Alfentanil

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
Startseite » Wirkstoffe » Alfentanil

Das Alfentanil wird in der Medizin hauptsächlich zur Anästhesie eingesetzt. Durch seine schnelle Wirkzeit bei gleichzeitig geringer Wirkdauer kommt es insbesondere bei kleineren Eingriffen zur Anwendung. Das Opioid hinterlässt bei dem Patienten nahezu keine Begleiterscheinungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Alfentanil?

Opioide wurden in den letzten Jahrzehnten häufig zur Betäubung der Patienten eingesetzt. Ihre Wirkungsweise kann jedoch variieren. Daher haben sich unterschiedliche Grundstoffe für die jeweilige Effekterzielung etabliert.

Dem Alfentanil kommt eine hohe Bedeutung bei kurzzeitigen operativen Eingriffen zu. Das Präparat kann bereits nach 30 bis 60 Sekunden wirken und erweist sich damit als deutlicher schneller im Vergleich zu vielen anderen Anästhetika. Damit verbunden ist aber auch eine relativ geringe Wirkdauer. Der Grundstoff wird nach etwa zehn Minuten den gewünschten Effekt minimieren.

Je nach körperlicher Konstitution und Einsatzzweck werden etwa 1,5 bis 2 Milligramm intravenös – in einigen Fällen auch transdermal – für einen durchschnittlichen Erwachsenen verabreicht. Das Alfentanil zeitigt dabei nahezu keine Nachwirkungen während des Aufwachens beim Patienten. In der Folge wird das Betäubungsmittel über die Leber abgebaut. Auch dieser Prozess gelingt vollständig.

Pharmakologische Wirkung

Das Alfentanil gelangt nach der Verabreichung binnen eines Kreislauftaktes in den Organismus. Dort besetzt es die Opioidrezeptoren. Sie sind für die Weiterleitung des Schmerzreflexes innerhalb des zentralen Nervensystems verantwortlich. Diese Funktion wird jedoch gehemmt und kurzzeitig sogar vollständig blockiert.

Der Schmerz als solcher tritt im Zuge der Operation zwar auf, kann von dem Patienten aber nicht wahrgenommen werden. Ein weiterer Effekt liegt in der beruhigenden Wirkung des Alfentanil. Es kann somit in geringer Dosierung bereits vor dem Eingriff verabreicht werden. Hierbei besänftigt es die Nerven, löst vorhandene mentale Beschwerden und lindert die Ängste des Betroffenen. Dieser wird dem weiteren Vorgehen somit gelassen gegenüberstehen.

Im Vergleich zu vielen anderen Opioiden wird das Alfentanil auch bei mehrfacher Anwendung keine Verringerung der Halbwertzeit verzeichnen. Die Wirkdauer bleibt in etwa stets gleich. Die meisten anderen Präparate aus der Gattung der Anästhetika büßen ihren Effekt dagegen bei wiederholter Anwendung ein und müssten entsprechend stärker dosiert werden, um eine Betäubung zu erreichen. Gerade bei mehreren Operationen mit geringem Umfang natürlich ein Vorteil.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Das Alfentanil wird in der Medizin hauptsächlich zur Anästhesie eingesetzt.

Die vorrangige Verwendung des Alfentanil vollzieht sich bei kleineren Eingriffen im Bereich der Chirurgie oder der Zahnheilkunde. Hier werden die auftretenden Schmerzen gedämpft und das Bewusstsein beruhigt. Der Patient muss insofern keine Vollnarkose erhalten, sondern kann während der Operation durchaus im Wachzustand verbleiben.

Einen positiven Effekt erwirkt das Alfentanil aber ebenso bei der Vollnarkose. Reicht während eines umfangreichen Eingriffs das zuvor bemessene Anästhetikum nicht aus und ist doch bereits ein Ende der Operation erkennbar, so kann für die letzten verbleibenden Minuten das Alfentanil zusätzlich injiziert werden. Es überbrückt somit jene Phase, in der das eingangs verabreichte Schmerzmittel an Wirkung verliert.

Hier wären stets aber vorab etwaige Wechselwirkungen zwischen beiden Mitteln zu hinterfragen. Da das Alfentanil aus der Familie der Opioide suchtfördernd und euphorisierend wirkt, ist die Einnahme ohnehin gesetzlich strikt begrenzt. Damit soll einem Fehlgebrauch sowie dem Auftreten eines berauschenden Effektes entgegengewirkt werden. Das Alfentanil wird somit häufiger durch das ihm verwandte Fentanyl ersetzt.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Risiken & Nebenwirkungen

Das Alfentanil wirkt erst in höheren Dosierungen berauschend. Im Rahmen einer professionellen Betäubung wird es weder nach der Einnahme noch nach der Operation nachwirken. Der Patient ist somit nach dem Eingriff auch nicht benommen oder auf unnatürliche Weise euphorisiert.

Dennoch können leichte Atembeschwerden auftreten. Sehr selten neigt der Betroffene auch zu einer Atemdepression. Bei ihr nimmt die Frequenz der Luftaufnahme ab. In schwerwiegenden Fällen kann daraus eine gesundheitsschädliche Wirkung entstehen. Häufiger wird dagegen ein kurzzeitiges Schwindelgefühl, eine Beklommenheit und die Wahrnehmung eines nicht definierbaren Druckes im Brustbereich verzeichnet.

So kann auch die Bewegungsfähigkeit des Leibes leicht herabgesetzt sein. Eine Beschränkung der Sehfähigkeit lässt sich zuweilen ebenso beobachten. Der Betroffene sollte nach der Anwendung daher kein Auto fahren und keine sonstige Maschine bedienen.

Bücher über Narkose

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: