Amilorid

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Der Arzneistoff Amilorid gehört zur Gruppe der kaliumsparenden Diuretika. Als Hauptindikationen für seine Anwendung sind arterielle Hypertonie, Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankungen und damit in Verbindung stehende Ödeme zu nennen. Das Mittel wird oral als Tablette oder Kapsel eingenommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amilorid?

Amilorid ist ein Medikament zur Entwässerung, das vor allem bei arterieller Hypertonie, Herzinsuffizienz, koronarer Herzerkrankung (KHK) und Ödemen verordnet wird. Off-Label ist der Wirkstoff Amilorid auch zum Inhalieren bei Lungenerkrankungen einsetzbar, aber offiziell hierfür bisher noch nicht zugelassen.

Das verschreibungspflichtige Medikament ist in Tabletten- und Kapselform erhältlich. Es ist üblich, Amilorid stets kombiniert mit einem zusätzlichen Diuretikum - meistens Hydrochlorothiazid - zu geben. Diuretika wie Amilorid wirken über die Nieren, wo sie die Harnproduktion fördern und überflüssiges Wasser aus dem Körper ausscheiden helfen. Zusätzlich schwemmen sie Salze - wie Kalium - aus. Beides senkt den Blutdruck und entlastet damit das Herz.

Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften handelt es sich beim Wirkstoff Amilorid um ein Pyrazinderivat. Als lichtempfindlicher Stoff ist Amilorid dunkel zu lagern.

Pharmakologische Wirkung

Amilorid entfaltet seine volle Wirkung am besten in Kombination mit einem weiteren Diuretikum. Meistens greift die Therapie dabei zu einer Wirkstoffkombination aus Amilorid und einem Thiazid-Diuretikum wie Hydrochlorothiazid.

Alternativ gibt es die Kombination von Amilorid mit einem Schleifendiuretikum. Die beiden Wirkstoffe dienen zur Senkung eines Bluthochdrucks und entlasten das Herz. Amilorid wirkt über die Nieren, wo es den im spätdistalen Tubulus des Nierennephrons befindlichen epithelialen aldosteronabhängigen Natriumkanal hemmt. Dies führt dazu, dass eine geringere Menge Natrium rückresorbiert wird und in der Folge im Austausch gegen Natrium auch entsprechend weniger Kalium ausgeschieden wird. Auf diese Weise werden Kaliumionen eingespart.

Der so erzeugte kaliumsparende Effekt kann im Blut den Spiegel des Kaliums so stark erhöhen, dass es zu einer Hyperkaliämie kommt, einer potenziell lebensgefährlichen Elektrolytstörung. Insbesondere bei gleichzeitiger Therapie mit ACE-Hemmern oder Spironolacton ist die Gefahr hierfür erhöht und der Blutkaliumspiegel streng zu überwachen. Ein erhöhter Blutkaliumspiegel kann durchaus eine Kontraindikation für die Gabe von Amilorid bedeuten.

Die harntreibende Wirkung von Amilorid schwemmt Wassereinlagerungen aus dem Gewebe aus. Da hierbei auch Salze dem Körper verloren gehen, eignet sich die Verordnung von Amilorid besonders gut für Patienten, bei denen für die Dauer der beabsichtigten Flüssigkeitsausscheidung ein Kaliumverlust zu vermeiden ist.

Amilorid hat eine gute Bioverfügbarkeit, wird nicht metabolisiert und später größtenteils über den Urin ausgeschieden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Als Hauptindikationen für die Anwendung von Amilorid sind arterielle Hypertonie, Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankungen und damit in Verbindung stehende Ödeme zu nennen.

Das Kombinationspräparat aus Amilorid mit einem weiteren Diuretikum aus der Gruppe der Thiazide wie Hydrochlorothiazid dient zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck, Herzinsuffizienz, koronaren Herzerkrankungen und Flüssigkeitsansammlungen - Ödemen - im Gewebe. Amilorid führt über die Nieren zu einer gesteigerten Harnausscheidung.

Die dabei ausgeschwemmten Wassereinlagerungen senken den Blutdruck und entlasten so das Herz. Da jedoch bei diesem Prozess auch Salze den Körper verlassen, ist ein Kaliumverlust zu vermeiden. Als kaliumsparender Arzneistoff ist Amilorid für diese Therapie hervorragend geeignet.

Die Dosierung und Dauer der Behandlung hängt von der Erkrankungsart und ihrem Schweregrad ab. So startet die Therapie bei Hypertonie meistens mit einer halben Tablette pro Tag. Während einer Dauertherapie wird die Dosis fast immer auf eine Viertel-Tablette täglich reduziert. Bei herzinsuffizienzbedingten Ödemen beginnt die Therapie mit einer halben oder ganzen Tablette täglich. Gegebenenfalls kann die Dosis auf maximal zwei Tabletten täglich erhöht werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von Amilorid und seinen Kombinationswirkstoffen kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen wie:

Bei bestimmten Erkrankungen und in besonderen Lebenssituationen ist Amilorid kontraindiziert. Hierzu zählen:

  • Hyposensibilität gegenüber Sulfonamiden (wegen der Kombination mit Hydrochlorothiazid)
  • Hyperkaliämie sowie weiteren Störungen des Elektrolythaushalts
  • Herzrhythmusstörungen
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Leberfunktionsstörungen
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit

Ebenfalls sind Kinder von einer Behandlung mit Amilorid auszunehmen.

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