Amidotrizoesäure

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Das jodhaltige Kontrastmittel Amidotrizoesäure wird vor allem bei Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes sowie bei urologischen Untersuchungen bevorzugt eingesetzt. Für Untersuchungen und kleine Eingriffe in diesem Bereich zählt Amidotrizoesäure zu den bevorzugten Präparaten, weil sich die Nebenwirkungen in Grenzen halten und der Wirkstoff schnell über die Niere abgebaut werden kann.

Inhaltsverzeichnis

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Amidotrizoesäure ist ein Röntgenkontrastmittel, welches Jod enthält und wasserlöslich ist. Darüber hinaus besitzt das Präparat eine hohe Osmolalität, die zwischen fünf- und achtmal so hoch ist wie die des Blutes.

Mit diesem Begriff wird in Körperflüssigkeiten die Verteilung von Wasser zwischen den einzelnen Zellen bezeichnet. Dieses Kontrastmittel kann sowohl oral als auch rektal oder durch Injektionen verabreicht werden, was in Form von unterschiedlichen Salzlösungen geschieht. Üblicherweise handelt es sich um Meglumin-, Natrium oder L-Lysin-Verbindungen.

Diese Salze weisen eine geringe Tendenz zur Proteinbindung auf, weshalb die Gabe von Amidotrizoesäure mit vergleichsweise wenig Nebenwirkungen einhergeht. Verwendet wird Amidotrizoesäure ausschließlich bei radiologischen Untersuchungen, hauptsächlich für Untersuchungen im Magen-Darm-Bereich sowie in der Urologie.

Pharmakologische Wirkung

Amidotrizoesäure ist ein Röntgenkontrastmittel, welches Jod enthält und wasserlöslich ist.

Wie alle anderen Kontrastmittel dient Amidotrizoesäure dazu, um Funktionen und Strukturen des Körpers bei radiologischen Untersuchungen, Ultraschall oder MRT besser darstellen zu können. Auf molekularer Ebene enthält Amidotrizoesäure drei Iodatome je Molekül.

Diese bewirken, dass die Gefäße, in welche das Präparat injiziert wurde, einen Röntgenschatten werfen und dadurch auf dem Bild sichtbar werden. In der Amidotrizoesäure sind die Iodatome symmetrisch angeordnet, wodurch die notwendige Kontrastdichte entsteht. Zudem enthält das Präparat eine Carboxygruppe, die als funktionelle Gruppe für die Salzbildung verantwortlich ist. Charakteristisch für Carboxygruppen ist ein doppelt gebundenes Sauerstoffatom sowie eine Hydroxgruppe mit einfacher Bindung.

Es handelt sich bei Carboxtgruppen um diejenigen funktionellen Gruppen, welche in der Natur am häufigsten vorkommen. Darüber hinaus verfügt Amidotrizoesäure über Acetylaminogruppen, welche die Fettlöslichkeit des Wirkstoffmoleküls reduziert. Dadurch nimmt die Tendenz zur Proteinbindung erheblich ab. Durch die geringe Neigung zur Proteinbindung kommt es bei der Gabe von Amidotrizoesäure zu geringeren Schädigungen der Membrane und Enzyme werden seltener in ihrer Wirkungsweise gehemmt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Kontrastmittel, die Amidotrizoesäure enthalten, werden in der Radiologie vor allem für folgende Zwecke verwendet: Zur Darstellung des Magen-Darm-Traktes auf Röntgenbildern. Das gilt insbesondere, wenn der Verdacht darauf besteht, dass Magen oder Darm perforiert sein könnten.

Gegenüber Kontrastmitteln, die Bariumsulfat enthalten, bietet Amidotrizoesäure den Vorteil, dass es nicht zur chemischen Bauchfellentzündung kommen kann, falls das Präparat in den Bauchraum dringen sollte. Durch die Verwendung von Amidotrizoesäure lässt sich also ein operativer Eingriff, um die Bauchfellentzündung zu behandeln, vermeiden. Weil diese mögliche Nebenwirkung bei Amidotrizoesäure entfällt, kann das Präparat auch in relativ hohen Konzentrationen genutzt werden, wodurch eine detailreichere Darstellung des Magen-Darm-Traktes möglich ist.

Außerdem wird Amidotrizoesäure als Kontrastmittel im urologischen und endoskopischen Bereich verwendet, etwa wenn die ableitenden Harnwege wie Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase oder Harnröhre untersucht werden sollen. Mit Hilfe von Amidotrizoesäure werden zudem Gallenblase, Gallenwege oder Pankreasgang näher untersucht. Hierbei wird die Methode der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie verwendet. Bei diesem Verfahren ist neben der Diagnose auch ein therapeutischer Eingriff möglich.

Typische therapeutische Maßnahmen, die mit der endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie durchgeführt werden, sind die Öffnung des Gallenganges oder die Entfernung von Gallensteinen. Üblicherweise wird für diese Art von Eingriffen ein Endoskop, das über einen Seitblickoptik verfügt, oral eingeführt. Amidotrizoesäure wird für die Untersuchung entgegen der Flussrichtung der Gallenflüssigkeit in das betroffene Organ injiziert.

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Risiken & Nebenwirkungen

Amidotrizoesäure darf nicht bei Patienten angewendet werden, die unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einer Störung des Wasser- oder Elektrolysehaushalts oder der Schilddrüsenfunktion leiden oder die überempfindlich auf jodhaltige Kontrastmittel reagieren.

Der Grund: Diese Probleme können sich durch die Verabreichung von Amidotrizoesäure noch erheblich steigern, bei Patienten mit Kreislaufproblemen kann im Extremfall sogar ein Herzstillstand auftreten. Zu den weiteren Nebenwirkungen, die auftreten können, gehören verschiedene allergische Reaktionen, Krämpfe und Atemstörungen. Häufig treten außerdem Störungen des Magen-Darm-Traktes auf. Zu den genannten häufigen Nebenwirkungen in diesem Bereich gehören Übelkeit und Erbrechen sowie Diarrhoe.

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