Allobarbital

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Als Allobarbital wird ein medizinischer Wirkstoff bezeichnet. Ihm kommt ein beruhigender, einschläfernder und schmerzhemmender Effekt zu. Europaweit unterliegt das Medikament jedoch zahlreichen gesetzlichen Einschränkungen und erlangt somit auch den Status einer Droge.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Allobarbital?

Das Allobarbital tritt in Form eines weißen Pulvers auf. Insofern wird es häufig als Tablette oder Kapsel verabreicht. Aufgrund seiner Löslichkeit in Wasser wird es aber in einigen Fällen auch mit Plasma verdünnt und als Infusion in den Leib des Patienten eingebracht.

Das aus der Familie der Barbiturate stammende Mittel wird seit rund 100 Jahren medizinisch verwendet – gilt heutzutage aber als umstritten. Es wirkt bei wiederholter Anwendung suchtfördernd und kann bei einer einmaligen Überdosierung auch den Tod auslösen. Allgemein kommt dem Allobarbital eine beruhigende Wirkung zu.

Es soll die Tätigkeit des Gehirns sowie des Bewusstseins reduzieren. In der Folge nehmen die Patienten eine erhöhte Müdigkeit wahr und neigen zum Schlaf. Ebenso senkt das Präparat das Schmerzempfinden. Als Beruhigungsmittel vor und als zusätzliches Anästhetikum während einer Operation erlangte es daher über Jahrzehnte hinweg einen hohen Stellenwert.

Pharmakologische Wirkung

Als Barbiturat greift das Allobarbital auf das Nervensystem des Betroffenen zu. Es gelangt durch die Blutbahn in den Kontakt mit den Nervenzellen. Dort wird vorrangig der GABA-Rezeptor besetzt. Dieser bindet die Gamma-Aminobuttersäure, die hier als Neurotransmitter fungiert. Letztgenannte transportiert also den Schmerz und weitere Empfindungen zum Gehirn.

Das Allobarbital blockiert den Rezeptor jedoch. Auf diese Weise kann die Gamma-Aminobuttersäure nicht in das Denk- und Bewusstseinszentrum des Patienten gelangen. Mehr noch: Das Allobarbital ist sogar zu einer Imitation des Rezeptors fähig. Damit können weitere Gamma-Aminobuttersäuren gebunden und am Transport gehindert werden. Es lässt sich folglich eine Beruhigung und Unempfindlichkeit gegenüber Schmerzen erzielen.

Daher kam das Allobarbital insbesondere als Bestandteil der Narkose zum Einsatz, wurde ebenso aber zeitweilig als Schmerzmittel verschrieben. Die Wirkdauer des Präparats hält nach der Verabreichung etwa vier bis sechs Stunden an. Bereits vor und kurz nach dieser Frist sind die Effekte aber schon beziehungsweise noch in schwächerer Form wahrnehmbar.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Allobarbital soll die Tätigkeit des Gehirns sowie des Bewusstseins reduzieren. In der Folge nehmen die Patienten eine erhöhte Müdigkeit wahr und neigen zum Schlaf.

Allerdings rückte das Allobarbital in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Kritik. Seine suchtfördernde Eigenschaft führte dazu, dass eine Verordnung als Schlafmittel in den meisten europäischen Ländern nicht mehr vorgenommen wird. Gerade in den osteuropäischen Nationen kommt es zwar als Beruhigungsmittel nach wie vor zum Einsatz und soll insofern vor den diversen medizinischen Eingriffen eine Angstlinderung des Patienten erzielen.

Ebenso ist eine unterstützende Wirkung der Analgetika möglich. Diese Schmerzmittel beeinträchtigen die Wahrnehmung des Betroffenen. Eine kombinierte Verabreichung eines Analgetikums in Verbindung mit dem Allobarbital war daher häufiger zu beobachten. Dennoch befindet sich das letztgenannte Medikament auf dem Rückzug. Es weist zu starke Nebenwirkungen auf.

Zudem kann sein Effekt bei anderen Wirkstoffen risikoärmer erreicht werden. Ein Rückgriff auf dieses Barbiturat wird damit umgangen. Lediglich in einigen wenigen Fällen ist eine Beimischung zu den gebräuchlichen Psychopharmaka zuweilen noch üblich. Hier wird eine Beruhigung des Gehirns und des Bewusstseins angestrebt – auch das aber lediglich in sehr geringen Dosierungen und ausnahmslos in Kombination mit anderen Heilmitteln.

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Risiken & Nebenwirkungen

Insgesamt besitzt das Allobarbital zu viel Gefährdungspotenzial. Es kann die Sucht nach Rauschmitteln auslösen oder fördern. In starken Dosierungen wirkt es gesundheitsschädlich bis tödlich. Wenngleich die letale Menge für einen Menschen nur schwer erreichbar wäre.

Das Barbiturat darf daher ausnahmslos nach Verschreibung und Anordnung eines Facharztes verwendet werden. Nach der Einnahme lassen sich immer wieder leicht sedierende Nachwirkungen wahrnehmen. Sie können in Form einer erhöhten Müdigkeit oder eines herabgesetzten Bewusstseins auftreten. Auch die motorischen Fähigkeiten werden gehemmt. Das Autofahren sollte in jenen Momenten folglich unterbleiben.

Selten wird dagegen eine Beeinträchtigung des Magen-Darm-Trakts verzeichnet. Schwindelgefühle, Durchfall und Erbrechen wären dafür jedoch die typischen Symptome. Allerdings lässt sich das Allobarbital heute ohnehin nur in einigen wenigen Arzneimitteln finden und dürfte innerhalb der kommenden Jahre wohl auch gänzlich vom Markt genommen werden.

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