Aleplasinin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Aus dem Wirkstoff Aleplasinin wird aktuell ein Medikament entwickelt, das in der Therapie von Alzheimer-Kranken verwendet werden soll. Das Präparat soll verhindern, dass sich Ablagerungen bilden, welche Gehirnzellen zum Absterben bringen, wodurch die Krankheit verschlimmert wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Aleplasinin?

Bei Aleplasinin handelt es sich um einen selektiven Inhibitor, der auf die Plasminogenaktivatorinhibitor PAI-1 wirken soll. Dabei handelt es sich um Proteine, die im Blut enthalten sind und eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung spielen.

Der Inhibitor PAI-1 hat die Aufgabe, die Fibrinpolymere abzubauen, die bei der Blutgerinnung als eine Art Klebstoff fungieren, so dass diese im Organismus abgebaut werden können. In seltenen Fällen kann es innerhalb des menschlichen Körpers zu einem PAI-1-Mangel kommen, wenn eine Mutation am SERPINE1-Gen vorliegt. Aus dem Wirkstoff wird aktuell vom US-amerikanischen Pharmaunternehmen Wyeth das Medikament PAZ-417 entwickelt.

Dieses Unternehmen ist auch in Deutschland mit einem Standort vertreten, in dem die medizinische Forschung einen erheblichen Schwerpunkt darstellt. Sobald das Medikament getestet und für den Handel zugelassen ist, soll es in der Therapie der Alzheimer-Krankheit verwendet werden.

Pharmakologische Wirkung

Bei Patienten, die unter der Alzheimer-Krankheit leiden, lagern sich sogenannte senile Plaques an den Neuronen in der grauen Hirnmasse an. Bei diesen Plaques handelt es sich um fehlerhaft gefaltete Aminosäuren und Proteinstrukturen, die sich in den Nervenzellen ansammeln. Diese Ansammlungen führen letztlich zum Absterben der betroffenen Nervenzellen.

Es handelt sich dabei vorwiegend um die Peptide Beta-Amyloid, die in einem gesunden Organismus zwar laufend erzeugt werden, sich üblicherweise aber nicht ablagern. Jüngere Forschungen haben ergeben, dass diese Peptide eine Schlüsselfunkton bei der Verarbeitung von Informationen im Gehirn innehaben. Im Normalfall aktiviert das Beta-Amyloid-Peptid den Plasminogenaktivator, der wiederum andere Enzyme aktiviert, die schließlich das Beta-Amyloid-Peptid wieder abbauen.

Bei Patienten, die unter der Alzheimer-Krankheit leiden, ist dieser Mechanismus massiv zerstört. Aleplasinin korrigiert diese Fehlfunktion insofern, als das PAI-1 gehemmt wird und ein verstärkter Abbau des Beta-Amyloid-Peptids erfolgen kann. Weil dadurch verhindert wird, dass sich die Peptide in der grauen Hirnmasse ablagern können, wird das Absterben von Nervenzellen in den betroffenen Regionen verhindert.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Aus dem Wirkstoff Aleplasinin wird aktuell ein Medikament entwickelt, das in der Therapie von Alzheimer-Kranken verwendet werden soll.

Der Wirkstoff Aleplasinin soll bei der Therapie der Alzheimer-Krankheit zum Einsatz handeln. Diese Krankheit zählt zur Gruppe der neurodegenerativen Erkrankungen, die vor allem bei Patienten auftritt, die das 65. Lebensjahr überschritten haben. Die Alzheimer-Krankheit gilt als Ursache für etwa 60 Prozent aller Demenzerkrankungen, von welchen weltweit circa 24 Millionen Menschen betroffen sind.

Die Alzheimer-Krankheit wird als primäre Demenz bezeichnet, weil sich als Ursache für die Erkrankung eine Veränderung der Gehirnstruktur ausmachen lässt. Bei sekundären Demenzen hat die Erkrankung andere Ursachen wie Mangelerscheinungen, Vergiftungen oder Verletzungen. Während sich sekundäre Demenzen zumindest Teilweise heilen lassen, gilt die Alzheimer-Demenz als nicht reversibel. Das typische Merkmal einer Alzheimer-Erkrankung ist eine deutliche und wachsende Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten.

Zudem schaffen es die Betroffenen oft nicht mehr, ihren Lebensalltag zu bewältigen. Die Plaques, die durch Aleplasinin beseitigt werden sollen, bilden sich oft schon Jahre, bevor die ersten Symptome der Alzheimer-Erkrankung sichtbar werden. Weil die Behandlung umso schwieriger ist, je weiter die Alzheimer-Krankheit fortgeschritten ist, hat das US-amerikanische National Institute on Aging sieben Warnzeichen definiert, die einen Hinweis auf eine Erkrankung geben können, was die Betroffenen oder ihr direktes Umfeld ärztlich abklären lassen sollte.

Folgende Warnzeichen deuten auf eine mögliche Erkrankung hin: Der Betroffene wiederholt ständig dieselbe Frage oder erzählt dieselbe Geschichte immer wieder. Die Betroffenen können alltägliche Verrichtungen wie Kochen oder die Bedienung von Geräten nicht mehr machen und können nicht mehr sicher mit Geld umgehen. Der Betroffene findet zahlreiche Gegenstände nicht mehr oder legt sie an ungewohnte Plätze, woraufhin er andere Personen verdächtigt, sie hätten den Gegenstand weggenommen. Das Äußere wird vernachlässigt, was die Betroffenen aber bestreiten. Und: Erkrankte antworten auf Fragen durch eine Wiederholung der Frage.

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Risiken & Nebenwirkungen

Weil der Wirkstoff noch in der Entwicklungsphase ist, sind noch keine Nebenwirkungen bekannt.

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