Ansteckende und übertragbare Tierkrankheiten Teil 2

Der Mensch steckt sich durch Einatmen des virushaltigen Staubes, den die lebhaften Tiere in die Umgebung verbreiten, an. Auch das Küssenlassen und andere ähnliche närrische Sitten bei solchen Tierhaltern, die vergessen, dass Tiere eben tierisch und damit unhygienisch leben, dürften manche Ansteckung verursacht haben. Wir verzeichnen ein verstärktes Auftreten der Psittakose im Winter, was man mit dem engeren Zusammenleben zwischen Mensch und Tier erklärt.

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Der Mensch erkrankt nach einer Inkubationszeit von 7 bis 14 Tagen unter grippeähnlichen Erscheinungen, wobei die Temperatur schnell bis 40 Grad steigt. Bei günstigem Verlauf dauert die Krankheit 3-4 Wochen mit anschließendem viele Wochen andauerndem Genesungsstadium. Bei der Diagnose ist die Vorgeschichte, die auf ein Zusammenleben des Patienten mit Wellensittichen oder anderen Vögeln hinweist, von Bedeutung. Kinder und Jugendliche erkranken kaum.

Inhaltsverzeichnis

Tularämie & Hasenpest

Die Tularämie oder Hasenpest, genannt nach dem Ort der ersten Krankheitsfeststellung beim Menschen in Tulare (Kalifornien), tritt seuchenhaft hauptsächlich bei wildlebenden Hasen und Kaninchen auf, bei denen sie fast immer tödlich verläuft. Zumeist in abgeschwächter Form befällt die Krankheit auch den Menschen. Die Übertragung der Krankheitserreger kann sowohl durch unmittelbare Berührung mit kranken Tieren und deren Ausscheidungen oder Blut als auch durch blutsaugende Insekten erfolgen.

Die Tularämie beginnt beim Menschen meist mit einem plötzlichen Anfall von Fieber, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen. An der Eintrittsstelle der Erreger kommt es oft zur Bildung eines kleinen schlecht abheilenden Geschwürs. Von hier aus entwickelt sich dann eine schmerzhafte, mitunter in Vereiterung übergehende Schwellung der benachbarten Lymphknoten. Erkrankungen der Brust- und Bauchhöhlenorgane können auftreten. Nach durchschnittlich 2-3 Wochen klingt das fieberhafte Stadium der Krankheit ab. Die oben erwähnten Allgemeinbeschwerden halten aber länger an und bedingen eine lange Genesungszeit.

Tuberkulose

Die Tuberkulose (Rindertuberkulose) des Rindes als übertragbare Krankheit auf den Menschen soll nur erwähnt werden, aber nicht darauf eingegangen werden. Ganz besonders für den Bauernhaushalt und für den Feriengast auf dem Land gilt die dringende Warnung, keine ungekochte Milch zu trinken. Der verantwortungsbewusste Arzt und Tierarzt warnt mit dem Wort „Rindertuberkulose ist Kindertuberkulose“. In Molkereien verarbeitete Milch enthält keine Tuberkulosekeime.

Listeriose

Etwas mehr als früher tritt heute die Listeriose beim Menschen auf, die von fast allen Haustieren, am häufigsten aber von Schafen, Rindern, Kaninchen, Hühnern und Schweinen übertragen wird. Ansteckungsgefahr von erkrankten Tieren besteht besonders für Kleinkinder und Schwangere. Selten erkrankt die Mutter, doch die Listeriose wurde häufig als Ursache für Tot- oder Frühgeburten festgestellt.

Die Keime werden mit dem Urin der Tiere, mit der Milch oder bei tierischen Aborten mit dem Wochenfluss ausgeschieden. Die Infektion des Menschen erfolgt durch den Mund oder durch Berühren und führt eine der Hirnhautentzündung ähnliche Erkrankung herbei. Wie bei den meisten Infektionen ist auch hier die peinlichste Sauberkeit beim Menschen und sofortige Behandlung erkrankter Tier der beste Schutz.

Nähere Ausführungen über den Rotz, eine der gefährlichsten vom Tier übertragbaren Krankheiten, muss hier nicht weiter erläutert werden, da sie in Deutschland auf Grund von Maßnahmen bezüglich Tierseuchen so gut wie ausgerottet ist.

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