Amodiaquin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Amodiaquin ist ein Wirkstoff, der zur Therapie der Malaria verwendet wird. Es wird als Mono- und Kombinationspräparat insbesondere gegen die Malaria tropica eingesetzt, die durch den einzelligen Parasiten Plasmodium falciparum ausgelöst wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amodiaquin?

Amodiaquin ist ein aromatischer Kohlenwasserstoff. Es gehört zu der Gruppe der 4-Aminocholine und ist eng mit dem Wirkstoff Chloroquin verwandt. Genauso wie Chloroquin wird auch Amodiaquin gegen Malaria, speziell Malaria tropica, eingesetzt.

Malaria tropica wird durch den einzelligen Parasiten Plasmodium falciparum verursacht und ist eine der bedeutsamsten Infektionskrankheiten weltweit. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) berichtet für das Jahr 2008 von 243 Millionen Erkrankten und von weit über 800.000 Todesfällen. Das Hauptverbreitungsgebiet der Malaria liegt im tropischen Afrika, aber auch Asien und Südamerika sind betroffen.

Amodiaquin wurde früher unter dem Handelsnamen Camoquin® in Europa und den USA vertrieben. Dort ist es allerdings nicht mehr im Handel, sondern wird nur noch in den Gebieten mit hohem Malariavorkommen verwendet. Der Wirkstoff ist verschreibungspflichtig.

Pharmakologische Wirkung

Die pharmakologische Wirkungsweise des Amodiaquins entspricht dem des bekannteren Wirkstoffs Chloroquin. Beide Substanzen greifen in den Vermehrungszyklus des Malariaerregers Plasmodium falciparum ein.

Diese einzelligen Parasiten leben vorwiegend in den roten Blutkörperchen des Menschen und werden durch Stechmücken übertragen. Sticht eine mit Plasmodien infizierte Anophelesmücke einen Menschen, so dringen die Erreger zunächst in die Leber ein. Es beginnt die sogenannte „Leberphase“. In der nächsten Phase gehen die Parasiten in das Blut über und wandern in die roten Blutkörpcherchen (Erythrozyten).

In dieser „erythrozytären Phase“ setzt die Wirkung des Amodiaquins an. Die Substanz hemmt die Kristallisierung von Hämozoin. Dieses entsteht, wenn die Malariaerreger das Hämoglobin in den Erythrozyten abbauen. Kann das Hämozoin nicht kristallisiert werden, kann der Erreger daraus keine Proteine für seinen Stoffwechsel gewinnen und stirbt ab.

Früher war Chloroquin das Mittel der Wahl bei Malaria und wurde vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren eingesetzt. Heute sind jedoch fast alle Stämme von Plasmodium falciparum gegen Chloroquin resistent. Dadurch gewann der Wirkstoff Amodiaquin an Wichtigkeit, der auch bei Chloroquin-resistenten Parasiten Wirksamkeit zeigt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Amodiaquin ist ein Wirkstoff, der zur Therapie der Malaria verwendet wird.

Amodiaquin wird gegen den Erreger Plasmodium falciparum eingesetzt. Dieser verursacht die Malaria tropica, die als gefährlichste Form der Malaria gilt. Bei der Malaria tropica unterscheidet man zwischen dem komplizierten und unkomplizierten Verlauf. Bei einer komplizierten Malaria tropica sind das zentrale Nervensystem oder die Nieren mit beteiligt.

Es kann auch zu anderen Organkomplikationen kommen. Diese Form der Malaria ist immer ein Notfall und muss intensivmedizinisch betreut werden. Amodiaquin eignet sich nur für die Behandlung der unkomplizierten Malaria tropica. Amodiaquin gehört zu den Medikamenten, die auch bei Erregern gut wirken, die gegen andere Substanzen resistent sind. In letzter Zeit testen Forscher zunehmend den Einsatz von Amodiaquin in Kombinationspräparaten. Zum Beispiel wird es mit dem Wirkstoff Artesunat kombiniert, gegen den ebenfalls noch kaum Resistenzen vorliegen.

Erste Daten zeigen, dass der Wirkstoff Amodiaquin in Kombination mit Artesunat gut wirksam und verträglich ist. Die Hauptindikation für die Anwendung von Artesunat / Amodiaquin liegt in der Therapie der unkomplizierten Malaria tropica. Die Wirkstoffkombination kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der entsprechende Plasmodium-Stamm gegen die Standardmedikamente resistent ist.

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Risiken & Nebenwirkungen

Amodiaquin sollte nur kurzfristig angewendet werden. Bei längerer Einnahme führen Abbauprodukte des Medikaments zu Leberschäden und Störungen im blutbildenden System. Aufgrund der schweren Nebenwirkungen wurden Amodiaquin-Monopräparate in Europa und in den USA von Markt genommen.

Wegen seines geringen Preises und der guten Wirksamkeit auf Chloroquin-resistente Plasmodien wird es in außereuropäischen Ländern jedoch noch häufig verwendet. In neuen Präparaten wird das Amodiaquin oft in Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt, zum Beispiel mit Artesunat.

In diesen Kombipräparaten kann das Amodiaquin niedriger dosiert werden. Bisher wurden bei diesen Medikamenten keine schweren Nebenwirkungen beobachtet. Amodiaquin sollte nie bei Menschen eingesetzt werden, bei denen bereits eine Lebererkrankung oder Nierenschäden vorliegen.

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