Altersvergesslichkeit

Eine Altersvergesslichkeit wird auch als leichte kognitive Störung bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Gedächtnisstörung in Form von einer verminderten Fähigkeit, sich länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren oder sich Dinge zu merken.

Inhaltsverzeichnis

Definition Altersvergesslichkeit

In der Regel ist bei einer Altersvergesslichkeit der Wortschatz sowie das Sprachvermögen (siehe Sprachstörungen) nicht von dieser Gedächtnisstörung betroffen.

Jedoch ziehen sich häufig Betroffene aus ihrem sozialen Umfeld zurück und gehen vor allem stressigen und hektischen Situationen aus dem Weg. Von einer Demenz lässt sich die Altersvergesslichkeit sehr deutlich abgrenzen, da die Demenz mit sehr viel stärkeren Einschränkungen der Gehirnleistung zusammenhängt.

Zudem schreitet die Altersvergesslichkeit nicht wie bei der Demenz weiter fort, sondern stagniert auf einem gewissen Niveau.

Ursachen für Altersvergesslichkeit

Bis heute sind die genauen Ursachen für eine Altersvergesslichkeit nicht bekannt. Allerdings spielt der normale Alterungsprozess eine wichtige Rolle, da während des Alterns im Gehirn zahlreiche Veränderungen stattfinden, die die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigen können.

So wird beispielsweise ab dem 40. Lebensjahr das Gehirn um ungefähr 10 bis 15 Prozent kleiner und die Verbindungen zwischen den Nervenzellen verändern sich. Aus diesem Grund verarbeiten Betroffene Informationen langsamer und haben zudem Schwierigkeiten beim Konzentrieren oder sich Dinge zu merken.

Zudem besteht auch die Möglichkeit, dass die Altersvergesslichkeit verschiedene Erkrankungen als Ursache haben. Hierzu zählen beispielsweise Gehirntumore, Gehirnblutungen oder Infektionskrankheiten, die sich auf das Gehirn ausbreiten, wie zum Beispiel Neuroborreliose. Ebenso können psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Neurosen oder Depressionen als Ursache infrage kommen.

Krankheitsverlauf von Altersvergesslichkeit

Vergesslichkeit

Eine leichte kognitive Störung im Zuge der Altersvergesslichkeit nimmt in der Regel einen harmlosen Verlauf. Allerdings kann es aber auch das Vorstadium einer Demenz sein. Dabei entwickelt sich in 10 bis 20 Prozent aller Fälle aus einer Altersvergesslichkeit ein ausgeprägtes Demenzsyndrom.

Nach neuen Untersuchungen sollen ungefähr 15 Prozent der Betroffenen innerhalb eines Jahres an einer Alzheimerdemenz erkranken. Aus diesem Grund ist eine Früherkennung sehr wichtig, um das Risiko einer weiteren Verschlechterung abschätzen zu können.

Der Übergang zwischen dem normalen Alterungsprozess zu einer Vergesslichkeit ist fließend. Aus diesem Grund sind leichte kognitive Störungen nur schwer einzugrenzen und genaue Zahlen von Erkrankungsfällen sind nicht bekannt. Allerdings gehen Schätzungen davon aus, dass ungefähr 5 bis 15 Prozent der Menschen über 60 Jahren unter entsprechenden Gedächtnisproblemen leiden.

Diagnose von Altersvergesslichkeit

In der Regel wird die Diagnose durch einen schleichenden Beginn der Altersvergesslichkeit erschwert. Oftmals werden Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sowie Vergesslichkeit von den Betroffenen zunächst nicht bemerkt. Aus diesem Grund sind Befragungen von Familienmitgliedern und Freunden wichtig, da diese häufig früher die Symptome wahrnehmen als der Betroffene selbst.

Bei der Diagnosestellung ist vor allem die Abgrenzung zu anderen Krankheiten oder einer Demenz wichtig. Hierzu dienen entsprechende Untersuchungen, wie zum Beispiel der Mini-Mental-Status-Test sowie der Uhrentest. Da Müdigkeit, Nervosität oder seelische Belastungen die Ergebnisse dieser Tests verfälschen können, ist es sinnvoll, die Tests regelmäßig zu wiederholen.

Des Weiteren stehen zur Diagnosestellung biochemische Untersuchungen des Hirnwassers zur Verfügung. Auch bildgebende Verfahren, wie zum Beispiel Computertomographie, Elektroenzephalographie oder Doppler-Sonographie können bei der Diagnosestellung und um eine Demenz auszuschließen zum Einsatz kommen.

Behandlung von Altersvergesslichkeit

Eine Therapie gegen Altersvergesslichkeit, die die Beschwerden verbessern kann, gibt es zurzeit noch nicht. Zwar existieren die Medikamente, die bei einer Demenz eingesetzt werden, jedoch liegen bezüglich einer Behandlung gegen Altersvergesslichkeit noch keine konkreten Forschungsergebnisse vor.

In der Regel werden hier Antidementiva sowie Acetylcholinesterase-Hemmer eingesetzt. Oftmals wird bei einer Altersvergesslichkeit das Ginkgo-Extrakt eingesetzt, aber auch hier ist nicht wissenschaftlich erwiesen, dass ein positiver Effekt auf die kognitiven Fähigkeiten stattfindet.

Des Weiteren können kognitive Trainingsprogramme im Rahmen einer Psychotherapie eingesetzt werden, um die Leistungen des Gedächtnisses kurzzeitig zu verbessern. Jedoch helfen diese nur, wenn die Betroffenen diese regelmäßig durchführen. Geistig leistungsfähiger können Betroffene auch durch körperliche Bewegungen an der frischen Luft werden, da die Durchblutung des Gehirns verbessert wird.

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Vorbeugung von Altersvergesslichkeit

Aufgrund des normalen Alterungsprozesses ist auch Vorbeugen gegen Altersvergesslichkeit nicht möglich. Allerdings sollten Betroffene auf ausreichend Bewegung achten, damit die Gehirnzellen mit genügend Sauerstoff versorgt werden.

Zudem liefert eine gesunde Ernährung auch die nötigen Nährstoffe und Vitamine, die eine gute Gehirnleistung unterstützen. Ebenso kann mit regelmäßigen Denksportübungen das Gehirn trainiert werden.

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