Andrologie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Andrologie ist die medizinische Wissenschaft der Männerheilkunde und umfasst Physiologie, Anatomie und Pathologie der männlichen Fortpflanzung. Andrologie beschäftigt sich auch mit endokrinologischen und sexualtherapeutischen Aspekten und der Problematik des alternden Mannes.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Andrologie?

Andrologie beschäftigt sich als Lehre von den männlichen Fortpflanzungsorganen auch mit deren Pathologie und Störungen in allen Lebensphasen und in jedem Lebensalter. Dabei stehen verschiedene Schwerpunkte in Forschung und Lehre im Vordergrund der Andrologie als Teilgebiet der Medizin. Andrologen sind zumeist Fachärzte für Urologie, die sich auf Männerheilkunde spezialisiert haben.

In der andrologischen Sprechstunde geht es vor allem um Störungen der Zeugungsfähigkeit von Männern, Infertilität. Darüber hinaus spielen Störungen der Hodenfunktion, beispielsweise Hypogonadismus, die sogenannte erektile Dysfunktion, Fragen zur männlichen Kontrazeption und Aspekte zur Sexualität im Alter eine Rolle.

Bei der Betreuung kinderloser Paare spielen Erkenntnisse aus der Andrologie eine ebenso große Rolle wie aus der Gynäkologie. In reproduktionsmedizinischen Praxen arbeiten daher Gynäkologen und Andrologen stets zusammen, denn ein unerfüllter Kinderwunsch geht oft auf die Zeugungsunfähigkeit von Männern zurück, die jedoch ganz unterschiedliche Ursachen haben kann. Die Andrologie ist immer offen zur Kooperation und zur Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Disziplinen bereit. Denn ohne diese medizinische Gesamtschau ist eine adäquate Behandlung nicht nur von Fertilitätsstörungen oft nicht möglich.

Behandlungen & Therapien

Das Behandlungsspektrum der medizinischen Fachrichtung Andrologie ist ganz auf die Bedürfnisse von Männern und deren Fortpflanzungsorgane ausgelegt. Insbesondere spielen bei Diagnose und Therapie auch hormonelle und psychosoziale Aspekte eine wichtige Rolle. Denn längst nicht alle Störungen der männlichen Fortpflanzung sind tatsächlich organischen Ursprungs.

Augenscheinlich tritt dies bei der sogenannten erektilen Dysfunktion zu Tage, an der bis zu jeder dritte Mann über 50 Jahre in den westlichen Industrienationen leidet. Mit zunehmendem Alter lässt die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron in den Hoden nach. Auch bei entsprechendem sexuellen Stimulus bleibt eine Erektion oft aus. Bei jüngeren Patienten mit erektiler Dysfunktion liegen jedoch meist psychische Ursachen zugrunde. Gleichzeitig kann auch das Orgasmuserleben oder der Vorgang der Ejakulation selbst gestört sein.

Die Behandlung der erektilen Dysfunktion zieht sich oft über einen längeren Zeitraum und umfasst nicht selten auch eine mehrjährige Psychotherapie, die auch die Partnerin mit einbeziehen kann. Auch wenn es um Fragen der männlichen Verhütung geht, ist der Androloge der erste Ansprechpartner für den Mann. Das Verfahren der Wahl ist die Durchtrennung der Samenleiter, die sogenannte Vasektomie.

Andrologie ist die medizinische Wissenschaft der Männerheilkunde und umfasst Physiologie, Anatomie und Pathologie der männlichen Fortpflanzung.

Es handelt sich um einen in der Regel reversiblen Eingriff, die Zeugungsfähigkeit kann also zu einem späteren Zeitpunkt durch Rückverlegung wieder erlangt werden. Eine weitverbreitete andrologische Störung ist der Hypogonadismus. Durch Fehlbildung des Hodens ist die Testosteronbildung gestört, was weitreichende Auswirkungen auf Stimmung, Libido, kognitive Funktionen und Knochenstoffwechsel haben kann. Männliche Neugeborene mit Hodenhochstand, also Bauch- oder Leistenhoden, haben ein besonders stark ausgeprägtes Risiko für einen Hypogonadismus und eine damit in Verbindung stehende Unfruchtbarkeit.

Ein Testosteronmangel kann zwar heute mit einer Substitutionstherapie mittels Tabletten oder Gel weitgehend behoben werden. Die Testosteronersatztherapie ist aber heute nicht mehr erste Wahl bei einem Testosteronmangel wegen des signifikant erhöhten Karzinomrisikos. Auch bösartige Neubildungen der Harn- und Geschlechtsorgane werden von Andrologen diagnostiziert und therapiert. Bei älteren Männern stehen dann nicht mehr die Fragen der Fertilität von Männern, sondern Erkrankungen der Vorsteherdrüse, Prostata, im Vordergrund. Ein zu spät erkanntes Prostatakarzinom kann unbehandelt zum Tode durch Metastasierung führen, der Andrologie kommt daher auch eine wichtige Rolle in der Vorsorge und der Prävention zu.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

Ärzten für Männerheilkunde, Andrologen, steht, wie jeder anderen medizinischen Fachrichtung auch, das gesamte diagnostische ambulante und stationäre Spektrum zur Verfügung. Im Rahmen der urologischen Andrologie und Fortpflanzungsmedizin kommen jedoch einige fachspezifische Diagnostika zum Einsatz. Zu den wichtigsten andrologischen Diagnose- und Untersuchungsverfahren gehören bildgebende Verfahren und Hormonuntersuchungen des Blutes.

Beim ersten Kontakt zwischen Patient und Androloge wird nach der Anamnese typischerweise eine Ultraschalluntersuchung der Hoden und der Nebenhoden durchgeführt. Mit einem speziellen Ultraschallkopf lassen sich Gewebestruktur und Gewebeveränderungen in den Hoden schnell erkennen und, falls erforderlich, einer erweiterten Diagnostik zuführen. Parallel dazu kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, um den Testosteronspiegel und andere wichtige Hormone wie beispielsweise DHEA zu bestimmen. Auch ein Urinstatus gehört zur Standartuntersuchung in der andrologischen Sprechstunde.

So kann der Androloge entzündliche Veränderungen im Bereich der ableitenden Harnwege am besten diagnostizieren. Um eine Fertilitätsstörung besser eingrenzen zu können, bedient sich die Andrologie oft des sogenannten Spermiogramms als In-Vivo-Diagnostikum. Im Ejakulat des Mannes werden Zahl und Motilität der vorhandenen Spermien unter dem Lichtmikroskop untersucht. Zudem kann das Ejakulat auch auf seine chemisch-biologische Zusammensetzung untersucht werden.

In der Reproduktionsmedizin ist es außerdem möglich, die gewonnenen Spermien für eine spätere künstliche Befruchtung in flüssigem Stickstoff bei -196 Grad Celsius in einer Samenbank tiefzugefrieren. Wird aufgrund eines Hypogonadismus eine Testosteronersatztherapie durchgeführt, dann gehört auch das frühzeitige Erkennen von Kontraindikationen zu den Aufgaben des Andrologen. Bei speziellen andrologischen Fragestellungen kommen darüber hinaus humangenetische Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Denn viele sogenannte Chromosomenaberrationen können nicht nur zu einer eingeschränkten Fertilität, sondern auch zu einer Unterentwicklung der primären und sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale führen.

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Quellen

  • Finke, F., Piechota, H., Schaefer, R.M., Sökeland, J., Stephan-Odenthal, M., Linden, P.: Die urologische Praxis. Uni-Med, Bremen 2007
  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2014

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