Alprostadil

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Weil das Präparat Alprostadil gefäßerweiternd und durchblutungsfördernd wirkt, wird es hauptsächlich bei drei Beschwerden eingesetzt: Erektile Dysfunktion, chronische arterielle Verschlusskrankheit und in der Notfallmedizin bei Neugeborenen. Welche Nebenwirkungen mit der Gabe dieses Präparats einhergehen, hängt davon ab, für welches gesundheitliche Problem es verwendet wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Alprostadil?

Bei Alprostadil handelt es sich um ein Präparat, welches die Durchblutung steigern und eine Erweiterung der Blutgefäße bewirken soll, um eine bessere Durchblutung zu gewährleisten. Eingesetzt wird dieser Wirkstoff hauptsächlich in der Angiologie. Dabei handelt es sich um einen Teilbereich der Inneren Medizin, der sich in erster Linie mit Gefäßerkrankungen beschäftigt.

Weil sich jedoch die Anwendungsgebiete zwischen verschiedenen medizinischen Fachrichtungen überschneiden, findet es bei einer Vielzahl von Ausrichtungen - von Kardiologen bis hin zu neurologischen Fachärzten - Anwendung. Teilweise wird der Wirkstoff auch in der Notfallmedizin eingesetzt, etwa wenn es darum geht, schwere Herzfehler bei Neugeborenen kurzfristig zu behandeln. Deren Zustand kann durch die Gabe von Alprostadil bis zu einem gewissen Grad stabilisiert werden.

Pharmakologische Wirkung

Bei Alprostadil handelt es sich um einen künstlich hergestellten Wirkstoff, der dem Gewebshormon Prostagladin E1 sehr ähnlich ist. Dieser Stoff zählt zu den Prostaglandinen, die innerhalb des Organismus vielfältige Aufgaben wahrnehmen.

Sie beeinflussen unter anderem die Weitstellung von Blutgefäßen, haben aber auch Einfluss auf Entzündungen und Schmerzzustände. Des Weiteren wirken sie auf die Muskulatur von Gebärmutter und Gebärmutterhals ein, wo das oft als schmerzhaft empfundene Zusammenziehen des Uterus von Prostaglandinen verursacht wird. Alprostadil wirkt entspannend auf die Muskulatur des Organismus, die sich nicht willkürlich beeinflussen lässt. Dazu gehören etwa Darm- und Gebärmutter-Muskulatur.

Weil das Präparat auch auf die Muskelzellen wirkt, die sich in den Wänden von Blutgefäßen befinden, erweitert der Wirkstoff auch die Blutgefäße. Zugleich wird die Verklumpung der Blutplättchen verhindert, womit der Wirkstoff der Blutgerinnung entgegenwirkt und sogar keine Blutgerinnsel auflösen kann. Als Folge dieser Effekte mildert Alprostadil die Beschwerden, die von Durchblutungsstörungen ausgelöst werden können und erleichtert insgesamt den Blutfluss in großen und kleinen Blutgefäßen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bei Alprostadil handelt es sich um ein Präparat, welches die Durchblutung steigern und eine Erweiterung der Blutgefäße bewirken soll, um eine bessere Durchblutung zu gewährleisten.

Der Wirkstoff Alprostadil hat drei hauptsächliche Anwendungsgebiete. Vorwiegend wird das Präparat zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt. Dabei handelt es sich um Erektionsstörungen, die sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben können.

Der Wirkstoff wird entweder in die Schwellkörper am Penis gespritzt oder direkt in die Harnröhre eingeführt. Um eine Schädigung des empfindlichen Gewebes zu vermeiden, ist neben der korrekten Anwendung auch die Dosierung wichtig. Patienten, die sich das Präparat per Selbstinjektion regelmäßig selbst verabreichen, müssen sich deshalb auch in dreimonatigem Turnus einer ärztlichen Kontrolle unterziehen. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Behandlung schwerer arterieller Durchblutungsstörungen.

Üblicherweise haben sich die Gefäße in diesem Fall als Folge einer Gefäßverkalkung verengt, was neben den Durchblutungsstörungen auch Schmerzen zur Folge haben kann und auch die Beweglichkeit der Betroffenen massiv einschränkt. In diesem Fall müssen sowohl Nierenfunktion als auch Herz-Kreislauffunktionen während der Therapie kontrolliert werden. In der Notfallmedizin wird Alprostadil vor allem bei Neugeborenen kurzzeitig angewendet, wenn diese unter angeborenen Herzfehlern oder einer Missbildung in der Lunge leiden. Weil durch das Präparat die Sauerstoffversorgung verbessert wird, steigern sich die Überlebenschancen des Kindes.

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Risiken & Nebenwirkungen

Je nachdem, bei welchem Problem Alprostadil verabreicht, können unterschiedliche Nebenwirkungen als Folge auftreten. Patienten, bei welchen Erektionsstörungen behandelt werden, klagen häufig über Schmerzen im Penis. Häufig kann es auch zur Knotenbildung in den Schwellkörpern, zu Wassereinlagerungen oder zu Rötungen kommen.

Wassereinlagerungen treten ebenso wie Schmerzen häufig auf, wenn Alprostadil zur Behandlung einer chronisch arteriellen Verschlusskrankheit eingesetzt wird. Auch Hautrötungen und Schmerzen können in diesem Fall häufig auftreten, während Empfindungsstörungen des betroffenen Körperteils, Kopfschmerzen oder eine Gesichtsrötung ebenfalls häufig auftreten.

Wird Alprostadil in der Notfallmedizin vor Operationen von Neugeborenen verabreicht, kann es hier ebenfalls zu teilweise gravierenden Nebenwirkungen wie schweren Herz-Kreislaufstörungen oder Schockzuständen führen. Verschiedene Nebenwirkungen treten hier aber mit unterschiedlicher Häufigkeit auf.

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