Almotriptan

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Bei Almotriptan handelt es sich um ein Akut-Medikament gegen Migräne. Das von der spanischen Pharma-Firma Almirall produzierte Arzneimittel wird in Deutschland von unterschiedlichen Firmen angeboten und ist in Apotheken auch rezeptfrei erhältlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Almotriptan?

Als gefäßverengender, schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkstoff der Gruppe der Triptane dient Almotriptan zur akuten Behandlung von Migräne mit und ohne Aura. Zur vorbeugenden Behandlung eignet es sich nicht.

Die Wirkweise basiert auf dem Agonismus an den Serotonin-5-HT1-Rezeptoren. Almotriptan steht erst seit 2009 als zweites rezeptfreies Triptan zur Verfügung. Bis dahin gab es für die Selbstmedikation ausschließlich Naratriptan.

Wegen ihres guten Nutzen-Risiko-Verhältnisses wurde für beide Wirkstoffe die Rezeptpflicht aufgehoben. Dennoch wird weiter empfohlen, bei anhaltenden Kopfschmerzen über 24 Stunden sowie beim Auftreten weiterer Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Almotriptan wird oral mit Flüssigkeit eingenommen und ist in Tablettenform im Handel. Die Bioverfügbarkeit beträgt 70 %. Der Abbau geschieht in der Leber. Die Halbwertzeit beträgt circa 3 - 4 Stunden. Almotriptan hat sich als gut verträglich erwiesen.

Pharmakologische Wirkung

Das zu den Triptanen zählende Medikament Almotriptan wirkt direkt am Schmerzort auf die Blutgefäße im Gehirn vasokonstriktorisch (gefäßverengend). Migräneschmerz ist vasodilatatorisch (gefäßerweiternd) bedingt.

Durch das Engerstellen der Blutgefäße mittels Almotriptan lässt nicht nur der Schmerz nach. Auch die vielfach im Zusammenhang mit Migräne beklagten zusätzlichen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit bleiben aus. Daneben bewirkt Almotriptan, dass die Menge der ausgeschütteten Entzündungsbotenstoffe zurückgeht. Die erste Schmerzlinderung setzt ungefähr eine halbe Stunde nach Einnahme ein. Der charakteristische Mechanismus der Wirkung von Almotriptan bedeutet allerdings, dass das Medikament bei Kopfschmerzen anderer Genese nicht hilft.

Als Vorbeugungsmittel gegen Migräneanfälle lässt sich Almotriptan nicht einsetzen. Wohl aber zeigt es eine gute Wirkung, wenn es bereits gleich zu Anfang einer Migräne bei noch leichten Kopfschmerzen mit etwas Flüssigkeit eingenommen wird. Auf diese Weise lassen sich Stärke und Dauer der Migräneattacken wesentlich besser beeinflussen, als dies bei einer fortgeschrittenen Migräne mit entsprechend mittleren oder schweren Schmerzen der Fall ist.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bei Almotriptan handelt es sich um ein Akut-Medikament gegen Migräne.

Obwohl es für das Entstehen einer Migräne noch keine vollständige Erklärung gibt, ist Almotriptan eine gute Wahl zur Therapie. Die gute Verträglichkeit des Wirkstoffs ist ein weiteres überzeugendes Argument für die Verordnung dieses Arzneimittels.

Migräneanfälle treten bei Betroffenen kaum einmalig auf, sondern sind als wiederkehrende Begleiter zu betrachten. Dabei treten Migräneattacken häufig unverhofft auf mit gravierenden Folgen im privaten wie beruflichen Leben. Als Akutmedikament stellt Almotriptan daher eine effektive Hilfe dar. Vorbeugen lässt sich damit jedoch nicht.

Tritt ein Migräneanfall auf, sollte Almotriptan umgehend eingenommen werden. Es wurde speziell auf eine gezielte Wirkung auf die Hirnhautblutgefäße hin entwickelt. Dort hemmt es laufende Entzündungsvorgänge und stellt die bei einer Migräne für den Schmerz verantwortlichen weitgestellten Blutgefäße enger. Das Wissen um die zuverlässige und rasch eintretende Wirkung von Almotriptan bedeutet für die Erkrankten eine zusätzliche Erleichterung.

Seinen Beinamen „Alleskönner“ verdankt Almotriptan seinen außergewöhnlichen Therapieerfolgen. So gaben in einer Befragung rund zwei Drittel der Personen eine deutliche Schmerzreduktion innerhalb der nächsten 2 Stunden nach Einnahme an. Etwa ein Drittel der Befragten gab sogar komplette Schmerzfreiheit an.

Bereits nach rund 30 Minuten ist eine erste Linderung der Schmerzen zu spüren. Hinzu kommt, dass die Wirkung von Almotriptan auch im Langzeitverlauf nicht nachlässt und sogenannte Wiederkehrkopfschmerzen bei Patienten mit 18 - 27 % unter einer Medikation mit Almotriptan deutlich seltener auftraten als bei Behandlungen mit alternativen Medikamenten.

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Risiken & Nebenwirkungen

So hilfreich Almotriptan für die meisten Migränepatienten ist, darf es bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und bei bestimmten Erkrankungen nicht eingenommen werden.

Kontraindikationen bestehen für eine schwere Funktionsstörung der Leber und bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Gefäßerkrankungen. Dazu darf es nicht gemeinsam mit Ergotamin und Ergotaminderivaten oder anderen 5-HT1B/1D-Agonisten (Triptanen) verwendet werden, da dies leicht zu einer Wirkungsverstärkung führt.

Die Einnahme von Almotriptan kann Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen hervorrufen. Als weitere Nebenwirkungen können auftreten: Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Mundtrockenheit, Engegefühl im Hals, Durchfall, Schwäche, Muskel- und Knochenschmerzen, Brustschmerzen, Parästhesien und Herzklopfen.

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