Albumin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. November 2016
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Albumine sind Bluteiweiße, die zur Gruppe der globulären Proteine gehören. Ihre wichtigste Aufgabe im menschlichen Körper ist die Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Albumin?

Albumine sind Eiweiße, die zur Gruppe der Plasmaproteine gezählt werden. Menschliche Albumine werden auch als Humanalbumine bezeichnet. Die Bluteiweiße besitzen eine Molekülmasse von ungefähr 66000 atomaren Masseinheiten (Da). Jedes Albumin besteht aus fast 600 Aminosäuren.

Die Aminosäure Cystein ist besonders häufig vertreten, sodass Albumine einen recht hohen Schwefelgehalt aufweisen. Die Bluteiweiße sind wasserlöslich. Sie verfügen über eine relativ hohe Bindungskapazität für Wasser. Diese liegt bei 18 Millilitern pro Gramm. Aufgrund ihrer wasserbindenden Eigenschaften spielen die Bluteiweiße eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks.

Funktion, Wirkung & Aufgaben

Das Albumin ist das Protein mit der höchsten Konzentration im Blut. Damit sorgt es für den kolloidosmotischen Druck des Blutplasmas. Der kolloidosmotische Druck ist der Druck, der durch Makromoleküle in einer Lösung ausgeübt wird. Die Höhe des Drucks wird dabei durch die Anzahl der gelösten Teilchen, im diesem Fall durch die Anzahl der Eiweiße, bestimmt.

Der kolloidosmotische Druck hält die Flüssigkeit in den Blutgefäßen. Bei einem Absinken des Drucks im Blut tritt Flüssigkeit in das Interstitium ein, sodass es zur Ödembildung kommt. Albumine fungieren aber auch als Transportproteine. Sie binden verschiedene kleinmolekulare und wasserunlösliche Verbindungen und transportieren diese über die Blutbahn zu ihren Wirkorten. Zu den kleinmolekularen Verbindungen, die mit Albuminen transportiert werden, gehören Kalzium, das Hormon Progesteron, freie Fettsäuren, der Gallenfarbstoff Bilirubin, Magnesium und Medikamente.

Albumine weisen ampholytische Eigenschaften auf. Sie können Wasserstoffionen aufnehmen und stabilisieren damit den pH-Wert des Blutes. Im Gegensatz zu den Pufferkapazitäten von Hydrogencarbonat und Hämoglobin spielt die Pufferfunktion der Albumine aber eher eine untergeordnete Rolle.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte

Albumine werden in der Leber gebildet. Pro Tag produziert die größte Verdauungsdrüse des Körpers rund zwölf Gramm Albumine. Ein gesunder Mensch mit einem Gewicht von 70 Kilogramm besitzt durchschnittlich 250 bis 300 Gramm Albumine. Mehr als 50 Prozent der Albumine befinden sich im Gewebe und somit außerhalb der Blutgefäße. Nur 40 Prozent zirkulieren innerhalb der Blutgefäße in gelöster Form im Blutplasma.

Neben dem Albumin finden sich im Blut noch andere Eiweiße. Diese Plasmaproteine werden auch als Globuline bezeichnet. Sie sind allerdings mengenmäßig in der Unterzahl. 60 Prozent aller Bluteiweiße sind Albumine. Das entspricht einer Mange von 3,5 bis 4,5 Gramm pro Deziliter. Ein gesunder Mensch solle somit 35 bis 62 Gramm Albumine pro Liter Blut aufweisen. Die Referenzwerte und die ermittelten Werte können sich allerdings von Labor zu Labor stark unterschieden.

Einzelne Laborwerte sind auch nur selten aussagekräftig, sodass der Albuminwert immer von einem Arzt in Zusammenhang mit anderen Blutwerten betrachtet werden sollte. Der Albuminwert wird in der Regel im Blut gemessen. Im Urin dürfen sich nur wenig Eiweiße finden. Der Maximalwert liegt bei 30 Milligramm innerhalb von 24 Stunden. Eine erhöhte Albuminkonzentration im Urin kann auf eine Nierenschädigung hinweisen.

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Krankheiten & Störungen

Die Nierenkörperchen verfügen über eine sogenannte gefensterte Membran. Durch die kleinen Lücken, die die Zellwand der Nierenkörperchen aufweist, passen kleine Moleküle wie Mineralstoffe, Ionen oder harnpflichtige Substanzen. Für Eiweiße und auch für rote Blutkörperchen sind die Fenster zu klein. Sie verbleiben somit normalerweise im Blut und gelangen nur in seltenen Fällen und in kleiner Konzentration in den Urin.

Eine erhöhte Albuminkonzentration im Urin ist ein Hinweis auf eine Schädigung der Nieren. Die Wände der Nierenkörperchen sind dann so geschädigt, dass auch größere Moleküle den Weg in den Urin finden. Eine Albuminurie, also das Auftreten von Albuminen im Blut, findet sich beispielsweise bei der diabetischen Nephropathie. Die diabetische Nephropathie ist eine Nierenerkrankung, die als Komplikation des Diabetes mellitus auftritt. Durch die erhöhte Proteinausscheidung im Urin kommt es auch zu einer Verminderung der Bluteiweiße. Dadurch kann der kolloidosmotische Druck in den Blutgefäßen nicht länger aufrechterhalten werden. Die Osmolarität im Gefäßbett sinkt und die Flüssigkeit aus den Blutgefäßen wird in die Zellzwischenräume verschoben. Somit kommt es zu Wasseransammlungen im Gewebe (Ödemen) und zu einem verminderten zirkulierenden Blutvolumen.

Die Ödeme zeigen sich vor allem an den Beinen und an den Augenlidern. Die Kombination aus erhöhtem Eiweiß im Urin, erniedrigtem Eiweiß im Blut, erhöhten Blutfettwerten und Ödemen wird auch als nephrotisches Syndrom bezeichnet. Das nephrotische Syndrom tritt nicht nur bei der diabetischen Nephropathie, sondern auch bei der Glomerulonephritis, bei der Sarkoidose und bei der akuten interstitiellen Nephritis auf.

Ein Mangel an Albuminen im Blutserum wird als Hypoalbuminämie bezeichnet. Ursache hierfür kann wie eben beschrieben eine Proteinurie sein. Der Mangel kann aber auch durch mangelnde Produktion verursacht werden. Häufigste Ursache dafür sind Lebererkrankungen wie die Leberzirrhose oder die Hepatitis. Ein Mangel an Albuminen im Blut dient deshalb auch als Marker für einen Synthesedefekt der Leber. Der Albuminmangel ist auch an der Entstehung der Bauchwassersucht (Aszites) beteiligt. Hier sammelt sich freie Flüssigkeit in der Bauchhöhle. Die Bauchwassersucht ist ein typisches Symptom der fortgeschrittenen Leberzirrhose.

Eine Hyperalbuminämie, also eine Erhöhung der Albuminwerte im Blutserum, hat nur eine geringe diagnostische Relevanz. Erhöhte Albuminwerte finden sich eigentlich nur bei starker Dehydration durch eine zu geringe Trinkmenge oder durch ausgeprägte Flüssigkeitsverluste.

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