

Der Wirkstoff von Aspirin® ist beispielsweise die Acetylsalicylsäure, die durch die sogenannte Kolbe-Schmitt-Reaktion entsteht. Vorstufen der Acetylsalicylsäure jedoch haben auch pflanzlichen oder tierischen Ursprung. So findet sich in Weidenrindenextrakten Salicin, welches im menschlichen Körper zu Salicylsäure umgesetzt wird. In der Kolbe-Schmitt-Reaktion stellt Salicylsäure den ersten Reaktionspartner dar. Salicylsäure findet sich auch in einem Sekret, das Biber aus ihrer Analdrüse absondern.

Für den Wirkstoff Paracetamol finden sich mehrere etablierte Reaktionswege. In der Industrie wird am häufigsten auf eine Reaktion zurückgegriffen, in der Phenol unter Anwesenheit von Flusssäure mit Acetanhydrid acyteliert wird. Dabei entsteht p-Hydroxyacetophenon, das mit Hydroxylamin zu Oxim umgewandelt wird. Durch Zugabe von Thionychlorid lagert sich dieses schließlich zu Paracetamol um. Paracetamol wird meist als Monopräparat verkauft, weiterhin gibt es auch Kombipräparate mit diesem Wirkstoff.

Wenn hier Codein oder Tramadol mit enthalten sind, sind diese Präparate im Gegensatz zum Monopräparat verschreibungspflichtig. Ein sehr breites Angebot an Präparaten findet sich für den Wirkstoff Ibuprofen, wozu auch Medikamente gehören, die für Kleinkinder ab 6 Monaten zugelassen sind.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die meisten Antipyretika, so zum Beispiel Ibuprofen und Naproxen, haben Nebenwirkungen, die sich auf den Verdauungsextrakt beziehen. Hierzu gehören Übelkeit, Durchfall oder Magen-Darm-Krämpfe.

Weniger häufig kann es zu Magengeschwüren, Magenschleimhautentzündungen oder Magen-Darm-Blutungen kommen. Insbesondere bei chronischen Darmentzündungen ist daher Vorsicht bei der Einnahme dieser Antipyretika geboten. Auch Aspirin® kann Magen- und Darmbeschwerden verursachen. Zusätzlich hat es eine hemmende Wirkung auf die Blutgerinnung, weshalb es in Verbindung mit Operationen oder während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden sollte. Für Kinder unter 16 Jahren ist Acetylsalicylsäure außerdem in mehreren Ländern nicht zugelassen, da es in seltenen Fällen das tödliche Reye-Syndrom auslösen kann.

Paracetamol ist von allen Antipyretika verhältnismäßig nebenwirkungsfrei. Allerdings kann es bei Einnahme von Paracetamol zu einem Anstieg der Transaminasen kommen, bestimmer Leberenzyme, wodurch in sehr seltenen Fälle Leberfunktionsstörungen hervorgerufen werden können.

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