Ammoniumbituminosulfonat

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Bei Ammoniumbituminosulfonat handelt es sich um ein Antiphlogistikum, das in der Behandlung von Hauterkrankungen Verwendung findet. Das Mittel ist in Form einer schwarzen Salbe und als Lösung auf die zu behandelnde Hautstelle aufzutragen. Medikamente mit Ammoniumbituminosulfonat sind apothekenpflichtig und rezeptfrei.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ammoniumbituminosulfonat?

Ammoniumbituminosulfonat ist ein Naturprodukt. Es ist auch unter der Bezeichnung Ichthyol bekannt und wird aus schwefelreichen und fossile Fischrelikte enthaltenden Ölschiefern durch trockene Destillation gewonnen.

Im nächsten Verarbeitungsschritt - Sulfonierung und anschließende Neutralisation einzelner Ölfraktionen des rohen Schieferöls - entsteht Ammoniumbituminosulfonat, und zwar als Sulfonatsalz in einer wässrigen Lösung. Das Naturerzeugnis Ammoniumbituminosulfonat ist ein Gemisch aus vielen Komponenten. Anders als Teere enthält Ammoniumbituminosulfonat nur geringe Spuren prozyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe.

Mit Ammoniumbituminosulfonat lassen sich Hauterkrankungen wie Ekzeme, Furunkel, Akne und Schuppenflechte therapieren. Außerdem hat es sich als hilfreich bei entzündlichen rheumatischen Beschwerden erwiesen. Meistens kommt der Wirkstoff als Zugsalbe in 10-, 20- sowie 50-prozentiger Konzentration zum Einsatz. Den positiven dermatologischen Effekt von Ammoniumbituminosulfonat entdeckte der deutsche Arzt Paul Gerson Unna.

Die Handelsnamen der hieraus hergestellten Monopräparate lauten Ichtholan®, Thiobitum®, Ichthyol® und Ichtho-Bad®. Als Kombinationspräparat ist Ammoniumbituminosulfonat zum Beispiel unter den Namen Aknederm®, Aknemycin® und Hewelsymphon® im Handel.

Charakteristisch für die Ammoniumbituminosulfonat-Salbe ist ein teerartiger Geruch. Bei Verwendung kann es zu schwarzen Verfärbungen der Wäsche kommen.

Pharmakologische Wirkung

Bei Ammoniumbituminosulfonat handelt es sich um ein Antiphlogistikum, das in der Behandlung von Hauterkrankungen Verwendung findet.

Ammoniumbituminosulfonat wirkt entzündungshemmend und zählt somit zu den Antiphlogistika. Außerdem wirkt es antibakteriell, antiseborrhoisch, antiekzematös, antipruriginös, antimyzetisch und durchblutungsanregend.

Ammoniumbituminosulfonat hemmt die Hyaluronidase, die Talgdrüsensekretion, die Leukozytenmigration und die Freisetzung von chemotaktischen Faktoren aus den Granulozyten. Außerdem vermindert es die Schuppenbildung, indem es die Zellproliferation reduziert. Hochkonzentriert angewendet kann es eine leichte Hautreizung hervorrufen.

Der Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat setzt sich aus verschiedenen organischen Substanzen zusammen. Hiervon sind insbesondere Aromate wie Phenol effektiv. Sie wirken antibakteriell, dämmen die Talgdrüsensekretion ein und hemmen tieferliegende Entzündungen von Muskeln und Gelenken. Ammoniumbituminosulfonat setzt sich aus kurzkettigen und langkettigen Molekülen zusammen. Dank seiner kurzkettigen Moleküle überwindet es die Hautbarriere, bekämpft das inflammatorische Geschehen und wirkt aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung auch schmerzlindernd.

Die langkettigen Moleküle wiederum führen zu einem osmotischen Druckgefälle auf der Hautoberfläche. Der so entstehenden Zugwirkung gelingt es fast immer, Eiteransammlungen zur Hautoberfläche zu transportieren, wodurch Abszesse rascher abheilen. Ebenfalls vermindert die Zugwirkung Gelenkergüsse und Schwellungen bei Faser- und Gelenkentzündungen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Der entzündungshemmende Arzneistoff Ammoniumbituminosulfonat lässt sich zur Therapie verschiedener inflammatorischer Haut-, Muskel- und Gelenkleiden einsetzen:

Daneben ist Ammoniumbituminosulfonat empfehlenswert zur Therapie entzündlicher rheumatischer Erkrankungen wie:

Ammoniumbituminosulfonat ist als Salbe und als Lösung erhältlich, wobei die Anwendung als Salbe bevorzugt stattfindet.

Der Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat kann per Zugkraft der Salbe Eiteransammlungen aus tiefer gelegenen Hautschichten an die Hautoberfläche holen. Seine entzündungshemmende Wirkung verringert zusätzlich Schmerzen. Die typischen Beschwerden von Akne beispielsweise lindert Ammoniumbituminosulfonat sehr effektiv, indem es den Verstopfungen der Talgdrüsenausführungsgänge entgegenwirkt, die dort angesiedelten Bakterien bekämpft und die Weiterentwicklung zu Furunkeln verhindert. Ammoniumbituminosulfonat wirkt desinfizierend und hauterweichend.

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Risiken & Nebenwirkungen

Außer gelegentlich möglichen lokalen Hautreaktionen wie Hautausschlag, Rötung, Juckreiz oder Brennen verursacht Ammoniumbituminosulfonat keine Irritationen der Haut.

Da es schleimhautreizend ist, soll der Kontakt mit den Augen vermieden werden. Ebenso darf es nicht in offene Wunden gelangen. Ammoniumbituminosulfonat ist kontraindiziert bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Zubereitungen aus Schieferölen sowie bei Schwangeren und Stillenden ab einer Wirkstoffkonzentration von 20 %.

Kinder unter 14 Jahren sollte Ammoniumbituminosulfonat nur in geringeren Konzentrationen von 10 % bis maximal 20 % verabreicht werden, da ihre Haut besonders sensibel reagiert. Da Ammoniumbituminosulfonat die Aufnahme weiterer Substanzen in die Haut fördert und deren Wirkung verstärkt, sollte dieser Wirkstoff nicht parallel mit anderen Arzneimitteln für die Haut verwendet werden.

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