Amöbenruhr

Die Amöbenruhr, lateinisch Amöbiasis, bezeichnet eine von Amöben ausgelöste Infektion des menschlichen Darmtraktes. Dieser Artikel befasst sich mit den Ursachen, der Diagnose, dem Verlauf, der Behandlung und der Vorbeugung der Amöbenruhr.

Inhaltsverzeichnis

Definition Amöbenruhr

Die Amöbenruhr ist eine Durchfallerkankung, die in erster Linie in tropischen und subtropischen Gebieten wie Thailand, Kenia, Vietnam oder Indien vorkommt. Die Infektion wird von einer Amöbenart verursacht, die sich im menschlichen Dickdarm einnistet und sich dort durch Zellteilung stetig vermehrt. Jedes Jahr sterben ca. 100.000 Menschen an den Folgen einer solchen Infektion. Mediziner unterscheiden zwischen drei verschiedenen Verlaufsformen der Amöbenruhr:

1. Symptomloser Befall: Hierbei verspürt der betroffene Patient keinerlei Symptome der Infektion. Die Amöben leben jedoch in seinem Verdauungstrakt und werden durch den Stuhlgang ausgeschieden. Trotz der Symptomlosigkeit kann der Patient also zum Überträger der Infektion werden.

2. Invasive Amöbiasis: Die Krankheitserreger befallen den menschlichen Verdauungstrakt und lösen dort die Bildung von Abszessen und Geschwüren aus.

3. Extraintestinale Amöbiasis: Fortgeschrittene Form der Amöbenruhr, die Erreger befallen zusätzlich Organe außerhalb des Verdauungstraktes wie Leber, Herz, Milz oder Harnwege.

Ursachen für Amöbenruhr

Die Hauptursache der Amöbenruhr ist der Erreger Entamoeba histolytica. Er gehört zu der Familie der Protozoen und der Untergruppe der Rhizopoden. Übertragen wird Entamoeba histolytica vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser und generelle unhygienische Lebensbedingungen. Die Inkubationszeit variiert je nach Fall und kann von der Ansteckung mit dem Erreger bis zum Ausbruch der Krankheit einige Tage oder mehrere Monaten dauern.

Typische Symptome bei Amöbenruhr

Diagnose und Verlauf bei Amöbenruhr

Die Amöbenruhr wird von Ärzten mithilfe von Stuhl- und Blutproben diagnostiziert. Treten typische Symptome wie blutiger Durchfall, Krämpfe, Fieber auf, werden die verantwortlichen Erreger durch Untersuchungen mit dem Mikroskop nachgewiesen.

In wenigen Fällen werden auch Darmspiegelungen oder Ultraschalluntersuchungen des Bauches zur Diagnose einer Amöbenruhr herangezogen. Bei Stuhluntersuchungen ist zu beachten, dass die Erreger trotz ihrer hohen Infektionsgefahr sehr empfindlich sind. Aus diesem Grund sollte bei Diagnoseuntersuchungen stets frischer Stuhl verwendet werden.

Der Verlauf einer Amöbenruhr ist bei einer frühzeitigen Diagnose und Therapie der Krankheit in der Regel als ungefährlich einzuschätzen. Wird die Krankheit rechtzeitig fachgemäß behandelt, klingt sie in den meisten Fällen folgenlos ab.

Wird die Infektion allerdings zu spät entdeckt und theraphiert, können schwere bis tödliche Komplikationen die Folge sein. Dazu zählen der Darmdurchbruch, die Entzündung des Bauchfells sowie die Entzündung der Darmschleimhaut.

Eine sehr seltene, doch auch äußerst gefährliche Komplikation der Amöbenruhr ist das sogenannte toxische Megakolon, welches oft starkes Erbrechen, hohes Fieber und einen Schockzustand des Patienten mit sich bringt.

Behandlung von Amöbenruhr

Ein einfacher, rechtzeitig diagnostizierter Amöbenbefall des Darmtraktes kann sehr rasch und erfolgreich mit Antibiotika verschiedener Art behandelt werden. In der Regel erfolgt die Gabe der Medikamente intravenös unter ständiger Beobachtung durch medizinisches Fachpersonal.

Im weiteren Verlauf der Krankheit können die Antibiotika bei guten Erfolgen auch in Tablettenform verabreicht werden.

Bei durch Amöben ausgelösten Infektionen und Abzessen in verschiedenen menschlichen Organen ist dagegen eine gesonderte Therapie durch den Arzt von Nöten, hier ist es durchaus möglich, dass der Patient über eine längere Zeitspanne Medikamente einnehmen muss.

Bei Komplikationen während des Krankheitsverlaufes und starkem Abzessbefall in den Organen kann es in Einzelfällen auch zu einer operativen Behandlung der Amöbenruhr kommen.

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Vorbeugung von Amöbenruhr

Um einer Ansteckung mit der hochinfektiösen Amöbenruhr vorzubeugen, sollte man in den gefährdeten tropischen und subtropischen Gebieten verstärkt auf hygienische Lebensbedingungen achten. Leitungswasser sollte keinesfalls zum Trinken, zur Eiswürfelproduktion oder zum Zähneputzen verwendet werden.

Wenn kein hygienisch abgefülltes Mineralwasser zu Verfügung steht, muss das Leitungswasser mindestens fünf Minuten lang abgekocht werden, um eventuell darin enthaltene Erreger zu töten. Rohes Obst und Gemüse sollte nur geschält gegessen werden. Beim Auftreten von Symptomen wie Durchfall, starken Bauchschmerzen oder Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Krankheit in einem möglichst frühen Stadium diagnostizieren und behandeln zu können.

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