Akute myeloische Leukämie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. August 2017
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Die akute myeloische Leukämie, oft mit AML abgekürzt, ist eine besonders heimtückische und sich schnell ausbreitende Form des Blutkrebses, von der häufig auch Kinder betroffen sind. So ist etwa jeder dritte Krebsbefund bei Jugendlichen und Kleinkindern auf eine Leukämie zurückzuführen, wobei die akute myeloische Leukämie die zweithäufigste unter diesen diagnostizierten Leukämien darstellt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist akute myeloische Leukämie?

Leukämie heißt übersetzt "weißes Blut" und beschreibt die unkontrollierte Ausbreitung von unfertigen weißen Blutkörperchen, den sogenannten Leukozyten, im Blut und die damit einhergehende Zurückdrängung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der Blutplättchen (Thrombozyten) sowie der fertigen weißen Blutkörperchen.

Die akute myeloische Leukämie hat ihren Namen sowohl von ihrem schnellen und aggressiven - oder eben "akuten" - Verlauf als auch von der biologischen Klassifizierung ihrer Vorläuferzellen, die als "myeloisch" bezeichnet werden.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung einer akuten myeloischen Leukämie sind noch weitestgehend unerforscht. Klar ist nur, dass gewisse Umweltfaktoren, wie der häufige Kontakt mit schädlichen Stoffen, etwa Benzol, das z.B. in Benzin vorkommt oder bei der Verbrennung bestimmter Materialen, wie Autoreifen oder Holz, entsteht.

Hierdurch kommt es in der Folge zu bösartigen Veränderungen von Zellen, die so zu einer Krebserkrankung führen können. Auch in Zigarettenrauch ist eine geringe Menge Benzol enthalten.

Des Weiteren werden bestimmte Virusinfektionen, Medikamente sowie eine genetische Veranlagung mit der Entstehung einer akuten myeloischen Leukämie in Verbindung gebracht. Inwiefern eine Erkrankung aber ursächlich aus diesen Faktoren entsteht, ist nach wie vor unklar.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Leukämie heißt übersetzt "weißes Blut" und beschreibt die unkontrollierte Ausbreitung von unfertigen weißen Blutkörperchen, den sogenannten Leukozyten, im Blut.

Eine akute myeloische Leukämie verläuft schleichend und äußert sich zunächst nur geringfügig. Oft werden die anfänglichen Symptome, wie Erschöpfung, Müdigkeit, Fieber, heftiges nächtliches Schwitzen, Schwellungen der Lymphknoten oder Bauchschmerzen, mit denen einer einfachen Erkältung oder einer Grippe verwechselt und daher zunächst unterschätzt und nicht richtig zugeordnet.

Eine frühe Diagnose und schnelle Behandlung ist bei einer akuten myeloischen Leukämie aber gerade besonders wichtig, da sich die unreifen Zellen sonst extrem schnell im menschlichen Organismus ausbreiten und schon nach wenigen Wochen zu Schädigungen der Leber, der Milz und anderen wichtigen Organen des Körpers führen können.

Ferner kann es durch die schnelle Vermehrung der Leukozyten im Knochenmark zu Schmerzen in den Knochen sowie durch die verminderte Blutgerinnung - als Folge des Schwundes der roten Blutkörperchen - zu blauen Flecken und Nasenbluten kommen. Bleibt die akute myeloische Leukämie unbehandelt führt sie innerhalb von wenigen Monaten unweigerlich zum Tod des betroffenen Patienten.

Der Arzt kann eine akute myeloische Leukämie entweder durch die Auswertung eines Blutbildes, eine Untersuchung des Knochenmarks auf Anomalien in der Struktur oder durch die chemische Analyse einer Blutprobe auf abnorme Gerinnungswerte und Entzündungsparameter erkennen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die akuten Leukämien verlaufen schnell und sind ohne Behandlung tödlich. Sobald die Diagnose gestellt ist, was in der Regel schon durch einen Arzt und verschiedene Untersuchungsmethoden erfolgt, wird dem Patienten das weitere Vorgehen entweder direkt erklärt oder aber es folgt eine Überweisung an einen ansässigen Onkologen oder eine Fachklinik. Für die Genesung ist ein schnelles Handeln erforderlich und es sind unverzüglich Therapiemaßnahmen in Gang zu bringen.

Eine Eigenbehandlung ohne ärztlichen Beistand oder ein spontanes Ausheilen der Erkrankung ohne geeignete Therapie ist nicht möglich. Alternative Heilmethoden sind immer zu empfehlen, wenn sie parallel zu einer Krebstherapie stattfinden oder angewendet werden.

Alleinige Therapie können sie jedoch nicht darstellen. Betroffene sollten die Diagnose sehr ernst nehmen und nicht lange mit dem Therapiebeginn warten, auch wenn das eine große Belastung und Lebensveränderung darstellt. Die rechtzeitige Behandlung ist für eine Remission von großer Bedeutung. Je weiter die Krankheit unbehandelt fortschreiten kann, desto schlechter stehen die Chancen für eine vollständige Heilung. Deshalb gilt hier: Sofort zum Arzt und weitere Behandlungsmaßnahmen beginnen!

Behandlung & Therapie

Noch vor etwa 50 Jahren galt die akute myeloische Leukämie praktisch als unheilbar und ging die Überlebensquote der Betroffenen gegen null. Heutzutage ist die Schulmedizin aber schon einen großen Schritt weiter und kann bei Patienten, die vor ihrem 60. Lebensjahr erkranken, auf eine Heilungsquote von über 50 Prozent verweisen.

Bei Kindern liegt sie mit 70 Prozent sogar noch ein gutes Stück höher. Bei Patienten, die nach ihrem 60. Lebensjahr erkranken, hingegen nur bei 20 Prozent. Durch die Erhebung klinischer Studien konnte die Behandlung in den letzten Jahrzehnten Stück für Stück effektiver, individueller und erfolgsversprechender gestaltet werden. Mithilfe neuer Methoden der Diagnostik kann eine akute myeloische Leukämie heute zudem schneller und genauer erkannt werden, was essentiell für eine mögliche Heilung sein kann.

Eine Therapie besteht immer aus vier Therapiezyklen, die sofort nach der Diagnose beginnen. In den ersten beiden Zyklen wird mithilfe einer "Induktionschemotherapie" versucht, die kranken Zellen in ihrer Entstehung und Verbreitung einzudämmen und, wenn möglich, gänzlich zu stoppen, so dass die Erkrankung (im besten Fall) danach nicht mehr im Körper nachweisbar ist.

Anschließend soll in zwei weiteren Zyklen und durch erneute Chemotherapien, eine Rückkehr der Leukozyten und somit ein wiederholter Ausbruch der akuten myeloischen Leukämie verhindert werden.

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Vorbeugung

Der akuten myeloische Leukämie kann derzeit nur indirekt vorgebeugt werden. Der Verzicht auf Rauchen sowie andere Schadstoffe kann dazu beitragen, dass sich eine Krebserkrankung gar nicht erst entwickelt. Ein gesundes Leben, bewusste und gesunde Ernährung, sowie viel Sport und Bewegung tragen ebenzu dazu bei, das Leukämierisiko niedrig zu halten.

Das können Sie selbst tun

Die Verminderung der Erythrozyten führt zu Abgeschlagenheit. Für die Betroffenen ist es ratsam den Tag langsam und mit einigen kräftigen Atemzügen anzufangen. Langsame Bewegungsabläufe ermöglichen dem Körper Erythrozyten leichter nachzubilden. Anstrengungen wie schwere Einkaufstaschen tragen sind zu meiden. Anflüge von Schwäche insbesondere während der Arbeitsroutine lassen sich mit vielen kleinen Pausen mindern.

Unwohlsein ist ein häufiges Symptom. Diesem ist mit leichten Massagen entgegenzuwirken. Es hilft den Betroffenen, wenn sie sich mit den Händen über Arme und Beine streifen. Die Durchblutungsförderung der Füße erfordert mehr Aufwand, für sie ist ein Massageroller empfehlenswert. Die Füße tragen das gesamte Körpergewicht und sind daher besonders belastet. Der Mangel an Erythrozyten schwächt die Abwehrkräfte, Atemwegsbeschwerden und fiebrige Erscheinungen sind die Folge. Eine gepflegte Heimstätte ist daher unerlässlich.

In der Freizeit sind leichte sportliche Tätigkeiten erlaubt, Schwimmen ausgenommen. Einfache gymnastische Übungen oder kurze Radstrecken bessern den Gesundheitszustand. Entspannte Aufenthalte an frischer Luft fördern die Bildung von Erythrozyten. Spaziergänge bei Feuchtwetter sind abzuraten. Für den Urlaub sind trockene Klimazonen auszusuchen. Ein mild temperiertes Schlafzimmer verschafft Abhilfe bei den nächtlichen Schweißausbrüchen. Frische Nachtwäsche zum Wechseln und häufiges Bettenbeziehen machen diese Begleiterscheinung erträglicher.

Bücher über Leukämie & Blutkrebs

Quellen

  • Bieber, C., Baenkler, H.-W., Arasteh, K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hof, H., Dörries, R.: Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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