Antidot

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Ein Antidot ist ein Wirkstoff, der die Wirkung eines anderen Stoffs im Körper des Patienten aufhebt. Meistens finden Antidote in der Behandlung von Vergiftungen Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Antidot?

Gifte sowie chemische Substanzen, die in hoher Dosis für den menschlichen Körper schädlich sind, erfordern eine Behandlung. In manchen Fällen gibt es kein passendes Gegenmittel, sodass als Option nur bleibt, den Patienten zu beobachten, symptomatisch zu behandeln und nach Möglichkeit einzugreifen, wenn lebensgefährliche oder sehr unangenehme Symptome der Vergiftung auftreten.

Besser jedoch ist die Behandlung mit dem passenden Antidot, also mit dem Gegengift. Ein Antidot hebt die Wirkung des Giftstoffs auf, wobei verschiedene Mechanismen zum Einsatz kommen. Manche Antidote docken an die Gifte im Körper des Patienten an und machen sie dadurch in ihrer giftigen Wirkung unschädlich, da sie diese nun nicht mehr ausüben können. Andere bauen den Giftstoff ab, sodass im Körper nur noch das Antidot übrig bleibt.

Ein Antidot ist für den Patienten zwar nicht giftig, häufig aber auch nicht ganz unschädlich. Obwohl es die wesentlich gefährlichere Vergiftung aufhebt, kann die Gabe eines Antidots also durchaus selbst zu Nebenwirkungen und Symptomen führen.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Eine giftige Substanz blockiert wichtige Funktionen des Körpers, weshalb sie überhaupt so gefährlich für den menschlichen Organismus ist. Sie behindern etwa die Atemmuskulatur, schalten die Verdauung aus oder stören die gesunde Funktion des Herzmuskels.

Manche Vergiftungen sind lediglich unangenehm, der Körper bewältigt sie in der Regel aber von allein - andere wiederum sind tatsächlich lebensbedrohlich, da sie lebenswichtige Organe und Prozesse im Körper befallen.

Ein Antidot bewirkt ganz ähnliche Effekte, allerdings beim Giftstoff und nicht mehr beim Patienten. Auf diese Weise schaltet das Antidot die giftige Wirkung des zuerst aufgenommenen chemischen Stoffs mit der Zeit aus. Das passiert beispielsweise, indem das Antidot den Giftstoff enzymatisch katalysiert oder an ihn andockt und chemische Prozesse damit blockiert, sodass der Giftstoff nicht länger giftig wirkt und einfach ausgeschieden oder vom Körper abgebaut werden kann. Die Vergiftung des Patienten wird mit ausreichend hoher Menge eines Antidots also beendet.

Je nach Antidot kann es aber als Nebenwirkung vorkommen, dass körperliche Funktionen durch das Antidot angegriffen werden. Dadurch erleidet der Patient durch die Behandlung einer Vergiftung oder Überdosis eines Medikaments weitere Symptome, die allerdings vom Arzt in Kauf genommen werden, um die weit gefährlichere Vergiftung zu behandeln.

Bei der Behandlung von Vergiftungen, etwa durch Schlangenbisse, Alkohol oder andere chemische Substanzen, kann es zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Schmerzen an betroffenen Organen kommen.

Häufige Nebenwirkungen bei der Behandlung von Überdosen gewisser Medikamente mit dem passenden Antidot können psychischer Art sein. Dazu gehören Nervosität, Angstgefühle oder Panikattacken. Jedes Antidot ist selbst ein potenter chemischer Stoff mit pharmakologischer Wirksamkeit. Das wiederum bedeutet, dass die Behandlung einer Vergiftung nicht symptomfrei bleiben muss.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Es gibt, grob unterteilt, zwei Anwendungsgebiete für Antidote: Vergiftungen und Überdosen. Eine Vergiftung bezeichnet die Aufnahme eines Stoffs in den Körper, der dessen wesentliche Funktionen beschädigt, behindert oder ganz aussetzt. Das kann dann für den Patienten lebensgefährlich sein, wenn ein Gift lebenswichtige Organe angreift.

Bei einer Überdosis dagegen handelt es sich um den Fall, dass der Patient zu große Mengen eines an sich ungefährlichen Stoffs aufgenommen hat. Es kann sich um eine Überdosis Schlafmittel, Psychopharmaka oder auch weit ungefährlicherer Stoffe wie frei verkäufliche Tabletten handeln.

Das Antidot wird dem Patienten meist intravenös verabreicht, damit es schnell in den Blutkreislauf gelangt und den Giftstoff schnellstmöglich abbauen kann, bevor der Patient weiteren Schaden nimmt. Vorbeugend werden Antidote in der Regel nicht verabreicht, da der Patient eher versuchen sollte, sich keine Vergiftung oder Überdosierung zuzuziehen.

Ausnahmen können bestehen, wenn der Patient ein Medikament erhält, das zwar seine Grunderkrankung heilt, aber auch teilweise giftig wirken kann. In diesen Fällen wird manchmal gleichzeitig zum Medikament das Antidot verabreicht, um möglichst viel Nutzen und so wenig Schaden wie möglich zu erreichen. Weiß man etwa, dass der Patient Durchfall bekommen könnte, kann ihm zeitgleich vorbeugend Aktivkohle als Antidot verabreicht werden, um den Durchfall weitestgehend zu vermeiden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Gifte sind hochpotente Substanzen, die großen Schaden anrichten können. Dass das jeweilige Antidot ebenfalls hochwirksam ist, ist daher nicht allzu verwunderlich. Beinahe jedes Antidot hat selbst das Potenzial, in zu hoher Dosis giftig zu sein, weshalb es mit Bedacht und nach Abwägung der Risiken und des Nutzens eingesetzt werden sollte. Wird ein Antidot also zu hoch dosiert, besteht das Risiko, dass es selbst giftige Wirkungen zeigt. Der Patient müsste erneut behandelt werden.

Bei jedem Antidot gibt es außerdem eine Reihe von Nebenwirkungen, die vom genauen Wirkmechanismus des Stoffs sowie von seiner Dosis abhängen. Manche Antidote bleiben nahezu unbemerkt, solange sie niedrig dosiert werden und dies zur Behandlung reicht. Bei solchen, die an den inneren Organen wirken, kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schmerzen kommen.

Antidote gegen psychopharmakalogisch wirksame Stoffe lösen eher psychische Nebenwirkungen wie Angstzustände oder Panikattacken aus. Die genauen Nebenwirkungen sind jedoch von Antidot zu Antidot unterschiedlich und der Patient wird vor der Behandlung über sie aufgeklärt - oder aber dann, wenn er wieder ansprechbar ist.

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