Analbeschwerden (Afterbeschwerden)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Oktober 2017
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Viele Menschen leiden bereits über lange oder kurze Zeit unter mehr oder weniger starken Beschwerden im Bereich des Afters. Aufgrund des Schamgefühls scheuen sie sich, den Gang zum Arzt vorzunehmen. Dies ist jedoch äußerst wichtig, um weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Analbeschwerden?

Hinter der Bezeichnung Analbeschwerden (Afterbeschwerden) verbergen sich unterschiedliche gesundheitliche Auffälligkeiten, die sich in der Körperregion des Afters und des Enddarms ausbilden. Analbeschwerden (Afterbeschwerden) treten in abweichenden Formen auf, die zum Teil recht heftig und quälend sein können.

Neben belastenden Erscheinungen wie Juckreiz, Hautbrennen und anderen schmerzhaften Wahrnehmungen kann blutiger Stuhl auftreten. Darüber hinaus leiden viele Betroffene unter nässenden Beeinträchtigungen und intensiven Beschwerden beim Absetzen von Stuhl. Im Rahmen der ärztlichen Diagnostik beschränken sich die Untersuchungen auf die Bereiche des etwa 2 bis 7 cm langen Analkanal.

Grundsätzlich werden Analbeschwerden (Afterbeschwerden) in der medizinischen Fachsprache als Proktalgien bezeichnet und gleichsam Hinweis auf verschiedene andere Erkrankungen sein.

Ursachen

Die Ursachen und Auslöser für Analbeschwerden (Afterbeschwerden) sind recht vielgestaltig und können auch mit anderen Organsystemen in Verbindung stehen. Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang wie andauernder Durchfall oder Verstopfung durch eine ungesunde Ernährungsweise, eine akute oder chronische Magen-Darm-Erkrankung oder eine unzureichende Sauberkeit im Intimbereich können zu Analbeschwerden (Afterbeschwerden) führen.

Darüber hinaus leiden viele Menschen unter Hämorrhoiden, welche sich in ganz spezifischen Beschwerdebildern äußern. Weitere Ursachen für die Analbeschwerden (Afterbeschwerden) können Blutgerinnsel am Anus als Verursacher für eine Analvenenthrombose sein. Außerdem sind einige Menschen von den Analbeschwerden betroffen, weil sie unter einem Analekzem leiden, welches zu den charakteristischen juckenden Beeinträchtigungen beiträgt.

Treten die Analbeschwerden (Afterbeschwerden) aufgrund entzündlicher Vorgänge des Mastdarms auf, dann handelt es sich um eine Proktitis. Besonders schmerzhaft sind Fissuren, mikrokleine Einrisse am After, die durch mechanischen Einwirkungen entstehen können. Analfisteln und Analkrebs gelten ebenfalls als Ursachen für Analbeschwerden (Afterbeschwerden).

Krankheiten mit diesem Symptom

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Verlauf

Der Krankheitsverlauf der Analbeschwerden (Afterbeschwerden) ist dadurch gekennzeichnet, dass die örtlich begrenzten Symptome zu Beginn erst in geringem Maße auftreten und ab und an wieder verschwinden. Erfolgt keine Behandlung, nehmen die Beschwerden zu und werden häufig so stark, dass eine Untersuchung beim Arzt unausweichlich ist.

Kleinere Symptome wie Juckreiz lassen sich meist zu Beginn selbst behandeln, indem pflegende Cremes und eine schonenden Intimhygiene durchgeführt wird. Verbessert sich der Zustand jedoch nicht oder werden die Symptome sogar stärker, sollte der Facharzt konsultiert werden.

Komplikationen

Bei Analbeschwerden kann es zu diversen Komplikationen kommen. Werden Symptome wie Jucken am Po, Blut im Stuhlgang oder ähnliches nicht frühzeitig behandelt, treten beispielsweise Analfissuren, also schmerzhafte Einrisse in der Schleimhaut des Afters auf, die sich im weiteren Verlauf zu chronischen Hämorrhoiden entwickeln.

Juckreiz am After kann zu starken Komplikationen beim Stuhlgang führen und beeinflusst daneben auch das allgemeine Wohlgefühl negativ. Mögliche Folgen sind außerdem Durchfall, Darmgeschwüre und Koprostase (Kotstau) bis hin zum Darmverschluss. Außerdem tritt bei längerer Nichtbehandlung oft eine Bindegewebsschwächen, eine so genannte Perineumabsenkung auf. Unbehandelte Analbeschwerden führen letztlich zu Stuhlinkontinenz, Ischurie und anderen Folgeerkrankungen. Bei der Behandlung von Analbeschwerden kann es je nach zugrunde liegender Erkrankung ebenfalls zu Verletzungen am Darm oder After und anderen Komplikationen kommen.

Beispielhaft sind hier Blutungen, Infektionen oder undichte Nähte, die bei Nichtbehandlung zu einer Entzündung des Darms oder des Bauchfells führen. Nach der Behandlung von Analbeschwerden – sei es durch eine Operation oder durch Medikamente – kann es zu Verdauungsproblemen kommen. Durchfall, Magenschmerzen und Übelkeit sind häufige Komplikationen, doch auch dauerhafte Nervenschädigungen können aus einer Behandlung resultieren. Da der Analbereich aufgrund seiner Lage und Beanspruchung nur langsam genest, ist bei Analbeschwerden aller Art in jedem Fall eine umfassende Nachbehandlung und Therapie zu empfehlen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Begriffe Analbeschwerden beziehungsweise Afterbeschwerden fassen Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten im Bereich des sogenannten Analkanals zusammen. Beim Analkanal handelt es sich um den letzten Darmabschnitt zwischen Enddarm und After. Analbeschwerden sind Betroffenen häufig peinlich und schambesetzt, weswegen sie Arztbesuche gern versuchen zu vermeiden. Wann kann bei Afterbeschwerden mit dem Arztbesuch zunächst gewartet werden und wann ist anzuraten, bei Analbeschwerden umgehend einen Arzt aufzusuchen?

Ist klar erkennbar, dass Afterbeschwerden wie beispielsweise Blutungen nach einer mechanischen Beanspruchung aufgetreten sind, ist deswegen noch kein Arztbesuch erforderlich. Oft löst harter Stuhlgang Analblutungen aus, außerdem Verstopfung oder Durchfall. Eine andere häufige Ursache sind jedoch Hämorrhoiden. Hier gilt für die Behandlung: je früher, desto besser.

Am Anfang können noch spezielle Salben helfen; im fortgeschrittenen Stadium bleibt oft nur die chirurgische Entfernung der Hämorrhoiden. Ebenfalls dringend behandlungsbedürftig sind Analbeschwerden in Form von Darmgeschwüren, Analfissuren und Schleimhauteinrissen. Stets ist auch an das zwar seltenere, aber dennoch nicht auszuschließende Analkarzinom zu denken.

Als behandelnde Ärzte kommen für Afterbeschwerden beziehungsweise Analbeschwerden neben dem Hausarzt verschiedene Fachärzte infrage: Allgemeinmediziner, Proktologen, Urologen, Gynäkologen, Dermatologen, Onkologen sowie Chirurgen.

Behandlung & Therapie

Grundsätzlich werden Analbeschwerden in der medizinischen Fachsprache als Proktalgien bezeichnet und können gleichsam Hinweis auf verschiedene andere Erkrankungen sein.

Welche der Form der Therapie der Arzt wählt, ist abhängig vom Beschwerdebild und dem Ausmaß der Symptome. Grundsätzlich lassen sich alle Analbeschwerden (Afterbeschwerden) wirksam behandlen. Sowohl lokal wirkende Medikamente wie Salben, Cremes und Zäpfchen, die häufig neben Einläufen verordnet werden, sind gleichsam eine Umstellung der Ernährungsweise und eine verbesserte Intimhygiene wichtige Behandlungselemente.

Weiterhin werden Arzneistoffe verordnet, die den Juckreiz eindämmen, Schmerzen und Entzündungen im Analbereich lindern. Recht angenehm und heilsam sind gleichsam wohltuende Sitzbäder.

Um Hämorrhoiden als Analbeschwerden (Afterbeschwerden) zu behandeln, hat der Arzt unterschiedliche Möglichkeiten. Neben einem leichten operativen Eingriff, der zur Verödung der Hämorrhoiden führt, können diese Eingriffe gleichsam genutzt werden, um bösartige Tumore am After zu entfernen.

Starke mechanische Einwirkungen auf den After und damit verbundene Analbeschwerden (Afterbeschwerden) können vermieden werden, wenn entsprechende Sexualpraktiken schonend durchgeführt werden, weiches Toilettenpapier benutzt wird und eine regelmäßige Intimhygiene gewährleistet ist.

Aussicht & Prognose

Analbeschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. In Deutschland kommen sie oft vor. Die Heilungschancen sind sehr groß, da die Prognosen oftmals nicht so schlimm sind, wie es sich die betroffenen Patienten am Anfang vorstellen.

Hinter Analbeschwerden stecken vielfach Probleme bein Stuhlgang oder auch Pflegeprodukte, die nicht gut vertragen werden. Letzteres deutet auf eine mögliche allergische Reaktion auf diese Produkte hin. Zu wenig Bewegung kann ebenfalls dazu führen, dass man über einen längeren Zeitraum an Analbeschwerden leiden muss.

Die Prognosen für eine Heilung stehen gut. Der Arzt empfiehlt oft eine Umstellung auf mehr Bewegung und gesündere Ernährung auszuprobieren. Sollte sich dennoch keine Besserung einstellen, muss mit anderen Mitteln gearbeitet werden.

Wenn der Patient mit Jucken zu kämpfen hat, wird zusätzlich eine Wundsalbe verschrieben. Diese soll davor schützen, die betroffenen Stellen aufzukratzen, sodass der Heilungsprozess wirklich positiv ausgeht. Sollten die Beschwerden über einen längeren Zeitraum nicht vergehen, sollte man unverzüglich einen Arzt kontaktieren, da es sich hierbei um eine tiefgründige Krankheit handeln könnte.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung gegen Analbeschwerden (Afterbeschwerden), die insbesondere im Rahmen der Proktalgien, der schmerzhaften Beschwerden beim Stuhlgang auftreten, können mehrere Möglichkeiten empfohlen werden. Neben einer gewissen Regelmäßigkeit des Stuhlgangs ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr günstig, um hartem Kot vorzubeugen.

Auch eine ballaststoffreiche Ernährung beugt Verstopfungen vor. Verschiedene Produkte der pharmazeutischen Industrie helfen darüber hinaus, den unangenehmen Analbeschwerden (Afterbeschwerden) im Zusammenhang mit der Entstehung von Hämorrhoiden vorzubeugen. In der Regel handelt sich um gelartige Substanzen, die das Absetzen von Stuhl ohne mechanische Einwirkungen auf den After ermöglichen.

Eine weitere prophylaktische Maßnahme gegen Analbeschwerden (Afterbeschwerden) sind der Einsatz sanfter und parfümfreier Waschsubstanzen sowie Feuchttücher für eine intensive Reinigung der Analgegend nach dem Toilettengang.

Das können Sie selbst tun

Wegen der vielfältigen Ursachen von Afterjucken bleibt eine allgemeine Hilfestellung auf die Linderung der Symptome beschränkt. Mechanische Reizung durch übertriebene Hygiene gehört zu den häufigeren Katalysatoren eines juckenden Afterleidens. Hier gilt es, das individuell richtige Maß zu finden. Regelmäßige Säuberung des Afters von Stuhlrückständen mit klarem Wasser reduziert die Anfälligkeit einer Überreaktion des umliegenden Gewebes. Ohne gründliche Reinigung können zurückbleibende Exkremente, abhängig von ungünstiger Ernährung mit scharfen Gewürzen, schnell Irritationen hervorrufen.

Auch ohne direkten Drang zum Toilettengang kann eine gelegentliche Prüfung des Afters etwa zur Morgenstunde nach dem Erwachen sinnvoll sein. Durch unbewusstes Pressen oder Blähungen können flüssige Reste herausgetragen werden. Schmerzlindernde Cremes können nach ärztlicher Anweisung quälendes Brennen ebenso mindern und so die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen. Hämorriden beeinträchtigen bei ungünstiger Lage die Funktion des Schließmuskels und lassen diesen undicht werden. Eine ballaststoffreiche Ernährung hilft den Stuhlgang geschmeidig zu halten und den Rückgang der gefüllten Blutbläschen im Afterbereich zu beschleunigen. Im Falle von Durchfall helfen hingegen eindickende Nahrungsmittel, die Sekrete am vorzeitigen Abfließen hindern. Entzündungen durch Schweißexposition und scheuernde Kleidung reduzieren sich durch Einschränkung von sportlichen Tätigkeiten.

In seltenen Fällen ist auch an eine allergische Reaktion mit Unterwäsche oder durch die Inhaltsstoffe von parfümierten Feuchttüchern zu denken. Der Wechsel der entsprechenden Produkte kann dann Abhilfe verschaffen. Ist ein klares Hautekzem in der Afterumgebung sichtbar, kommt der Hefepilz Candida albicans als möglicher Verantwortlicher in Frage. Eine konsequent zuckerarme Diät hilft einer übermäßigen Ausbreitung im Darm entgegenzuwirken.

Bücher über Hämorrhoiden & Analbeschwerden

Quellen

  • Brühl, W., Wienert, V., Herold, A.: Aktuelle Proktologie. Uni-Med, Bremen 2011
  • Herold, G., et al.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Winkler, R., Otto, P., Schiedeck, T.: Proktologie. Thieme, Stuttgart 2011

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