Amorolfin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Mit dem Antimykotikum Amorolfin lassen sich dermatologische Pilzerkrankungen behandeln. Der Wirkstoff ist als Lack zur Behandlung von Nagelpilz sowie als Creme gegen Hautpilz erhältlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amorolfin?

Amorolfin dient zur Behandlung verschiedener Pilzinfektionen an Haut und Nägeln. Darunter fallen Dermatophyten, Hefepilze sowie Schimmelpilze. Typische Pilzerkrankungen, bei denen Amorolfin erfolgreich ist, sind:

Der Wirkstoff ist rezeptfrei als Spezial-Nagellack mit einer Amorolfin-Konzentration von 5 % sowie als verschreibungspflichtige Creme im Handel erhältlich. Die Nagellacke werden von den Firmen Aliud (Amorolfin AL), Stada und Ratiopharm vertrieben, die Creme als Loceryl Creme vom Hersteller Galderma Laboratorium.

Pharmakologische Wirkung

Amorolfin zählt zur Wirkstoffgruppe der Fungizide, welche auch als Antimykotika oder Antipilzmittel bezeichnet werden. Das Arzneimittel Amorolfin bekämpft mit seiner fungistatischen bis fungiziden Wirkung Pilzerkrankungen der äußeren unbehaarten Hautpartien - insbesondere Rumpf, Leistenbeugen, Füße - sowie der Nägel.

Bei diesen Pilzerkrankungen handelt es sich um Dermatophyten, dimorphe Pilze sowie Hefen. Kurz gesagt stört Amorolfin dabei den normalen Aufbau dieser Pilze und behindert so ihre Lebensfähigkeit. Ausführlicher lässt sich feststellen, dass Amorolfin die D14-Reduktase sowie die D7-D8-Isomerase inhibiert. Dadurch sammelt sich in der Zellmembran der Pilze vermehrt Ignosterol, das das Wachstum der Pilze hemmt.

So wirksam sich Amorolfin erweist, beschränkt sich dieser Effekt auf die vom Pilz befallenen Hautpartien. Von intakter Haut wird der Wirkstoff kaum aufgenommen. Es lassen sich höchstens geringe Nebenwirkungen wie Brennen, Rötung oder Juckreiz beobachten. Ebenso problemlos lässt sich bei Nagelpilz der Nagellack gegen Onychomykosen verwenden. Er dringt tief in die betroffenen Nägel ein, womit er die Pilze hervorragend abtötet, doch die Nagelstruktur nicht schädigt.

Die möglicherweise während des Gebrauchs von Nagellack mit Amorolfin auftretenden Nagelverfärbungen stellen lediglich eine vorübergehende ästhetische Beeinträchtigung dar.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Der Wirkstoff ist als Lack zur Behandlung von Nagelpilz sowie als Creme gegen Hautpilz erhältlich.

Amorolfin wird direkt lokal bei Haut- und Nagel-Mykosen auf die betroffenen Hautstellen beziehungsweise Nägel aufgetragen. Für die Haut ist der Wirkstoff in einer Creme und für die Nägel als spezieller Nagellack rezeptfrei erhältlich.

Das Medikament Amorolfin wirkt gegen Pilzinfektionen der Haut an Rumpf und Leistenbeugen sowie gegen andere Infektionen der Haut durch Candida-albicans-Hefepilze, gegen Fußpilz und gegen Nagelpilzerkrankungen, auch als Onychomykosen bekannt. Die Therapie mit Amorolfin führt zu einer Wachstumshemmung bis Abtötung der Pilze, indem der Wirkstoff die Pilze daran hindert, spezielle Stoffe herzustellen, die zum Überleben und für die Vermehrung der Pilze unverzichtbar sind.

Der rezeptfreie Amorolfin enthaltende Nagellack kann ärztlich verordnet werden, eignet sich aber auch sehr gut zur Selbstmedikation. Zu beachten ist, dass die Nagelmykose maximal 80 % der gesamten Nagelfläche ausmachen darf. Sonst ist zu einer anderen Therapie zu greifen und unbedingt ärztlicher Rat einzuholen. Der aufgetragene Nagellack dringt tief in den Nagel ein und zeigt eine starke und lang anhaltende Wirkung. Es genügt meistens, den Lack nur einmal wöchentlich aufzutragen.

Vor dem Auftragen neuen Lacks sind alte Lackreste mit Isopropanoltupfern zu entfernen. Verdickte Reste lassen sich am besten per Einwegfeile beseitigen. Da die Zehennägel an den Füßen langsam wachsen, ist Amorolfin-Nagellack über einen längeren Zeitraum zu verwenden. Üblich sind 6 bis 7 Monate, in einigen Fällen auch ein ganzes Jahr. Als ästhetisch zu bewertende Nebenwirkung kann eine Nagelverfärbung unter der Behandlung mit Amorolfin-Nagellack auftreten.

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Risiken & Nebenwirkungen

Aufgetragen auf pilzbefallene äußere unbehaarte Hautpartien erbringt Amorolfin eine ausgezeichnete Effizienz. Gelegentlich treten leichte Beeinträchtigungen auf wie Brennen, Rötung oder Juckreiz. Kontaktekzeme sind ebenfalls möglich. Sehr selten kommt es zur Entwicklung von Bläschen auf der behandelten Hautstelle. Von gesunder Haut wird Amorolfin kaum resorbiert.

Neben den bereits erwähnten möglichen Nebenwirkungen von Antipilz-Behandlungen mit Amorolfin bestehen auch ein paar Kontraindikationen. So darf es nicht verwendet werden bei:

  • Hyposensibilität gegenüber Amorolfin
  • stark verletzter oder entzündeter Haut
  • Kunstnägeln
  • Säuglingen und Kleinkindern
  • Schwangeren und Stillenden

Zu beachten ist außerdem, dass die Kombination von Amorolfin mit weiteren Antimykotika die Wirkung summieren kann.

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