Alprenolol

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Der nichtselektive Betablocker Alprenolol wurde Ende der 1960er Jahre entwickelt und ist heute nicht mehr auf dem Markt. Als nichtselektiv wird der Wirkstoff bezeichnet, weil er im Körper nicht ausschließlich auf die ß-Adrenorezeptoren einwirkt, die direkt für die Steuerung des Herzschlages verantwortlich sind, sondern auf alle drei bekannten Untergruppen der Rezeptoren, die verschiedene Funktionen im Körper übernehmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Alprenolol

Bei Alprenolol handelt es sich um einen Betablocker, der 1969 vom Pharmaunternehmen AB Hässle patentiert und auf den Markt gebracht wurde. Mittlerweile ist das Präparat, das vorwiegend zur Behandlung von Bluthochdruck verordnet wurde, nicht mehr im Handel.

Von der chemischen Struktur her ist Alprenolol ähnlich aufgebaut wie Oxprenolol, weshalb es ebenfalls der Gruppe der nichtselektiven Betablocker zugerechnet wird. Wird Alprenolol in hohen Dosen verabreicht, hat es eine stabilisierende Wirkung auf die Zellmembran, auch hier ähnelt Alprenolol dem Wirkstoff Oxprenolol.

Der Wirkstoff ist nur bedingt fettlöslich und besitzt nach der Verabreichung eine Plasmahalbwertszeit von bis zu drei Stunden. Die Bioverfügbarkeit des Alprenolols ist mit zehn Prozent allerdings nur relativ gering. Mit der Bioverfügbarkeit wird der Wert bezeichnet, mit welchem ein Präparat unverändert im Kreislauf zur Verfügung steht.

Pharmakologische Wirkung

Wie alle Betablocker dient auch Alprenolol dazu, um die anregende Wirkung der Hormone Adrenalin und Noradrenalin zu hemmen. Weil Alprenolol allerdings nicht gezielt und ausschließlich an den ß1-Rezeptoren ansetzt, welche sowohl Herzkraft als auch Herzfrequenz direkt gesteuert werden, wird Alprenolol als nichtselektiver Betablocker bezeichnet.

Vielmehr wirkt Alprenolol auf alle drei Subtypen von ß-Adrenozeptoren, die im Herzen, im Fettgewebe und in der glatten Muskulatur in einer sehr hohen Dichte vorkommen. Sämtliche ß-Rezeptoren werden durch Adrenalin stimuliert. Dieses wird im Nebennierenmark produziert und wird als Stresshormon bezeichnet, welches bei besonderen Belastungen und Stress-Situationen vermehrt ausgeschüttet wird.

Die Folge dieser Hormonausschüttung sind eine Steigerung der Herzfrequenz, der Anstieg des Blutdrucks, eine Erweiterung der Bronchien sowie ein beschleunigter Fettabbau, um dem Körper Energie bereitzustellen. Durch diesen Mechanismus, der in der Frühzeit der menschlichen Entwicklung eine überlebenswichtige Rolle gespielt hat, wird insbesondere das Herz-Kreislauf-System belastet. Betablocker wie Alprenolol blockieren also auf biochemischer Ebene die Ursachen für Bluthochdruck und eine schnelle Herzfrequenz.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Der nichtselektive Betablocker Alprenolol wurde Ende der 1960er Jahre entwickelt und ist heute nicht mehr auf dem Markt.

Betablocker wie Alprenolol werden hauptsächlich bei einem chronisch erhöhten Blutdruck verordnet. Von Bluthochdruck wird gesprochen, wenn der systolische Blutdruck dauerhaft über einem Wert von 140 mmHg liegt, für den diastolischen Blutdruck liegt die Grenze bei 90 mmHg.

Als häufigste Ursachen für Bluthochdruck gelten Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Hormonsystems sowie Schäden an der Niere. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen. So erhöht sich das Risiko von Kindern deutlich, eines Tages unter Bluthochdruck zu leiden, wenn das bereits bei den Eltern der Fall war. Bluthochdruck gilt neben Zuckerkrankheit und starkem Übergewicht als ein wichtiger Risikofaktor für das Entstehen von Arteriosklerose, die wiederum schwere Schäden am Herz-Kreislauf-System, etwa Herzinfarkte, auslösen kann.

Weitere Beschwerden, bei welchen Präparate wie Alprenolol verabreicht werden, sind koronare Herzerkrankungen, Herzinfarkt-Therapie, Herzinsuffizienz sowie Herzrhythmusstörungen. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Angstzustände oder Migräne, bei welchen das Präparat im individuellen Fall Linderung verschaffen kann.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die im Alprenolol enthaltene Wirkstoffgruppe ISA führt häufiger zu Schlafstörungen als ISA-freie Betablocker. Ansonsten können bei der Einnahme von Alprenolol dieselben Nebenwirkungen auftreten wie bei allen Betablockern. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören ein zu langsamer Puls, eine Herzinsuffizienz oder Asthmaanfälle.

Diese Nebenwirkung ist auch der Grund dafür, dass Alprenolol Patienten, welche unter Asthma bronchiale leiden, nicht verabreicht werden sollte. Unter Herzinsuffizienz, die als eigenes Krankheitsbild bekannt ist, wird die Unfähigkeit des Herzmuskels bezeichnet, die Blutmenge, welche der Körper benötigt, in die Herzvorhöfe zu transportieren, ohne dass es zu einem Druckanstieg kommt.

Häufig können auch andere Probleme wie Müdigkeit, periphere Durchblutungsstörungen, depressive Verstimmungen oder Erektionsstörungen auftreten. Auch Überleitungsstörungen am Herzen können als unerwünschte Wirkung von Betablockern auftreten. Dabei handelt es sich um eine relativ häufige Form von Herzrhythmusstörungen.

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