Allergische bronchopulmonale Aspergillose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. März 2017
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Die allergische bronchopulmonale Aspergillose beschreibt eine Reaktion auf eine Infektion mit Pilzen im Bereich der Atemwege. Der Pilz löst anschließend chronische Reaktionen aus, die zu wiederkehrenden Entzündungen der Lunge führen. Die Erkrankung tritt vorwiegend bei Menschen mit chronischen Lungenbeschwerden auf, beispielsweise Asthma und Mukoviszidose.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine allergische bronchopulmonale Aspergillose?

Die allergische bronchopulmonale Aspergillose ist eine Erkrankung der Lunge, die durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus verursacht wird. Zu den häufigsten allergieauslösenden Schimmelpilzen gehört der Typ Aspergillus fumigatus.

Sehr oft tritt die allergische bronchopulmonale Aspergillose als Komplikation bei Mukoviszidose auf. Hier sind 10 bis 15 Prozent der Patienten betroffen, bevorzugt im zweiten Lebensjahrzehnt. Die allergische bronchopulmonale Aspergillose wird in verschiedene Stufen eingeteilt:

  • Stufe I: Erstmanifestation (erstes Auftreten der Erkrankung)
  • Stufe II: Remission (Symptomatik bildet sich vorübergehend zurück)
  • Stufe III: Exazerbation - erneute Verschlechterung des Krankheitsbildes
  • Stufe IV: schweres Asthma
  • Stufe V: Lungengewebe weist irreversible fibrotische Veränderungen auf

Die allergische bronchopulmonale Aspergillose wird in fünf Stufen eingeteilt, allerdings handelt es sich dabei um keine Phasen, denn der Betroffene kann sich bereits bei der ersten Diagnose in der fünften Stufe befinden. Zudem ist eine Rückentwicklung von einer höheren in eine niedrigere Stufe möglich.

Ursachen

Die allergische bronchopulmonale Aspergillose betrifft bis zu 25 Prozent der Mukoviszidose-Patienten. Auch Menschen, die an Asthma leiden, erkranken häufig daran. Die auslösenden Allergene sind Bestandteile von Schimmelpilzsporen, insbesondere Aspergillusarten. Zu den wichtigsten Quellen gehören Blumentopferde, Aquarien, feuchte Stellen im Haus, Hydrokulturen, Biomüll, Befeuchter, Klimaanlagen sowie Tiere mit Fell und Federn und deren Umgebung.

Je nach Windrichtung sind zudem Tierställe, Scheunen mit Heu und Stroh, Teiche, Silos eine Gefahrenquelle. Schimmelpilzsporen kommen beispielsweise auf dem Boden, im Staub und Wasser vor, werden durch den Wind sehr weit transportiert und können sehr einfach eingeatmet werden, was die allergische bronchopulmonale Aspergillose auslösen kann.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die allergische bronchopulmonale Aspergillose löst verschiedene Symptome aus. Es kommt zum Bronchospasmus, zur Schleimhautschwellung und zur verstärkten Schleimproduktion in den Bronchien. Eine weitere Folge ist ein Funktionsverlust in den Lungenbläschen sowie im Zwischenzellgewebe der Lunge.

Folgende weitere Symptome können auftreten: Fieber, Aushusten von Schleim und bräunlich verfärbtes Sputum, sowie Schmerzen im Brustkorb. Auch Kurzatmigkeit und Gewichtsverlust können auftreten. Die Erkrankung ist laut Symptomatik leicht mit der Tuberkulose zu verwechseln. Zudem ähneln die Beschwerden denen der Erkrankungen Mukoviszidose und Asthma, sodass die Betroffenen, die darunter leiden, die allergische bronchopulmonale Aspergillose oftmals nicht erkennen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Da die Symptome den Beschwerden bei Mukoviszidose und Asthma sehr ähnlich sind, kann es schwierig sein, eine allergische bronchopulmonale Aspergillose zu diagnostizieren. Andere möglichen Ursachen wie eine Lungenentzündung müssen zunächst einmal ausgeschlossen werden. Dem Arzt stehen folgende Untersuchungen zur Verfügung: Röntgen des Thorax, Computertomographie, Blutuntersuchung, Sputumkultur und ein Hauttest .

Je früher die allergische bronchopulmonale Aspergillose erkannt und die Behandlung eingeleitet wird, desto günstiger ist auch der Verlauf der Erkrankung. Mit Medikamenten kann die allergische bronchopulmonale Aspergillose gut behandelt werden, allerdings muss die Lunge regelmäßig untersucht werden, da sich die Erkrankung verschlimmern kann.

Die allergische bronchopulmonale Aspergillose kann in schweren Fällen die zentralen Atemwege auf Dauer beeinträchtigen, sodass sie breiter werden, was zu Bronchiektasen führt. Zudem kann diese Erkrankung schwere Atemprobleme oder ein Herzversagen verursachen. Diese schwerwiegenden Komplikationen treten häufiger bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Mukoviszidose auf.

Ohne eine Behandlung der allergischen bronchopulmonalen Aspergillose entwickeln sich ein chronisches Bronchialasthma und Fibrosen (vernarbte Lungenbezirke), die dadurch für den Gasaustausch nicht mehr zur Verfügung stehen.

Behandlung & Therapie

In der Anfangsphase ist in der Regel eine längere Kortison-Behandlung notwendig. Die Behandlung wird zum Teil mit einem Pilzmittel unterstützt, um das Ausmaß der Belastung mit Schimmelpilzen in den Bronchien zu reduzieren. Antiallergische Medikamente können die Entzündung zusätzlich eindämpfen.

Der Arzt kann gegebenenfalls auch ein Asthma-Medikament verschreiben, damit die Atemwege geöffnet werden und das Abhusten des Schleims dadurch erleichtert wird. Des Weiteren hilft dies, den Pilz aus den Atemwegen zu entfernen. Die Therapie der allergischen bronchopulmonalen Aspergillose verfolgt in erster Linie das Ziel, bei auftretenden Schüben die Symptome zu verringern und weitere Schübe zu verhindern, indem der Pilzbefall der Atemwege bekämpft wird.

Dadurch soll eine Verschlimmerung der Erkrankung vermieden werden. Entscheidend ist hierfür zudem das sofortige weitestgehende Meiden des Allergens, da der Pilzbefall sonst nicht gestoppt werden kann. Auch wenn sich die Symptome vor der empfohlenen Einnahmedauer verbessern, sollten die Medikamente erst nach einer ärztlichen Beratung abgesetzt werden. Dadurch wird eine umfassende Behandlung ermöglicht und die Gefahr eines Rückfalls gemindert.

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Vorbeugung

Eine allergische bronchopulmonale Aspergillose ist schwer zu vermeiden, denn der auslösende Pilz kommt in der normalen Umgebung vor. Doch es ist möglich, wiederkehrenden Schüben entgegenzuwirken, wenn die verordneten Medikamente laut ärztlicher Anweisung eingenommen werden. Zudem ist es wichtig, nachdem die Diagnose gestellt wurde, das Allergen zu meiden.

Dies bedeutet, sich von möglichen Infektionsquellen aus dem Umfeld fernzuhalten. Dies ist auch der Grund, dass Besucher keine Topfpflanzen ins Krankenhaus mit Blumenerde mitbringen dürfen, da dies eine der verschiedenen Gefahrenquellen darstellt. Zu Hause empfiehlt es sich, den Kontakt mit Erde, Kompost und Biomüll möglichst zu meiden.

Bücher über Lungenerkrankungen

Quellen

  • Duale Reihe Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kayser et al.: Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2005
  • Suttorp et al.: Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln. Thieme, Stuttgart 2003

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