Ameloblastom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. September 2017
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Bei einem Ameloblastom handelt es sich um eine spezielle Art von Tumor lokal invasiver Natur. Der Name des Tumors setzt sich aus den beiden griechischen Begriffen für ‚Keim‘ und ‚Schmelz‘ zusammen. Das Ameloblastom geht von jenen Zellen aus, die für die Bildung von Zahnschmelz verantwortlich sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Ameloblastom?

Die Grundlage für die Entstehung eines Ameloblastoms bilden die Zähne. Insbesondere die Zellen der Zahnschmelzbildung sind wesentlich an der Genese von Ameloblastomen beteiligt. Grundsätzlich handelt es sich bei dem Ameloblastom um einen odontogenen Tumor, der von den Zähnen ausgeht.

Die Entwicklung des Tumors hängt mit den Zahnanlagen zusammen, die schon bei Embryonen vorhanden sind. Diese frühen Anlagen der späteren Zähne unterteilen sich in einen ektodermalen und einen mesodermalen Bereich. Ameloblastome bilden bei vielen Patienten Rezidive, jedoch handelt es sich im überwiegenden Teil der Fälle um benigne Tumoren.

Das bedeutet, dass die am Ameloblastom erkrankten Personen in der Regel keine Metastasenbildung zu befürchten haben. Nur in wenigen Ausnahmefällen liegt das Ameloblastom als maligner Tumor vor. Prinzipiell wird das Ameloblastom in einen plexiformen und einen follikulären Krankheitstyp differenziert.

Ursachen

Die genauen Faktoren und Zusammenhänge der Pathogenese des Ameloblastoms sind zum heutigen Zeitpunkt noch nicht ausreichend bekannt. Diverse medizinische Studien erforschen die Ursachen der Krankheit. Allerdings existieren bisher kaum gesicherte Aussagen über die Entstehung von Ameloblastomen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Beschwerden des Ameloblastoms richten sich nach dem jeweiligen Krankheitsstadium und variieren mitunter im Einzelfall. In zahlreichen Fällen wird das Ameloblastom nur durch Zufall bei anderweitigen ärztlichen Untersuchungen entdeckt. Dabei erscheint das Ameloblastom oftmals als Auftreibung im Bereich des Kiefers, verursacht allerdings keine Schmerzen. Circa ein Drittel der Ameloblastome basiert auf Zysten follikulärer Art.

Im Verlauf der weiteren Entwicklung des Ameloblastoms kommt es zu sogenannten Resorptionsprozessen. In der Folge davon ergeben sich unter Umständen Veränderungen in der Position der Zähne. Durch diese Verschiebungen werden mitunter bestimmte Nerven gedrückt, sodass die Personen an Beeinträchtigungen der Sensibilität leiden. Grundsätzlich entwickelt sich das Ameloblastom mit sechsmal größerer Wahrscheinlichkeit im unteren als im oberen Kiefer.

Im Unterkiefer ist das Ameloblastom oftmals im sogenannten Kieferwinkel lokalisiert, während es im Oberkiefer häufig im Bereich der Eckzähne vorkommt. Im überwiegenden Teil der Fälle entwickelt sich das Ameloblastom zwischen dem dritten und vierten Lebensjahrzehnt. Zudem tritt das Ameloblastom bei weiblichen und männlichen Patienten ungefähr mit der gleichen Häufigkeit auf.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei einem Ameloblastom handelt es sich um eine spezielle Art von Tumor lokal invasiver Natur. Die Entstehung geht von jenen Zellen aus, die für die Bildung von Zahnschmelz verantwortlich sind.

Die Diagnose des Ameloblastoms wird in vielen Fällen erst vergleichsweise spät oder durch Zufall gestellt. Denn zu Beginn der Erkrankung verspüren die betroffenen Patienten kaum Schmerzen oder sonstige Irritationen. Erst im weiteren Verlauf der Entwicklung des Ameloblastoms macht sich der Tumor unter Umständen durch bestimmte Anzeichen bemerkbar. So tritt er zum Beispiel zunehmend optisch in Erscheinung oder beeinträchtigt die Sensibilität.

Patienten mit entsprechenden Beschwerden konsultieren ihren Allgemeinarzt, der in der Regel eine Überweisung an einen Spezialisten in die Wege leitet. Die anfängliche Anamnese informiert den behandelnden Arzt über die Symptomatik, den Zeitpunkt der ersten Beschwerden, potenziell relevante Entstehungshintergründe oder genetische Dispositionen. Die nachfolgende klinische Untersuchung beinhaltet histologische Analysen des Ameloblastoms.

Zudem kommen in der Regel Röntgenuntersuchungen zum Einsatz, um den erkrankten Bereich des Kiefers bildhaft dazustellen. Im Fall eines Ameloblastoms sind hier oftmals Veränderungen in der Lokalisierung der Zähne ablesbar. Außerdem sind aufgehellte Regionen an den Kieferknochen sichtbar (medizinischer Fachbegriff „Osteolysen“). Zusätzlich unterziehen sich die Patienten meist einer Computertomografie.

Im Hinblick auf die endgültige Diagnosestellung des Ameloblastoms hat der Arzt eine Vielzahl von Krankheiten zu beachten, die mitunter mit dem Ameloblastom verwechselt werden. Der Arzt schließt zum Beispiel ein ameloblastisches Fibrom, ein Odontoameloblastom, ein Osteosarkom, einen odontogenen Plattenepitheltumor und ein ameloblastisches Fibroodontom aus.

Zudem grenzt der Arzt das Ameloblastom von einem ameloblastischen Fibrodentinom, einem Pindborg-Tumor, einer follikulären Zyste des Unterkiefers, einer radikulären Zyste der Wurzelspitze, einem Riesenzell-Granulom sowie einem keratozystischen odontogenen Tumor ab. Nach abgeschlossener Differentialdiagnose gilt die Diagnose des Ameloblastoms als relativ gut gesichert.

Ab wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Ameloblastom muss durch einen Arzt behandelt werden. Falls die Krankheit nicht behandelt wird, kann sich der Tumor auch in andere Regionen des Körpers ausbreiten und an diesen zu Beschwerden oder Komplikationen führen. In der Regel führt das Ameloblastom zu einer Verringerung oder Einschränkung der Sensibilität. Daher sollte immer dann ein Arzt aufgesucht werden, wenn es zu Gefühlsstörungen oder zu Störungen der Sensibilität am Kiefer oder an den Zähnen kommt.

Meistens treten diese Beschwerden ohne besonderen Grund auf und können nicht mit einer Krankheit oder einer speziellen Ursache verbunden werden. Vor allem die Eckzähne sind oft von diesen Störungen betroffen. In vielen Fällen wird das Ameloblastom allerdings bei Kontrolluntersuchungen entdeckt. Die Behandlung erfolgt dabei meistens von einem Zahnarzt oder durch einen Chirurgen. Dabei kommt es nicht zu weiteren Beschwerden und die Krankheit kann gut eingeschränkt werden. Auch nach der Behandlung muss der Patient regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchführen lassen, damit der Tumor vollständig entfernt werden kann.

Behandlung & Therapie

Die Optionen zur Therapie des Ameloblastoms fokussieren hauptsächlich auf eine Richtung, sind jedoch bei den meisten Personen relativ erfolgreich. Im überwiegenden Teil der Fälle entscheiden die Ärzte, dass das Ameloblastom im Rahmen einer chirurgischen Intervention entnommen wird. Dabei wird ein Abstand von etwa einem halben Zentimeter eingehalten, um eine sichere Entfernung des krankhaften Gewebes zu gewährleisten.

Nach der Resektion des Ameloblastoms findet meist noch während der gleichen Operation eine Rekonstruktion des Kieferknochens statt. Im Anschluss an den operativen Eingriff steht die Prognose des Ameloblastoms vergleichsweise gut. Allerdings weisen Ameloblastome eine relativ stark ausgeprägte Neigung zu Rezidiven auf.

Aus diesem Grund ist es in jedem Fall notwendig, dass sich die betroffenen Patienten auch nach erfolgreicher Operation regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unterziehen. Diese erfolgen in Intervallen von sechs oder zwölf Monaten und finden über mehrere Jahre statt. Dadurch werden möglicherweise auftretende Rezidive des Ameloblastoms rasch identifiziert.

Aussicht & Prognose

In vielen Fällen wird die Behandlung des Ameloblastoms erst spät eingeleitet, da das Ameloblastom nur durch Zufall oder bei Kontrolluntersuchungen diagnostiziert wird. Die Patienten leiden dabei unter Umständen an einer Verschiebung der Zähne, die in erster Linie ohne einen besonderen Grund eintritt. Dabei kann es unter Umständen auch zu Schmerzen kommen. Weiterhin leiden die Betroffenen auch an einer Störung der Sensibilität im gesamten Mundraum. Durch diese Störung kann die Einnahme von Flüssigkeit und Nahrung möglicherweise gestört sein. Sollte es nicht zu einer Behandlung dieses Tumors kommen, so wird die Lebenserwartung des Betroffenen deutlich verringert und es kommt frühzeitig zum Tode.

Die Behandlung selbst findet durch einen operativen Eingriff statt, wobei der Tumor entfernt wird. In der Regel muss durch das Ameloblastom auch der Kieferknochen wieder rekonstruiert werden, damit der Betroffene nicht an Folgeschäden leidet. Die Lebenserwartung wird bei einer erfolgreichen und frühzeitigen Behandlung nicht eingeschränkt. In den meisten Fällen sind die Betroffenen auch nach einer erfolgreichen Operation auf Kontrolluntersuchungen angewiesen, damit sich die Krebserkrankung nicht erneut ausbildet oder in andere Bereiche des Körpers überträgt.

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Vorbeugung

Konkrete Angaben zu erfolgreichen präventiven Maßnahmen bezüglich Ameloblastomen sind nicht möglich. Die Krankheitsursachen sind nicht ausreichend bekannt und Risikofaktoren kaum erforscht.

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Quellen

  • Hausamen, J.-E., et al.: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Springer, Heidelberg 2012
  • Kruse Gujer, A., Jacobsen, C., Grätz, K.W.: Facharztwissen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Schwenzer, N., Ehrenfeld, M., et al.: Zahnärztliche Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2009

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