Aminomethylbenzoesäure

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Die Aminomethylbenzoesäure wird als Wirkstoff zur Gerinnung von Blut verwendet. Ihr kommt somit bei Massivblutungen ein hoher Wert zu. Auch bei den sich daraus ergebenden Folgeerscheinungen kann das Medikament eingesetzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Aminomethylbenzoesäure?

Beim Auftreten von Wunden und den damit einhergehenden Blutungen sollte der Organismus zur Selbsthilfe fähig sein. In diesen Fällen würde sich das sogenannte Plasmin bilden, das an der Gerinnung von Blut beteiligt ist. In einigen akuten und chronischen Ausgangslagen kann der Körper zur Produktion dieses Enzyms aber nicht mehr bereit sein.

Notwendig ist es daher, die Blutung durch ein Medikament zu hemmen. Hierbei wird häufig auf die Aminomethylbenzoesäure abgestellt. Ihre Verabreichung erfolgt oral in Form von Tabletten und Kapseln. Etwa 60 bis 120 Minuten nach der vorbeugenden Einnahme vollzieht sich die Wirkung, die ihrerseits für rund fünf Stunden anhält. Diese Zeit genügt regelmäßig zur Stillung auch stärkerer Blutungen sowie zur Gerinnung des Blutes. Die spätere Ausscheidung erfolgt nahezu rückstandsfrei über die Nieren. Bis auf kleinere Nebenwirkungen wird das Medikament zumeist auch sehr gut vertragen.

Pharmakologische Wirkung

Die Aminomethylbenzoesäure setzt sich im Organismus an der Plasminogenbindungsstelle ab. Dieses Molekül wird in einem gesunden Körper während der Entstehung einer Wunde vom Plasmin belegt. Das Plasmin bildet an jener Stelle nun seinerseits ein Proenzym, welches die Fibrinspaltung unterstützt, die wiederum die Basis zur Blutgerinnung legt.

Nicht jeder Organismus ist dazu aber fähig. So kann es im Rahmen akuter Leiden sowie chronischer Beschwerden zu einer Bindung von Lysin an jener Plasminogenbindungsstelle kommen. Im Effekt würde damit der vorgenannte Prozess unterbunden. Das Blut würde ohne Gerinnung aus der Wunde treten. Eine Selbstheilung und somit ein Verschließen der Blessur wäre nicht möglich. Die Aminomethylbenzoesäure blockiert nun jedoch die Plasminogenbindungsstelle.

An dieser kann sich folglich kein Lysin mehr anreichern. Der Weg für die Fibrinspaltung und die damit einhergehende Blutgerinnung wird geebnet. Die Wirkung tritt jedoch nur für wenige Stunden ein. Anschließend ist die Wunde verschlossen, sodass eine abermalige Lysineinlagerung an der Bindungsstelle kein negatives Resultat mehr auszulösen vermag.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Die Aminomethylbenzoesäure wird als Wirkstoff zur Gerinnung von Blut verwendet. Ihr kommt somit bei Massivblutungen ein hoher Wert zu.

Bei der Fibrinolyse – also dem im Körper ausgelösten Abbau einer Blutgerinnung – kommt der Aminomethylbenzoesäure eine hohe Bedeutung zu. In deren Folge würde es anderenfalls zu unkontrollierten Blutungen kommen. Da diese eine sehr hohe Intensität erreichen können, wäre der Verlauf selbst kleinerer Wunden je nach Ausgangslage zuweilen also tödlich.

Dabei ist es unerheblich, ob die Störung im Organismus chronisch vorliegt oder ob sie temporär und lokal begrenzt in Erscheinung tritt. Bereits eine Tablette in durchschnittlicher Dosierung kann eine Blutung daher binnen ein bis zwei Stunden stoppen. Weitergehend wäre an eine Verabreichung im Rahmen der Hämophilie A zu denken. Auch bei diesem Leiden ist die Gerinnung des Blutes gehemmt.

Eine zusätzliche Anwendungsmöglichkeit vollzieht sich beim Prostatakarzinom. Hier kann es im Zuge des Tumorwachstums zu einem Austritt von Blut kommen. Dieses wird durch den Betroffenen meist im Urin sowie im Stuhl festgestellt. Auch dabei bewirkt die Aminomethylbenzoesäure einen gerinnenden Effekt. In einigen wenigen Formen der Blutkrebserkrankung wird ebenso auf eine Einnahme abgestellt.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die Aminomethylbenzoesäure kann in den Tagen nach der erstmaligen Einnahme zu unerwünschten Begleiterscheinungen führen. Diese vollziehen sich meist im Bereich des Magens und Darms. Häufig gehen die Nebenwirkungen also mit Durchfall und Erbrechen einher.

Zudem können Schwindelgefühle auftreten. Allgemein wird ein gesunkenes Wohlbefinden wahrgenommen. Müdigkeit, Kopfschmerzen und Antriebsschwäche dominieren. Nicht selten wird gleichermaßen ein rapides Absinken des Blutdrucks verzeichnet. Daneben ist es wichtig, die Aminomethylbenzoesäure bei bestimmten Personengruppen sowie beim Auftreten gewisser medizinischer Indikationen nicht zu verabreichen.

Dazu gehören die Schwangerschaft mit anschließender Stillzeit, die sogenannte Glaskörperkrankheit, eine Schwächung oder sogar Funktionsuntauglichkeit der Nieren sowie eine generelle Neigung zu Thrombosen. Abschließend ist darauf zu achten, dass die Aminomethylbenzoesäure auch zur Wechselwirkung mit weiteren Medikamenten geeignet ist. Daraus könnten sich negative Umstände ergeben.

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