Antimetabolite

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Juni 2017
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Antimetabolite bezeichnen chemische Verbindungen, welche eine Hemmung des Stoffwechsels der natürlichen Metabolite bewirken. Sie haben aufgrund ähnlicher chemischer Strukturen vielfältige Auswirkungen auf alle physiologischen Prozesse, indem bestimmte Enzyme geblockt werden. Antimetabolite werden zum Beispiel in Form von Immunsuppressiva oder Zytostatika zur Krebstherapie eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antimetabolite?

Antimetabolite ähneln in ihrer chemischen Aufbauweise sehr stark den natürlichen Metaboliten. Diese Ähnlichkeit bewirkt im menschlichen Stoffwechsel eine Übernahme aller Aufgaben der körpereigenen Metaboliten. Letztere werden bei deren Einsatz gänzlich verdrängt. Dies bewirkt ein Blockieren von lebenswichtigen Stoffwechselvorgängen in den Körperzellen und führt letztlich zu deren Absterben.

Mittlerweile kommen meist sogenannte Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat und Antagonisten wie Fluorouracil oder Cytarabin zum Einsatz. In der Krebstherapie bei Brust-, Magen-, Darm-, Knochen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie bei Leukämie werden Antimetabolite auch zur Palliativversorgung eingesetzt.

Da Antimetabolite allerdings ebenso gesunde Körperzellen schädigen, kommt es im Verlauf der Behandlung fast immer zu heftigen Nebenwirkungen. Diese Nebenwirkungen bedürfen dann einer weiteren Behandlung, um die Patienten nicht zu sehr zu schwächen.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Die unterschiedlichen Medikationen, welche in der Chemotherapie zum Einsatz kommen, werden als sogenannte Zytostatika bezeichnet. Es handelt sich dabei um Antimetabolite. Zytostatika stoppen die Zellfunktionen des menschlichen Körpers. Diese Antimetabolite bewirken, dass das Wachstum der bösartigen Krebszellen gehemmt wird. Dadurch wird dann ein Rezidiv der Tumore erreicht, das heißt, sie bilden sich zurück.

Im Normalfall unterliegt das Wachstum der Zellen strengen Regeln. Gesunde Körperzellen teilen sich grundsätzlich nur so oft, wie es für die Gewebefunktion und dessen Erhalt erforderlich ist. Bei bösartigen Tumorzellen ist dieser Mechanismus im Zellzyklus außer Kraft gesetzt und die entarteten Zellen teilen sich unkontrolliert und ohne Behinderung. Auf diese Weise entsteht ein Tumor.

Antimetabolite wirken genau hier, direkt an den Krebszellen. Sie werden vorzugsweise angegriffen. Somit werden unterschiedliche Vorgänge beeinflusst, welche für die Teilung der Zellen von Bedeutung sind. Der Zellteilungsprozess wird gestört und das weitere Wachstum der Krebszellen behindert.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Alle Antimetaboliten setzen sich bei der Vermehrung der DNA der Krebszellen wie ein falscher Baustein dort ein. Auf diese Weise gelingt es, die Erbinformationen in den relevanten Regionen zu zerstören. Die bösartigen Zellen können sich somit nicht mehr teilen.

Die sogenannten Folsäureantagonisten gehören zu den Zytostatika, ebenso wie die Purin- und die Pyrimidinanaloga. Diese Medikamente werden den Patienten meist intravenös verabreicht oder mithilfe von Infusionen, welche in Tropfenform abgegeben werden. Auf diese Weise werden die Antimetabolite meist zusammen mit gewöhnlichem Kochsalz zugeführt. Mittlerweile ist es auch üblich, spezielle Medikationen in Form von Tabletten zu verabreichen.

Viele dieser Antimetabolite sind hochtoxisch, somit müssen bei der Gabe die unterschiedlichsten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Dazu zählt zum Beispiel die Verwendung von Mundschutz und Handschuhen.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die meisten Antimetabolite weisen die gleichen Nebenwirkungen auf, da sie wie alle Zytostatika unnatürlich wuchernde, bösartige Körperzellen an ihrem Wachstum hindern. Leider wirkt sich dies auch auf die gesunden Zellen aus. Da die sogenannten entarteten Zellen ihren Ursprung in gesunden Zellen haben, kann die Therapie grundsätzlich nicht gezielt stattfinden. Von den Auswirkungen der Behandlung sind dann auch alle Zellen betroffen, die auf natürliche Weise wachsen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um jene, die für die Blutbildung zuständig sind. Aber auch Haarwachstum und Schleimhäute werden angegriffen.

Weiterhin kommt es unter der Behandlung mit Antimetaboliten oft zu Erbrechen und Übelkeit sowie einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Beim Blut sind in erster Linie die Leukozyten und Thrombozyten betroffen. Nach Ablauf von etwa zwei Wochen ist die Anzahl dieser Blutkörperchen dann soweit gesunken, dass das Immunsystem nur noch eingeschränkt funktioniert. Der Patient ist dadurch sehr anfällig für Infektionen aller Art.

Möglich ist auch eine Beeinträchtigung der Organfunktionen unter der Behandlung mit Antimetaboliten. Diese Nebenwirkungen können allerdings in großem Maße von der Art der Medikamente abhängen.

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