Angioskopie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Als Angioskopie bezeichnet man eine virtuelle, direkte oder endoskopische Betrachtung von Gefäßen, wobei vor allem die Gallenwege bzw. Blutgefäße untersucht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Angioskopie?

Die Angioskopie ist ein diagnostisches Verfahren, mit dem Gefäße direkt oder indirekt betrachtet werden können. Hauptsächlich wird der Begriff für eine endoskopische Untersuchung von Blutgefäßen verwendet.

Je nach Technik unterscheidet man zwischen der konventionellen Angioskopie, bei der die Gefäße mit einem speziellen Katheter direkt visuell betrachtet werden, der virtuellen Angioskopie, die die Gefäße in 3D darstellt, sowie der Kapillarmikroskopie, mit deren Hilfe oberflächennahe Blutkapillaren untersucht werden können.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bei der konventionellen Angioskopie setzt man einen Miniatur-Katheter ein, der über eine Faseroptik bzw. eine Lichtquelle verfügt. Durch einen Gefäßschnitt wird der Katheter über einen Führungsdraht sowie eine Schleuse in das jeweilige Gefäß eingeführt, danach wird auch das Angioskop vorgeschoben.

Dieses ist mit einer Kamera verbunden, die Bilder aus den Blutgefäßen aufzeichnet. Durch das Spülen mit einer Kochsalzlösung kann freie Sicht auf die Innenwände der Gefäße gewährleistet werden. Mit Hilfe der konventionellen Angioskopie können atherosklerotische Veränderungen von Gefäßwänden und Gefäßstenosen beurteilt werden. Die folgenden Gefäßregionen sind für eine Angioskopie gut geeignet:

  • Becken-Bein-Arterien
  • Becken-Bein-Venen
  • Koronararterien
  • Dialyseshunts

Damit ein Gefäß homogen ausgeleuchtet werden kann, benötigt man extreme Lichtstärken. Verwendet werden hier vorwiegend Xenondampf-Lampen, denn eine ungenügende Ausleuchtung kann die Bildqualität hinsichtlich Auflösung, Tiefenschärfe bzw. Farbe deutlich beeinträchtigen. Im Innenkatheter befinden sich rund 3000 Glasfasern, über die das Licht in weiterer Folge bis an die Spitze des Katheters geleitet wird.

Durch die Außenhülle ist es möglich, den Innenkatheter vor- und zurück zu bewegen damit die Gefäßwände sowie das Gefäßlumen inspiziert werden können. An der Spitze verfügt der Katheter über eine Linse, durch die das Gesichtsfeld um 45 Grad verbreitert wird. Eine Videodokumentation ist wichtig, um flottierende Plaques oder Thromben aufzeichnen zu können. Außerdem kann eine Szene nach der Angioskopie mehrmals betrachtet werden. Der Katheter führt das Angioskop direkt an die Läsion die untersucht werden soll, heran, ohne die Gefäßwände zu verletzen.

Die Angioskopie ist ein diagnostisches Verfahren, mit dem Gefäße direkt oder indirekt betrachtet werden können. Hauptsächlich wird der Begriff für eine endoskopische Untersuchung von Blutgefäßen verwendet.

Außerdem sorgt er für einen maximalen Spülfluss und optimale Sichtverhältnisse. Sollen die Innenwände der Koronargefäße betrachtet werden, so spricht man von einer Koronarangioskopie. Dabei wird ein Koronarangioskop über die Arteria brachialis oder die Arteria femoralis in das Arteriensystem eingeführt und mit Hilfe eines Führungsdrahts in die jeweilige Koronararterie gebracht. Dann schließt man das Gefäß für etwa 30 Sekunden mittels eines Okklusionsballons und spült es mit warmer Ringerlactatlösung, um die Optik verschieben zu können. Parallel dazu wird die Bildsequenz auf Festplatte oder Video aufgezeichnet, bis genügend aussagekräftiges Bildmaterial vorhanden ist.

Durch eine Koronarangioskopie können die Gefäßinnenwände betrachtet und eventuelle Veränderungen beurteilt werden, wobei mit dieser Untersuchungsmethode vor allem die Oberflächenmorphologie von koronaren Läsionen bewertet wird. So kann man beispielsweise zwischen weißer und gelber Plaque differenzieren und eine Aussage über den Erfolg einer PTCA (Perkutane transluminale Koronarangioplastie) treffen. Mit Hilfe der Angioskopie können aber auch die Gallenwege untersucht werden. Dadurch ist eine optische Darstellung der Gallenwege bzw. des Bauchspeicheldrüsengangs möglich, um krankhafte Veränderungen in Gallenblase, Leber oder Bauchspeicheldrüse frühzeitig zu erkennen und eine entsprechende Behandlungsmethode auswählen zu können.

Eine Cholangioskopie wird beispielsweise zur Diagnose bei Cholangitis, bei Tumorverdacht, bei Papillenstenose, Gangläsionen oder einem nicht erklärbarem Ikterus durchgeführt. Ermöglicht wurde diese Form der Inspektion durch die Entwicklung der Mother-Baby-Endoskopie sowie der Einführung des Cholangioskops (Babyendoskops). Im Rahmen einer Cholangioskopie wird vom Untersucher ein sehr dünnes Endoskop mit Kamera in die Pankreas- oder Gallengänge eingeführt, wodurch die Schleimhaut visuell untersucht werden kann. Heute wird die Cholongioskopie als komplementäres Diagnoseverfahren zu anderen Methoden wie MRT, CT oder Ultraschall verwendet. Die Einsatzmöglichkeiten sind äußerst vielseitig und erlauben neben einer visuellen Diagnostik auch eine Biopsieentnahme sowie eine gezielte Therapie im Bereich der Gallenwege.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Durch die Minaturisierung der Katheter ist das Durchführen einer Angioskopie sehr viel einfacher geworden. Theoretisch kann also eine Angioskopie in jedem arteriellen oder venösen Gefäß durchgeführt werden. Allerdings bestehen durch den Durchmesser des Gefäßes auch Grenzen. So liegt das untere Limit bei einem Durchmesser von 1mm, nach oben hin ist die Einsatzmöglichkeit durch Ausleuchtbarkeit und Lichtstärke begrenzt.

Ideal sind Gefäße mit einem Durchmesser von 2 bis 8 mm. Schwierig wird eine Angioskopie dann, wenn sich das Gefäß sehr stark schlängelt. Wird das Angioskop richtig verwendet, so entstehen im Normalfall jedoch keine Gefäßperforationen oder Aneurysmen. Durch das Vor- und Zurückschieben treten aber oftmals so genannte Flaps auf. Es gibt aber auch eine Reihe von Risiken durch die eine Cholangioskopie kompliziert oder nicht möglich ist. Dazu zählen hochgradige Stenosen, Gallengangsstrikturen oder ein vorausgegangener chirurgischer Eingriff im Magenbereich. Mögliche Komplikationen, die bei einer Cholangioskopie autreten können, sind:


Die Koronarangioskopie wird als eine sehr sichere Untersuchungsmethode angesehen. Komplikationen sind eher Einzelfälle, die einen akuten Myokardinfarkt oder einen akuten Gefäßverschluss beinhalten können. Durch Koronarokklusionen können auch EKG-Veränderungen bzw. pektanginöse Beschwerden auftreten.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Marshall, M., Loew, D.: Venenerkrankungen. Springer, Berlin 2003

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