Amineptin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Bei Amineptin handelt es sich um ein atypisches trizyklisches Antidepressivum. Denn das Präparat hat eine selektive Wirkung und hemmt in den Nervenzellen des Gehirns lediglich die Wiederaufnahme der beiden Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amineptin?

Entwickelt wurde Amineptin 1978 vom Pharmaunternehmen Servier, der das Präparat unter dem Namen Servier auf den Markt gebracht hatte. Weil Amineptin vorwiegend auf Dopamin wirkt, tritt die stimmungsaufhellende Wirkung schneller ein als bei vielen anderen Antidepressiva.

Weil das Präparat darüber hinaus eine stark euphorisierende Wirkung hat, kam es zu diversen Missbrauchsfällen beziehungsweise zu Einsätzen als Dopingmittel. Der Hersteller hat 1999 darauf reagiert, indem er den Wirkstoff in Portugal und Frankreich vom Markt genommen hat. 2005 wurde die Produktion von Amineptin weltweit eingestellt.

Pharmakologische Wirkung

Der Wirkstoff Amineptin wirkt vor allem auf den Gehirnstoffwechsel ein. So löst das Präparat eine starke Wiederaufnahmehemmung für den Botenstoff Dopamin aus und auch die Wiederaufnahme von Noradrenalin wird stark gehemmt.

Darüber hinaus hat Amineptin eine leicht hemmende Wirkung auf den Neurotransmitter Acetycholin, der sowohl im Gehirn als auch im peripheren Nervensystem vorkommt. Ebenfalls leicht abgeschwächt wird die Wirkung von Histamin, der eine wichtige Rolle im Immunsystem des Menschen spielt. Die größten Auswirkungen hat Amineptin auf das Glückshormon Dopamin.

Nervenzellen, die einen hohen Anteil an Dopamin haben, sitzen vor allem im menschlichen Mittelhirn. Das Hormon steuert innerhalb des menschlichen Organismus eine Vielzahl von Funktionen, beispielsweise wird durch Dopamin auch die Durchblutung der inneren Organe gesteuert. Noradrenalin hingegen ist sehr eng mit Adrenalin bekannt und hat eine Anregende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System.

Dieser Stoff wirkt im menschlichen Körper sowohl als Hormon als auch als Neurotransmitter. Diese Funktion erfüllt er im Zentralnervensystem sowie im sympathischen Nervensystem, welches Teil des vegetativen Nervensystems ist. Durch die hemmende Funktion von Amineptin wird die Konzentration von Dopamin und Noradrenalin im menschlichen Gehirn erhöht.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bei Amineptin handelt es sich um ein atypisches trizyklisches Antidepressivum.

Ursprünglich wurde Amineptin entwickelt, um schwere Depressionen zu behandeln. Dabei handelt es sich um eine psychische Störung mit verschiedenen symptomatischen Ausprägungen. Als Leitsymptom gilt in der Diagnostik eine psychische Niedergeschlagenheit, an der nahezu alle Patienten leiden, die von einer Depression betroffen sind.

Weitere typische Symptome einer Depression sind Antriebshemmung, innere Unruhe sowie Schlafstörungen, deren Ursache in einem nicht intakten 24-Stunden-Rhythmus liegen. Dabei gibt es einige geschlechterspezifische Unterschiede: Niedergeschlagenheit ist typisch für weibliche Patienten, während Männer eher ein aggressives Verhalten und eine erhöhte Reizbarkeit zeigen. Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums zufolge sind etwa vier Millionen Menschen in Deutschland akut von einer Depression betroffen, weitere zehn Millionen haben im Lauf ihres Lebens einmal unter einer Depression gelitten.

Damit sind Depressionen die weitaus häufigste psychische Störung, die allerdings wegen der relativ diffusen Symptomatik nur schwer zu diagnostizieren ist. Verabreicht wurde Amineptin aber auch zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Dabei handelt es sich um eine psychische Störung, die schon im Kindesalter beginnt und sich bei einem Großteil der betroffenen Patienten auch im Erwachsenenalter fortsetzt.

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Risiken & Nebenwirkungen

Weil Amineptin lebertoxische Eigenschaften besitzt, kann es bei der Gabe des Medikaments zu einer Leberentzündung als unerwünschter Nebenwirkung kommen. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören auch unerwünschte Hautreaktionen wie Akne.

Weil Amineptin im Profisport als Dopingmittel verwendet wird, gilt das Präparat in Deutschland als verkehrsfähiges, jedoch nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel. Darüber hinaus birgt das Präparat ein hohes Suchtpotenzial. In Kombination mit der Droge Kokain kann Amineptin sogar eine Kreuztoleranz entwickeln. In Deutschland, wo das Mittel ohnehin nicht auf den Markt gebracht wurde, ist der Besitz strafbar, sofern der Besitzer nicht die ausdrückliche Erlaubnis der Bundesopiumstelle besitzt.

Das Präparat Amineptin wurde Ende der 1970er Jahre als Mittel gegen schwere Depressionen entwickelt. Später wurde es auch gegen Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit und ADHS eingesetzt. Weil das Präparat ein hohes Suchtpotenzial besitzt und als Dopingmittel im Sport eingesetzt wurde, wird Amineptin seit 2005 nicht mehr hergestellt.

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