Antiandrogene

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Die Antiandrogene werden als Wirkstoff gegen den männlichen Sexualtrieb eingesetzt. Die Anwendung ist demgegenüber aber ebenso bei Frauen möglich. Neben der Behandlung akuter Symptome können sich durch einen langfristigen Einsatz dauerhafte Wirkungen und Nebenwirkungen einstellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Antiandrogene?

In einigen Fällen weisen Frauen und Männer einen zu hohen Gehalt an männlichen Sexualhormonen auf. Warum es zu dieser vermehrten Produktion der Estrogene und Gestagene kommt, ist nicht abschließend erforscht.

Meist treten bei den Betroffenen aber bereits in der Pubertät die ersten Symptome auf. Bei männlichen Jugendlichen können diese in einem verstärkten Sexualtrieb liegen. Nicht selten geht damit ein unkontrollierbarer Wesenszug einher, der auf sinnliche Reize reagiert. Frauen dagegen klagen beim Vorliegen dieser erhöhten Hormonzahl zumeist über eine leichte Bartbildung, eine Neigung zur Akne sowie erkennbar männliche Charakteristika.

In diesen Fällen wird über den Zeitraum mehrerer Monate oder sogar Jahre das Antiandrogen eingesetzt. Dieses soll eine Hemmung der Hormonproduktion erzielen. In der Folge löst das Präparat vielfach aber auch Nebenwirkungen aus, weswegen seine Anwendung umstritten ist und nur durch ärztliche Anweisung vorgenommen werden darf.

Pharmakologische Wirkung

Bei den Betroffenen entwickelt sich das Mengenverhältnis der Sexualhormone ungleich. Im Vergleich zu den weiblichen Hormonen liegen die männlichen in einer erhöhten Anzahl vor. Daraus ergeben sich die vorgenannten Symptome. In diesen Fällen wird das Antiandrogen verabreicht.

Meist erfolgt das im Zuge der oralen Einnahme per Tablette oder Kapsel. In wenigen Fällen ist auch die Injektion eines Serums möglich. Sobald das Mittel in den Blutkreislauf gelangt, blockiert es den Androgenrezeptor im zentralen Nervensystem. Die nunmehr besetzten Rezeptoren können in der Folge für einige Stunden nicht mehr durch das Testosteron gebunden werden. Damit wird eine Vielzahl biochemischer Prozesse vermieden.

Aus ihnen würde sich ohne Verabreichung der Antiandrogene die erhöhte Produktion bestimmter Proteine im Organismus ergeben. Sie wiederum sind an der zunehmenden Menge an Sexualhormonen beteiligt. Das Gleichgewicht der männlichen und weiblichen Hormone wird durch das Medikament hergestellt und kann bei langfristiger Anwendung auch dauerhaft positiv beeinflusst werden. Allerdings gestaltet sich die Verabreichung nicht ganz unbedenklich.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Die Antiandrogene werden als Wirkstoff gegen den männlichen Sexualtrieb eingesetzt. Die Anwendung ist demgegenüber aber ebenso bei Frauen möglich.

Antiandrogene werden heutzutage bei vergleichsweise geringen Symptomen angewendet. Hierbei handelt es sich einerseits um den erhöhten Sexualtrieb bei Männern. Andererseits wird die Neigung zur Akne und verstärkten Talgproduktion sowie das Vorliegen einer Gesichtsbehaarung bei Frauen auf diese Weise behandelt.

Weitergehend wäre bei Männern ebenso eine Verabreichung im Rahmen des Prostatakarzinoms denkbar, wird tatsächlich aber nur bei bestimmten medizinischen Indikationen vorgenommen. Durch die Hemmung des Sexualhormons hat sich das Antiandrogen aber ebenso den Ruf erworben, erfolgreich bei Kastrationen eingesetzt werden zu können. Dieses Image bildet die Basis dafür, dass das Präparat gegenwärtig umstritten ist.

In einigen Nationen wird es weiterhin bei Triebtätern injiziert. Bei ihnen soll langfristig eine chemische Kastration erfolgen. Dieses Vorgehen ist in Deutschland jedoch nicht legitimiert. In einigen europäischen Ländern kann es freiwillig durch die Betroffenen beim Vorliegen nicht therapierbarer Sexualtriebe gewählt werden. Einzig in den Vereinigten Staaten von Amerika wird es auch zwangsweise in den Körper des Täters gebracht.

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Risiken & Nebenwirkungen

Aus dem Vorgenannten ergibt sich eine erheblich Zahl an Nebenwirkungen. So kann der Fehlgebrauch in wenigen Situationen sogar die Unfruchtbarkeit des Betroffenen auslösen. Diese Fälle werden zwar selten registriert, lassen sich aber nicht gänzlich vermeiden.

Die erwünschte Wirkung der Hemmung der männlichen Sexualhormone ist zudem in einigen Konstellationen mit der vermehrten Produktion weiblicher Hormone verbunden. In diesen Sachlagen können selbst Männer ein Brustwachstum nach weiblichem Muster aufweisen. Allgemein berichten die Patienten über eine abnehmende Lust, aus der sich vielfach auch eine weiterreichende Antriebsschwäche ergibt.

Das Wesen des Betroffenen beruhigt sich. Krankhafte und getriebene Züge nehmen ab. Mit dem gelinderten Sexualtrieb ist folglich auch in bestimmten Fällen eine Veränderung der Persönlichkeit möglich. Die Anwendung sollte daher eher dezent erfolgen und muss stets der ärztlichen Begutachtung und Empfehlung folgen.

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