Amitriptylin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Amitriptylin zählt zu den Antidepressiva der ersten Stunde, das seit Anfang der 1960er Jahre auf dem Markt ist. Es wird vorwiegend bei Depressionen, die mit Angststörungen einhergehen, verabreicht. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Schmerztherapie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amitriptylin?

Das Antidepressivum Amitriptylin wurde 1960 erstmals hergestellt und zwei Jahre später auf dem Markt eingeführt. Bis zur Einführung der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer war Amitriptylin das weltweit meist verordnete Antidepressivum.

Und auch heute zählt dieser Wirkstoff nach wie vor zu den Psychopharmaka, die in Deutschland am häufigsten verordnet werden. Es handelt sich bei Amitriptylin um ein trizyklisches Antidepressivum, das mit drei anellierten Ringen eine charakteristische chemische Struktur auf weisen. Verordnet wird das Präparat, das als Stimmungsaufheller bekannt ist, in erster Linie bei psychischen Beschwerden, bei welchen Ängste oder eine schlechte Stimmung im Vordergrund stehen.

Amitriptylin besitzt darüber hinaus eine dämpfende Wirkung auf die Psychomotorik der Patienten. Verabreicht wird das Präparat deshalb auch bei Schlafstörungen, die häufig zu den Symptomen einer Depression gehören.

Pharmakologische Wirkung

Wie alle trizyklischen Antidepressiva wirkt auch Amitriptylin auf den Stoffwechsel des Gehirns ein, indem es in den Nervenzellen die Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin, Dopamin und Serotonin hemmt.

Dies soll den Mangel an Botenstoffen, der für depressive Patienten charakteristisch ist, ausgleichen. Denn die Botenstoffe erfüllen insofern eine wichtige Rolle im Gehirnstoffwechsel, als sie sämtliche Nervenreaktionen steuern. Üblicherweise sitzen die Botenstoffe in kleinen Bläschen an den Enden der Neuronen, wo sie ausgeschüttet werden, sobald der Nerv erregt wird. Dadurch gelangen die Botenstoffe an die Rezeptoren anderer Nervenzellen und geben den Reiz weiter. Anschließend werden die Botenstoffe durch Enzyme abgebaut oder über ein spezielles Transportsystem an den ursprünglichen Speicher zurückgeleitet.

Amitriptylin besetzt die Rezeptoren der Botenstoffe, wodurch der Gehirnstoffwechsel verändert wird. Darüber hinaus verhindert der Wirkstoff den Rücktransport der Botenstoffe. Dadurch können diese länger am Wirkort bleiben, wodurch sich ihre Wirksamkeit erhöht. Auf diese Weise können durch Amitriptylin Spannungs- und Angstzustände gelöst und depressive Stimmungen aufgehoben werden.

Auch der Zustand chronischer Schmerzpatienten lässt sich verbessern. Denn auch hier liegt die Ursache häufig in einer gestörten Verarbeitung von Schmerzsignalen im Gehirn, wobei der Botenstoff Serotonin eine Schlüsselrolle spielt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Amitriptylin wird vorwiegend bei Depressionen, die mit Angststörungen einhergehen, verabreicht.

Verschiedene Präparate mit dem Wirkstoff Amitriptylin können wegen ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung grundsätzlich gegen alle Formen von Depressionen verabreicht werden. Bevorzugt werden sie bei Formen von Depressionen eingesetzt, die mit Unruhegefühlen und Angst einhergehen.

Weil gerade bei psychischen Erkrankungen oft nicht eindeutig zu klären ist, welches Symptom die Ursache und welches die Folge ist, wird Amitriptylin auch bei Angststörungen verabreicht. Denn diese können sich negativ auf die Stimmung auswirken, wodurch sich Symptome zeigen, die auch mit einer Depression verbunden sein können. Weil das Präparat generell eine beruhigende Wirkung hat, wird Amitriptylin außerdem bei krankhaften und chronischen Schlafstörungen verabreicht. Wegen der beruhigenden Wirkung, die das Präparat bei allen Indikationen zeigt, sollte es grundsätzlich abends eingenommen werden.

Ein weiteres Anwendungsgebiet für Amitriptylin sind chronische Schmerzen. Denn diese haben in vielen Fällen ebenfalls eine psychische Komponente. Dabei wird mit dem Wirkstoff eine relativ breite Bandbreite von Schmerzen abgedeckt, von leichten bis hin zu sehr starken Schmerzen. Typische Beispiele von Anwendungen bei Schmerzpatienten sind die Behandlung von Kopfschmerzen bei Migräne-Patienten oder die Schmerzen am Bewegungsapparat, unter welchen Fibromyalgie-Patienten leiden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Patienten, die das Präparat verabreicht bekommen klagen sehr häufig über Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Schwindel, Müdigkeit, Störungen im Herz-Kreislauf-System, Kopfschmerzen, Gereiztheit, Sprachstörungen sowie Gewichtszunahme. Ein Durstgefühl, innere Unruhe, Geschmacksstörungen oder Konzentrationsmangel zählen ebenso zu den häufigen Nebenwirkungen wie ein Verlust der Libido.

Gelegentlich können Nebenwirkungen wie Bluthochruck, Durchfall oder Veränderungen des Blutbildes auftreten. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von weiteren möglichen Nebenwirkungen. Deshalb sollte die etwa zweiwöchige Einstellung auf das Präparat unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Denn bei zu starken Nebenwirkungen muss gegebenenfalls auf ein anderes Präparat ausgewichen werden. Zudem sollten die Nebenwirkungen größtenteils abklingen, sobald die Einstellungsphase abgeschlossen ist. Auch die Entwöhnung beim Absetzen des Präparats sollte langsam und stufenweise erfolgen.

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