Angst vor der Geburt

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 3. Januar 2017
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Die Geburt eines Kindes ist ein großartiges Ereignis. Gleichzeitig ist es für die Frau auch mit Schmerzen und Stress verbunden. Die bis dahin unbekannte Form des Schmerzes ruft Angst hervor und das ist völlig normal. Nahezu jede Schwangere hat mit Angst vor der Geburt zu kämpfen. Inzwischen gibt es neben natürlichen Methoden, wie zum Beispiel speziellen Atemübungen, auch medizinische Möglichkeiten, die Schmerzen zu begrenzen und der Frau die Angst zu nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Woher rührt die Angst vor der Geburt?

Bereits die Schwangerschaft ist für die Frau eine völlig neue und fremde Situation, wenn es das erste Kind ist. Das Gefühl des Ausgeliefertseins spielt bei vielen Schwangeren in der Anfangszeit eine große Rolle und schürt die Angst. Neben der Ungewissheit, was mit dem eigenen Körper passiert, ist natürlich auch der Gedanke um die Gesundheit des Kindes stets präsent.

Wird mein Kind die Geburt gesund überstehen? Wird es sich normal entwickeln? Wie kann ich die Geburt für mein Kind so angenehm wie möglich gestalten? All das sind Fragen, die sich viele werdende Mütter während der gesamten Schwangerschaft stellen. Diese Ungewissheiten führen zu Ängsten.

Hinzu kommen die vielen Geschichten, die aus dem Fernsehen bekannt sind oder durch Freunde und Bekannte erzählt werden, was den Schmerz betrifft. Die Intensität des Schmerzes lässt sich im Vorfeld schwer beschreiben. So entwickelt sich natürlicherweise die Angst vor dem Unbekannten und auch die Angst davor, es nicht zu schaffen.

Wovor fürchten sich Frauen bei der Geburt?

Frauen fürchten sich bei der bevorstehenden Geburt in erster Linie vor den Schmerzen. Es stellen sich bereits gegen Ende der Schwangerschaft erste Vorboten der Wehen ein und die Frau weiß, dass es bei der eigentlichen Geburt noch viel intensiver wird und das fördert die Angst.

Hinzu kommen die Gedanken um das Wohl des Kindes. Die Sekunden bis zum ersten Schrei sind für die Mütter eine Ewigkeit. Die vorherige Ungewissheit, wie das Kind die Geburt übersteht und ob es zu Komplikationen kommen wird, macht ebenfalls Angst.

Tipps für eine angstfreie Geburt

Dennoch gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, der Angst entgegen zu treten und sie zu lindern. Frauen, die während der Schwangerschaft bereits von einer Hebamme betreut werden, sollten mit ihr über die vorhandenen Ängste sprechen. Es ist besonders wichtig, dass die Schwangere sich ihre Angst eingestehen kann. Die Geburt eines Kindes wird als das großartigste Ereignis dargestellt, doch auch Angst davor ist absolut legitim und normal.

Eine Hebamme kann eine große Hilfe bei der Bewältigung der Angst sein und der persönliche Kontakt schafft eine angenehme und entspannende Vertrauensbasis. Die genaue Kenntnis über den Geburtsvorgang bereitet die Schwangere optimal auf den Tag vor und diese Aufklärung über den Prozess der Geburt wirkt ebenfalls angstlindernd. Ebenso wichtig ist es, dass die Frau Vertrauen zu ihrem Körper hat.

Der weibliche Körper ist für diesen Prozess geschaffen und die biologischen Voraussetzungen für eine Geburt sind von der Natur gegeben. Wenn dahingehend Vertrauen aufgebaut werden kann und die Verlässlichkeit auf den eigenen Körper gestärkt wird, ist die Angst ein Stückchen kleiner geworden.

  • Akupunktur: ist eine weitere Methode, die bereits vor der Geburt zur Muskelentspannung angewendet werden kann. Laut Studien kann die Akupunktur sogar den Geburtsvorgang verkürzen.
  • TENS: Eine sogenannte transkutane elektrische Nervenstimulation, kurz TENS, ist ebenfalls eine medikamentenfreie Möglichkeit zur Schmerzlinderung. Diese Methode wird in den meisten Fällen allerdings nur in der Anfangsphase der Geburt angewendet.
  • Krampflösende Medikamente: Diese sogenannten Spasmolytika kommen zum Einsatz, wenn sich bereits zu Beginn der Geburt herausstellt, dass der Muttermund zu verkrampft ist. Diese Medikamente, zum Beispiel Buscopan, werden entweder in Form eines Zäpfchens verabreicht oder als Spritze. Dadurch kann sich die glatte Muskulatur entspannen.
  • PDA: Eine der wirkungsvollsten Formen ist die Periduralanästhesie, kurz PDA. Dabei wird ein lokales Betäubungsmittel in den Rücken gespritzt, in die Nähe des Rückenmarkkanals. Danach ist der Körper ab der Stelle abwärts betäubt. Durch einen Katheder, der bei der Injektion gelegt wird, kann das Mittel bei Bedarf auch nachgespritzt werden. Die Frau empfindet anschließend keine Schmerzen mehr, kann aber die Geburt bei vollem Bewusstsein miterleben und aktiv mitarbeiten.
  • Hypnose: Darüber hinaus gibt es noch die Form des Hypnobirthings. Dabei kann sich die Frau in eine Art Hypnose versetzen lassen. Diese Methode soll dazu dienen, Ängste zu nehmen und besser mit dem Schmerz umgehen.

Wenn die Angst Überhand nimmt – Psychologische Hilfe

Ängste haben oft einen irrationalen Hintergrund. Wenn alle oben aufgeführten Methoden nicht helfen und die Angst vor der Geburt trotzdem riesengroß ist, liegt mitunter eine Angststörung vor. In diesem Fall hilft meist ein professionelles psychologisches Gespräch. Dies ist meist die letzte Möglichkeit, der Schwangeren die Angst vor der Geburt zu nehmen, indem die Ängste sachlich analysiert werden und dadurch gegebenenfalls gemindert werden können.

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Die natürlichste Sache der Welt

Die Geburt ist ohne Frage eines der schönsten Ereignisse im Leben. Dennoch ist der Vorgang für die Frau mit großen Schmerzen verbunden und davor ist eine Angst absolut legitim. Mit vorbereitenden Gesprächen, den richtigen Entspannungsübungen und Vertrauen in den eigenen Körper ist diese Angst in den Griff zu bekommen.

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