Antiestrogen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Antiestrogene sind eine Gruppe von Medikamenten, welche ausschließlich bei Frauen zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt wird. Es handelt sich um Injektionslösungen, welche über einen längeren Zeitraum im Körper verbleiben und den Brustkrebs dort behandeln, aber nicht komplett beseitigen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Antiestrogen?

Antiestrogene sind in der Regel Zytostatika, welche allein für die Behandlung des Mammakarzinoms eingesetzt werden. Das Ziel dieser Medikamente ist es, das Wachstum des Karzinoms zu behindern. Rückgängig machen können diese Medikamente Erkrankungen dieser Art nicht.

Da Antiestrogene auf einer Hemmung des weiblichen Sexualhormons Östrogen basieren, zeigen Medikamente dieser Art bei Männern normalerweise keine Wirkung. Aufgrund der guten Verträglichkeit und der kaum vorhandenen Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen werden Antiestrogene bei der Behandlung von Brustkrebs gerne verschrieben.

Pharmakologische Wirkung

Antiestrogene sind eine Gruppe von Medikamenten, welche ausschließlich bei Frauen zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt wird.

Sofern es nicht zu Nebenwirkungen kommt, sollten Antiestrogene ausschließlich auf das Wachstum der Krebserkrankungen reagieren und keine Organe oder andere Körperfunktionen beeinträchtigen.

Medizinisch gesehen halten Antiestrogene das weibliche Sexualhormon Östrogen davon ab, sich an die sogenannten Östrogenrezeptoren zu binden. Gleichzeitig sinkt auch die Dichte der Östrogenrezeptoren selbst. Da das Wachstum des Krebses direkt hormonell gesteuert ist und Antiestrogene jene Hormonproduktion bremsen, wird auf diese Weise auch eine Hemmung des Karzinomwachstums erreicht.

Komplett entfernen können Antiestrogene den Brustkrebs daher nicht. Medikamente dieser Art sind daher stets nur als Komplementärtherapie zu bestehenden, aggressiveren Eingriffsmethoden, zu verstehen. Sie werden dennoch häufig angewendet, da die Nebenwirkungen zwar zahlreich sind, aber diese nur sehr selten wirklich auftreten.

Antiestrogene zählen außerdem zu den in Deutschland am häufigsten verabreichten Medikamenten, da das Brustkrebsrisiko bei etwa 8 % liegt und somit etwa jede zwölfte Frau einmal in ihrem Leben daran erkrankt. Verbreitete Medikamente aus der Gruppe der Antiestrogene sind beispielsweise Tamoxifen, Anastrozol und Fulvestrant. Die genaue pharmakologische Wirkung fällt jedoch bei allen Medikamenten dieser Art recht ähnlich aus.

Medizinische Anwendung & Verwendung

In der Medizin werden Antiestrogene vorwiegend zur Behandlung von Brustkrebs bei weiblichen Patienten eingesetzt. Das Stadium des Mammakarzinoms spielt dabei keine Rolle, so dass Antiestrogene sowohl im Anfangsstadium als auch bei fortgeschrittenem Karzinom angewendet werden können.

Antiestrogene werden ausschließlich als Injektionslösung verabreicht, wobei die genaue Menge des Medikaments je nach Präparat und Patientin variiert. Es befinden sich keine Antiestrogene in Tablettenform in der Forschung oder Entwicklung. Die Halbwertszeit des Medikaments im Körper fällt mit durchschnittlich 50 Tagen sehr lang aus. Während dieser Zeit darf die Patientin nicht schwanger werden und auch während der Stillzeit dürfen Antiestrogene nicht zu sich genommen werden.

Da einige Tumore resistent gegen bestimmte Antiestrogene reagieren, sind drei unterschiedliche Medikamente in der Medizin verbreitet, wovon mindestens eines den bestehenden Brustkrebs bekämpfen sollte. Weiterhin dürfen Antiestrogene nicht verabreicht werden, wenn schwere Funktionsstörungen der Leber vorliegen oder eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff selbst indiziert ist. Antiestrogene dienen nicht zur Vorbeugung gegen Brustkrebs und sind bei weit fortgeschrittenen Karzinomen keine Alternative zu aggressiveren Behandlungsmethoden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Antiestrogene wie Fulvestrant rufen häufiger Hitzewallungen bei den Patientinnen hervor. Außerdem kommt es zu Beeinträchtigungen des Magen-Darm-Traktes in Form von Übelkeit und Erbrechen und (seltener) anhaltendem Durchfall.

Weiterhin können Antiestrogene dafür verantwortlich sein, Infektionen der Harnwege hervorzurufen oder leichte bis mittlere Kopfschmerzen hervorzurufen. Da es sich um eine Injektionslösung handelt, können außerdem Reizungen an der Injektionsstelle in Form von Hautausschlag oder einem Juckreiz entstehen. Antiestrogene sind in sehr seltenen Fällen bekannt dafür, Thrombosen oder auch Embolien hervorrufen.

Gelenkbeschwerden können ebenfalls eine Folge der Nebenwirkungen von Antiestrogenen sein. Alle angegebenen Nebenwirkungen kommen jedoch mit einer Häufigkeit von unter 1 % vor, so dass es sich generell um eine verhältnismäßig nebenwirkungsarme Gruppe an Medikamenten handelt. Auch Alter oder Gewicht der Patientinnen spielen keine Rolle bei der Entwicklung von Nebenwirkungen.

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