Analgesie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Mit dem Begriff Analgesie wird in der Medizin das Ausschalten von Schmerzen beschrieben. Es handelt sich dabei um eine Schmerztherapie mit Hilfe einer Verringerung oder auch Unterbrechung der Erregungsleitung oder durch Medikamentengabe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Analgesie?

Die Analgesie bezeichnet in der medizinischen Fachsprache die Ausschaltung des Schmerzempfindens mit Hilfe von Medikamenten oder auch durch eine Schädigung von Zellen im zentralen oder peripheren Nervensystem.

Oft wird der Begriff auch als Synonym für den Begriff Anästhesie verwendet, allerdings werden bei der Analgesie nicht alle Empfindungen ausgeschaltet. Bestimmte Empfindungen, wie zum Beispiel die Berührungsempfindlichkeit, bleiben dem Patienten bei der Analgesie erhalten. Liegt eine Verletzung mit durchtrenntem, sensiblem Nervengewebe vor, wird mit der Analgesie in der Regel auch die Anästhesie verbunden. Somit erfolgt bei einer lokalen (örtlichen) Analgesie aufgrund der eingesetzten Medikamente im Prinzip auch eine Lokalanästhesie.

Medikamentöse Formen & Arten

Die bekannteste Form ist vermutlich die medikamentöse Analgesie. So kommen zur Schmerzbehandlung unter anderem nichtsteroidale Antirheumatika (NSAID) mit antientzündlicher und analgetischer Wirkung zum Einsatz. Zu diesen Medikamenten gehören zum Beispiel Wirkstoffe wie Ibuprofen, Metamizol oder Acetylsalicylsäure. Auch Paracetamol (nur analgetisch, nicht entzündungshemmend) ist vorbezeichneten Wirkstoffen ähnlich. Diese Medikamente werden zur Bekämpfung von leichten bis mittleren Schmerzen sowie bei der Behandlung von Entzündungen und Fieber eingesetzt.

Bei starken Schmerzen werden in den meisten Fällen morphinhaltige Analgetika (Opioide wie Codein, Fentanyl oder Tramadol) zur Unterdrückung herangezogen, wobei diese Wirkstoffe meist suchtauslösend sind und deshalb unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Auch so genannte Migränetherapeutika (z. B. Sumatriptan, Ergotamin), welche die zentralen Blutgefäße verengen sowie adjuvante Analgetika (z. B. Antidepressiva und Antiepileptika) fallen unter die medikamtöse Analgesie. Die Gabe der Analgetika kann je nach Behandlung in Form von Tabletten, Spritzen oder auch Pflastern erfolgen.

Therapeutische Formen & Arten

Die Analgesie bezeichnet in der medizinischen Fachsprache die Ausschaltung des Schmerzempfindens mit Hilfe von Medikamenten oder auch durch eine Schädigung von Zellen im zentralen oder peripheren Nervensystem.

Doch nicht nur Medikamente gehören in der Medizin zur Analgesie. Auch die physikalische Schmerztherapie mit ihrer einfachsten Form – der Ruhe bzw. Ruhigstellung des entsprechenden Körperteils – gehören zu dieser Behandlungsform.

Außerdem gehört in diesen Bereich auch die Förderung des Heilungsprozesses mit Hilfe von Bewegungstherapie oder Krankengymnastik sowie Massage oder auch Kälte- bzw. Wärmeanwendungen. Auch die Akupunktur fällt in diesen Bereich der medizinischen Behandlung, ebenso die elektrische Stimulation von anderen Reizrezeptoren, die dafür sorgt, dass der Schmerz vom Patienten geringer wahrgenommen wird.

Eine weitere Alternative zur medikamentösen Analgesie ist die Anwendung von Psychologie (z. B. autogenes Training, Hypnose, Suggestion). Im äußersten Notfall ist eine Schmerzbeendigung manchmal allerdings nur möglich, wenn in einer neurochirurgischen Behandlung die Nerven durchtrennt werden.

Nicht nur aus medizinischer Sicht gibt es die Analgesie als Unempfindlichkeit gegen Schmerzen. Es sind auch krankhafte Formen der Schmerzunempfindlichkeit bekannt. Diese werden entweder von einem angeborenen Defekt oder durch Verletzungen (z. B. Querschnittslähmung, Nervenverletzungen) hervorgerufen. So können unter anderem Mutationen am SCN9A-Gen oder auch das CIPA-Syndrom Ursache für eine krankhafte Analgesie sein.

Vorteile & Bedeutung

Inzwischen zeigen aktuelle Entwicklungen, dass eine patientengesteuerte Analgesie in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle spielt. So können Patienten mit chronischen Schmerzen eine Pumpe eingesetzt bekommen, über welche sie die Dosis der benötigten Analgetika selbst einstellen können.

Patienten wird so das Gefühl vermittelt, dass sie selbst Einfluss auf die bestehenden Beschwerden nehmen können und deshalb auch aus psychischer Sicht besser mit der Erkrankung umgehen lernen.

Die so genannte patientenkontrollierte Analgesie (PCA) bietet sowohl präoperativ, postoperativ als auch intraoperativ einige Vorteile im Klinikalltag. Die Schmerzlinderung kann ganz individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen der PCA sind dabei in der Regel sehr gering, wenn man sich die Nebenwirkungen der herkömmlichen Verfahren zur Schmerzlinderung genauer betrachtet. So kann durch diese Form der Analgesie dem Patienten vorzeitig Stress genommen werden, wodurch er schneller mobilisiert werden kann. Für die Genesung des Patienten ist die PCA mittlerweile von großer Bedeutung, denn nur ein guter Verlauf der Therapie kann auch dazu führen, dass die Schmerzen schnell gelindert werden.

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Quellen

  • Agarwal-Kozlowski, K.: Ganzheitliche Schmerztherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Striebel, H.W.: Therapie chronischer Schmerzen. Schattauer, Stuttgart 2002
  • Thomm, M. (Hrsg.): Schmerzmanagement in der Pflege. Springer, Berlin 2012

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