Alosetron

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Das Präparat Alosetron wirkt auf Gewebehormone aus der Gruppe der Serotonine, die vorwiegend im menschlichen Verdauungstrakt vorkommen und hier den Transport des Stuhls durch den Darm steuern. Der Wirkstoff wird lediglich in den USA unter strengen Auflagen an Patientinnen mit einem schweren Reizdarmsyndrom verabreicht. Der Grund: Es sind gravierende Nebenwirkungen möglich, weshalb das Präparat auch für einige Monate vom Markt genommen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Alosetron?

Der Arzneistoff Alosetron zählt zur Gruppe der Setrone, obwohl er sich von diesen in Bezug auf seine Wirkung unterscheidet. Während Setrone üblicherweise während der Tumor-Chemo- oder Strahlentherapie sowie bei postoperativer Übelkeit mit Erbrechen verwendet wird, wird Alosetron in den USA zur Behandlung des Reizdarmsyndroms verabreicht.

Teilweise können bei einigen Patienten, die unter dem Fibromyalgiesyndrom leiden, auch Schmerzen gelindert werden. Alosetron wurde zunächst Anfang 2000 in den USA zugelassen, allerdings wegen gravierender Nebenwirkungen nach neun Monaten vorübergehend vom Markt genommen. Mitte 2002 wurde der Wirkstoff unter dem Handelsnamen Lotronex mit einer eingeschränkten Zulassung erneut auf den Markt gebracht.

Pharmakologische Wirkung

Bei Alosetron handelt es sich um einen selektiven Hemmstoff, der auf die Serotonin-Rezeptoren wirkt. Diese erscheinen im menschlichen Organismus im Magen-Darm-Trakt besonders häufig. Wie alle Wirkstoffe aus dieser Stoffgruppe wirkt Alosetron zunächst gegen Erbrechen.

Zudem bewirkt das Präparat, dass sich der Stuhl langsamer durch den Darmtrakt bewegt. Bei Serotonin handelt es sich um ein Gewebshormon, das vor allem im zentralen Nervensystem, im Herz-Kreislauf-System und im Darmnervensystem vorkommt. Dieses Hormon wirkt nicht nur auf die Tätigkeit des Magen-Darm-Traktes, sondern auch auf den Blutdruck und die Übertragung der Signale im zentralen Nervensystem.

Im Magen-Darm-Trakt hat das Hormon sensorische und motorische Funktionen. Zum einen reagiert der Darm unmittelbar auf Serotonin, zum anderen übernimmt es eine Funktion als Neurotransmitter. Serotonin, welches in der Darmschleimhaut freigesetzt wird, aktiviert verschiedene Neurone. Diese spielen daraufhin zusammen, woraufhin die Welle aus Kontraktion und darauf folgender Relaxation entsteht, die den Stuhl durch den Darm in Richtung Anus bewegt wird.

In seiner sensorischen Funktion leitet Serotonin Beschwerden aus dem Verdauungsapparat an das Gehirn weiter und kann dabei Übelkeit und Erbrechen verursachen, ohne dass eine konkrete Ursache für diese Beschwerden ausgemacht werden kann.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Der Wirkstoff wird lediglich in den USA unter strengen Auflagen an Patientinnen mit einem schweren Reizdarmsyndrom verabreicht.

Alosetron wird in den USA unter bestimmten Voraussetzungen an Frauen verabreicht, die an einem schweren Reizdarmsyndrom leiden. Zu den Voraussetzungen gehört, dass sie seit mindestens sechs Monaten an den Beschwerden - vor allem unter Durchfall - leiden und nicht auf andere Behandlungsmethoden ansprechen.

Zudem darf ihr Verdauungstrakt keine biochemischen oder anatomischen Anomalien aufweisen. Ärzte, die das Präparat verabreichen wollen, müssen sich in ein sogenanntes Verordnerregister des Herstellers einschreiben und eine schriftliche Vereinbarung mit ihrer Patientin schließen. Als Reizdarmsyndrom werden verschiedene funktionelle Darmerkrankungen bezeichnet, die Symptome verschiedener anderer Darmkrankheiten nachahmen können.

Weil das Reizdarmsyndrom an sich ungefährlich ist, gilt lang anhaltender Durchfall als Leitsymptom für die Verordnung von Alosetron. Der Grund: Weil der Stuhl bei Durchfall zu flüssig ist, kann lang anhaltende Diarrhoe zu einem großen Verlust von Flüssigkeiten und Elektrolyten führen. Dies ist für die betroffenen Patientinnen insofern gefährlich, weil Elektrolyte wie Natrium, Magnesium, Calcium oder Phosphat eine wichtige Rolle für ein reibungsloses Funktionieren der Zellen im Körper spielen.

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Risiken & Nebenwirkungen

Etwa ein Drittel der Patientinnen, die mit Alosetron behandelt werden, klagen über eine Verstopfung. Sie können den Darm also weniger als dreimal wöchentlich entleeren. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören außerdem Bauchschmerzen, Unwohlsein sowie Übelkeit.

Etwa bei zwei Promille aller Patientinnen, die unter Nebenwirkungen klagen, kommt es zu schweren Verstopfungen, die einen chirurgischen Eingriff notwendig machen. Auch ischämische Darmentzündungen sind möglich. Mit diesem Begriff werden diverse Entzündungen im Dick- oder Grimmdarm bezeichnet, die akut oder chronisch verlaufen können. Diese gehen oft einher mit schleimig-blutigem Durchfall und können im Extremfall sogar zum Tod führen, wenn diese Nebenwirkung nicht schnellstmöglich behandelt wird.

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