Alternative Medizin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Oktober 2017
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Unter dem Begriff alternative Medizin versteht man jede Diagnosemethode und Behandlung, die nicht im Medizinstudium gelehrt wird. Es handelt sich um eine Sammelbezeichnung, hinter der sich verschiedensten Ansätze verbergen. Die alternative Medizin versteht sich als Ergänzung zur konventionellen und Apparate-Medizin und bietet sanftere Behandlungsmethoden an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist alternative Medizin?

Eine Definition des Begriffes alternative Medizin ist nicht ganz einfach. Insofern hat man sich bisher auf keine schlüssige und allgemein anerkannte Inhaltsbeschreibung einigen können.

Die WHO definiert alternative Medizin als eine Medizinrichtung, die nicht ins konventionelle Medizinsystem eines Landes integriert ist, weil ihre Methoden weder in die medizinische Landestradition gehören noch sich der Mittel bedienen, die die konventionelle Medizin als wissenschaftlichen Standard ansieht.

Die alternative Medizin, die in Deutschland praktiziert wird, stammt beispielsweise aus China (.z.B. Akupunktur), Japan (Shiatsu) oder den USA (Chiropraktik) bzw. aus naturheilkundlichen Traditionen.

Funktion, Anwendung, Wirkung & Ziele

Die Anwendungsgebiete und Anwendungsverfahren der Alternativmedizin sind vielfältig. Der Begriff "alternative Medizin" summiert so verschiedene Ansätze wie Homöopathie, traditionelle chinesische Medizin, die vielfältigen Formen der Naturheilkunde, die Ernährungsheilkunde, diverse Atemtechniken und Entspannungstherapien, verschiedene Körpertherapien wie Osteopathie, Craniosacral-Therapie oder Shiatsu sowie die Kneippsche Wasserheilkunde und ähnliches, um nur einige Ansätze zu benennen.

Vielfach geht es in der alternativen Medizin darum, den aus dem Funktionieren geratenen Körper und die auf ihn einwirkende Seele zu harmonisieren und die Selbstheilungskräfte anzuregen. Ob man das Chi durch Nadelungen lenkt und von Blockaden befreit, über Heiltees versucht, die Ungleichgewichte im Körper zu beseitigen oder über homöopathische Verdünnungen eine Lenkung zur Heilung anzuregen, ist je nach angewandter Methode der alternativen Medizin verschieden.

Die alternative Medizin geht im Wesentlichen davon aus, dass Körper, Seele und Geist im Einklang miteinander sein müssen. Die Schulmedizin gilt gegenüber der alternativen Medizin als eine reine Reparaturmedizin, die symptom-basiert ist statt Ursachenforschung zu betreiben. Die alternative Medizin hat hingegen verschiedene Erklärungsansätze über die Ursachen einer Störung entwickelt und behebt diese durch bestimmte Therapien und Anwendungen. Die Schulmedizin betrachtet die alternative Medizin seit jeher als Konkurrenz statt sie zu integrieren.

Unter dem Begriff alternative Medizin versteht man jede Diagnosemethode und Behandlung, die nicht im Medizinstudium gelehrt wird. Es handelt sich um eine Sammelbezeichnung, hinter der sich verschiedensten Ansätze verbergen.

In neuerer Zeit wird die alternative Medizin zunehmend wichtiger, weil die Patienten dies einfordern. Hinzu kommt, dass immer mehr Medikamente in Verruf geraten, zu starke Nebenwirkungen zu haben und nicht individuell genug dosierbar zu sein. Die alternative Medizin rückt auch deswegen mehr in den Vordergrund. Sie ist oft nebenwirkungsfrei und gefährliche Wechselwirkungen bei Gabe verschiedener Präparate bleiben aus.

Vielfach erwerben Ärzte daher mittlerweile entsprechende Zusatzqualifikationen und addieren die alternative Medizin zum Portfolio ihrer Praxis. Angesichts der Neben- und Wechselwirkungen vieler Therapeutika können viele Erkrankungsbilder und Störungen sanfter durch alternative Medizin und Naturheilkunde behandelt werden. Anderen Erkrankungen gegenüber bleibt die alternative Medizin aber im Nachteil und kann bestenfalls ergänzend angewendet werden.

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Risiken & Gefahren

Wer der konventionellen Medizin dauerhaft den Rücken kehrt und nur noch auf Verfahren der alternativen Medizin setzt, riskiert bei schweren und ernsten Erkrankungen seine Gesundheit.

In Ergänzung zu konventionellen Therapien der Schulmedizin oder bei leichteren Alltagserkrankungen kann die alternative Medizin durchaus beachtliche Heilerfolge erzielen. Sie bleibt aber wegen empirischer Lücken und nicht beweiskräftig nachvollziehbarer Wirkungsnachweise umstritten und wird insbesondere von der Pharmaindustrie angefeindet. Viele Wissenschaftler behaupten, die alternative Medizin könne nur einen Placebo-Efekt herstellen oder sei reiner Betrug.

Die Wirksamkeit vieler alternativer Heilmethoden ist aber längst durch Erfahrungen bewiesen. Möglicherweise können zukünftig entwickelte Nachweismethoden die Wirkung der alternativen Medizin zweifelsfrei belegen. Die zunehmend seelenlose Apparatemedizin führt dazu, dass immer mehr Menschen sanften Heilmethoden der alternativen Medizin den Vorzug geben. Das birgt aber das Risiko, dass wichtige medizinische Diagnoseverfahren nicht zur Anwendung kommen.

Daher ist es möglich, dass harmlos wirkende Symptome durch die alternative Medizin fehlinterpretiert und nicht rechtzeitig behandelt werden. Im Zweifelsfall sollte ein Patient also mit Beschwerden, die sich durch alternative Medizin nicht in einem überschaubaren Zeitraum bessern lassen, einen Schulmediziner konsultieren.

Bücher über Naturheilkunde

Quellen

  • Augustin, M., Schmiedel, V.: Leitfaden Naturheilkunde, Urban & Fischer, München 2012
  • Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Berlin 2005
  • Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005

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