Amalgam

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Bei Amalgam handelt es sich um eine Quecksilber-Legierung, die in verschiedenen Variationen auftreten kann. In der Zahnmedizin wird eine Variante des Amalgams dank seiner positiven Eigenschaften bereits seit Jahrhunderten als Zahnfüllung eingesetzt. Das medizinische Amalgam besteht zu etwa einer Hälfte aus Quecksilber, die andere Hälfte besteht aus einer Mischung aus Kupfer, Silber und Zinn.

Amalgam ist wegen seines Quecksilber-Bestandteils medizinisch umstritten. Zwar ist es ein sehr kostengünstiges Material, doch gesundheitliche Folgebeschwerden wie eine Amalgamvergiftung können nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amalgam?

Chemisch betrachtet ist Amalgam eine Quecksilber-Legierung. Neben einer Reihe natürlich vorkommender Amalgame gibt es auch eine Reihe von technischen Amalgamen, die für verschiedene Zwecke angefertigt werden.

Besonders bekannt ist Amalgam für seinen Einsatz in der Zahnmedizin. Dort wird es häufig als Füllmaterial für geschädigte Zähne eingesetzt. Das zahnärztliche Amalgam besteht zu einer Hälfte aus Quecksilber und zu einer Hälfte aus einer metallischen Pulvermischung aus Silber, Kupfer und Zinn. Beides wird zu einer Paste verarbeitet und kann anschließend in den Zahn gegossen werden, wo es dann zu einer widerstandsfähigen Füllung aushärtet.

Formen, Arten & Typen

Da viele Metalle existieren, die in Quecksilber löslich sind, existieren auch viele verschiedene Amalgame. Je nach Höhe des Quecksilber-Anteils sind diese Amalgame bei Raumtemperatur flüssig bis fest. Je höher der Quecksilber-Anteil ist, desto flüssiger ist das entsprechende Amalgam, da Quecksilber selbst bei Raumtemperatur flüssig ist.

Neben natürlich vorkommenden Amalgamen mit Blei, Kupfer, Palladium, Silber oder Gold existieren auch technische, künstlich hergestellte Amalgame, die ihre Verwendung häufig als Reduktionsmittel in der Chemie oder in Tieftemperatur-Thermometern finden. Bekannte technische Amalgame sind das Aluminium-Amalgam, das Natrium-Amalgam, das Ammonium-Amalgam, das Thallium-Amalgam und das Gold-Amalgam. Zu den technischen Amalgamen gehört jedoch auch das bekannte Zahnamalgam. Dieses wurde als einzige Amalgam-Art in der Zahnmedizin häufig als Füllmaterial angewandt.

Aufbau & Funktionsweise

Amalgam ist ein kostengünstiges Material zur Füllung von Zähnen, doch gesundheitliche Folgebeschwerden wie eine Amalgamvergiftung können nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.

Zahnmedizinisches Amalgam kommt zum Einsatz, wenn an einem mit Karies befallenen Zahn gebohrt werden musste und das bestehende Loch anschließend wieder gefüllt werden muss. Für eine Amalgamfüllung muss der Zahnarzt die in der Legierung enthaltenen Metalle, demnach das Quecksilber sowie eine Pulvermischung aus Kupfer, Silber und Zinn, gründlich miteinander vermischen. Anschließend bleiben dem Zahnarzt etwa 10 bis 30 Minuten Zeit um die Füllung in die richtige Position zu bringen. Dazu gehört auch, die Füllung an das Gebiss anzupassen. Nach diesem Zeitraum beginnt die Füllung auszuhärten und kann so poliert werden, dass die Übergänge zwischen Füllung und Zahn glatt werden. Bereits nach 60 Minuten hält die fertige Füllung dann leichten Belastungen stand.

Während des Aushärtens verbindet sich das Quecksilber mit dem Silber, wodurch die Füllung ihren Zustand von formbar zu fest verändert. Nach etwa 24 Stunden ist die Amalgamfüllung vollständig ausgehärtet und sehr widerstandsfähig. Sofern keine medizinischen Probleme auftreten, kann die fertige Füllung bei professioneller und fehlerfreier Anfertigung für etwa 10 Jahre im Zahn bleiben.

Eine Belastung mit Quecksilber liegt für den Körper vor allem vor dem vollständigen Aushärten der Amalgamfüllung vor. Im vollständig ausgehärteten Zustand kann kein Quecksilber mehr aus der Legierung austreten, da das Silber das Quecksilber bindet. Ein Abrieb der Füllung kann jedoch trotz der Materialhärte nicht vollständig verhindert werden.

Eine professionell angefertigte Amalgamfüllung ist sehr pflegeleicht. Die allgemeine Zahnpflege reicht aus. Eine regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt ist dennoch angebracht. Der Übergang zwischen Füllung und Zahn sollte gelegentlich poliert werden um das Risiko für Karies an den Übergängen zu vermeiden. Außerdem sollte die Amalgamfüllung auf ihren korrekten Sitz und eventuelle Risse hin untersucht werden, da sie in einem solchen Falle undicht geworden wäre. Unter einer locker sitzenden Füllung kann sich dann schnell Karies bilden.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Amalgam findet seinen medizinischen Nutzen als Zahnfüllung. Amalgam ist bereits seit mehreren Jahrhunderten das am häufigsten bei Karies eingesetzte Füllmaterial. Dies liegt an seinen zahlreichen positiven Eigenschaften: Zahnmedizinisches Amalgam ist nicht nur sehr kostengünstig, sondern auch robust und widerstandsfähig gegen Druck und Feuchtigkeit, bruchfest und sehr lange haltbar.

In Bezug auf die Ausdehnung bei verschiedenen Temperaturen besitzen Amalgam und Zahnschmelz sehr ähnliche Eigenschaften. Des Weiteren ist eine Füllung aus Amalgam schnell und einfach angefertigt und kann bis zu zehn Jahre im Zahn verbleiben.

Dennoch sind die Einsatzmöglichkeiten für Amalgam in der Zahnmedizin begrenzt. Bei komplizierten Füllungen wie einer Wurzelfüllung oder einer Aufbaufüllung unter bereits bestehenden Kronen wird in der Regel auf ein alternatives Füllmaterial zurückgegriffen.

Amalgam wird als Füllmaterial zudem häufig wegen des hohen Quecksilberanteils kritisiert. Die Belastung für den Körper befindet sich zwar im nicht messbaren Bereich, dennoch ist das Material im Jahr 2014 von der EU als „gering gefährdend“ eingestuft worden, was einem anderen Urteil als „nicht gefährdend“ entspricht. In Schweden, Norwegen und Dänemark ist der Einsatz von Amalgam inzwischen stark eingeschränkt worden. Es stellt jedoch noch immer eine erlaubte kostengünstige Alternative zu anderen Zahnersatzstoffen dar.

Bei Menschen mit einer Quecksilber-Allergie oder mit Nierenschäden sowie bei schwangeren und stillenden Frauen sollte auf ein alternatives Füllmaterial zurückgegriffen werden. Neben Amalgam können auch Kunststoffe, Glas-Mischungen, Zement, Keramik oder Gold zum Einsatz kommen.

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