Akute Bronchitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Dezember 2017
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Die akute Bronchitis ist eine entzündliche Erkrankung der Bronchien, die in 90% der Fälle von Viren verursacht wird. Die Erkrankung ist durch starken Husten gekennzeichnet. In der Regel heilt die akute Bronchitis innerhalb von 14 Tagen ab. Komplikationen können allerdings zu einer chronischen Bronchitis führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Akute Bronchitis?

Die akute Bronchitis ist eine Entzündung der unteren Atemwege, die meist durch sogenannte Erkältungsviren, manchmal auch durch Bakterien, ausgelöst wird. Die Bronchien sind ein Röhrensystem, das von der Luftröhre abzweigt und zu den Lungen führt.

Die Hauptbronchien sind die zwei Hauptäste, in die sich die Luftröhre teilt. Diese Hauptbronchien unterteilen sich dann in immer feiner werdende Verästelungen, die man Bronchiolen nennt. Die Bronchien sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die einen zähflüssigen Schleim produziert und die mit Milliarden von Flimmerhärchen bedeckt ist.

Der Schleim fängt kleinste Partikel und Krankheitserreger ab, damit sie nicht in die Lunge gelangen und die Flimmerhärchen befördern sie wieder aus den Atemwegen hinaus. Bei einer akuten Bronchitis wird diese Schleimhaut infiziert und entzündet sich.

Ursachen

Die Ursachen einer akuten Bronchitis sind in den meisten Fällen Viren, seltener auch Bakterien. Eine durch Pilze verursachte akute Bronchitis ist möglich, passiert aber äußerst selten und nur wenn das Immunsystem stark geschwächt ist.

Außerdem kann eine akute Bronchitis auch als Vorläufer oder Begleiter einer anderen Erkrankung auftreten, wie beispielsweise bei Masern, Scharlach, Keuchhusten oder Windpocken. Die Viren, die bei Erwachsenen am häufigsten eine akute Bronchitis auslösen sind Grippeviren wie beispielsweise Influenza- oder Rhinoviren. Bei Kindern wird die Krankheit meist durch andere Viren verursacht, hier sind die sogenannten RS- oder ECHO Viren die Auslöser.

Eine bakterielle Infektion der Bronchien findet meist als Sekundärinfektion statt, das heißt in Folge einer bereits bestehenden Virusinfektion. Auch Reizstoffe wie Feinstaub, Dämpfe und Gase können eine akute Bronchitis auslösen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine akute Bronchitis äußert sich im Anfangsstadium durch einen Reizhusten und einen Schnupfen und ähnelt damit einer simplen Erkältung. Nehmen die Viren aber erst einmal Fahrt auf, kommen Hals- Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber hinzu. Das Reden fällt zunehmend schwerer und endet in Heiserkeit. Ein ganz allgemeines und umfassendes Krankheitsgefühl macht sich breit.

In der Folgezeit entwickelt sich ein produktiver Husten, bei dem Sekret erzeugt und abgehustet wird. Sollte das Sekret eine gelblich grüne Verfärbung annehmen, hat sich eine durch Bakterien hervorgerufene Superinfektion zusätzlich gebildet. In einigen wenigen Fällen kann es auch zu Blutbeimischungen kommen, die auf verletzte Schleimhäute hinweisen.

Diese haben für den Krankheitsverlauf keine große Relevanz, sollten aber sicherheitshalber durch einen Arzt abgeklärt werden. Manchmal ist der Husten allerdings auch unproduktiv und in einer guten Woche ausgeheilt. Es kann vorkommen, dass auch nach einer Woche keine deutliche Besserung eintritt, möglicherweise ist es sogar zu einer Superinfektion gekommen.

Treten vielleicht auch noch Atemgeräusche wie Giemen, Röcheln und Rasseln oder womöglich Atemnot auf, ist ein Arztbesuch auf jeden Fall notwendig. Die akute Bronchitis hat sich vermutlich verkompliziert und kann zu einer chronischen Bronchitis oder auch zu einer Lungenentzündung werden.

Diagnose & Verlauf

Die akute Bronchitis ist eine entzündliche Erkrankung der Bronchien, die in 90% der Fälle von Viren verursacht wird.

Das erste Symptome einer akuten Bronchitis ist ein trockener Husten, begleitet von allgemeinen Erkältungszeichen wie Schnupfen, Fieber, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Der trockene Husten ist meistens morgens beim Aufwachen besonders stark.

Nach einigen Tagen verändert sich der Husten, es bildet sich Schleim, der abgehustet werden kann. Ist die akute Bronchitis durch Viren verursacht, so ist der Schleim von weißlicher Farbe; bei einer bakteriellen Infektion ist er eitrig und grün bis gelb. In diesem Stadium fühlt man sich meist sehr abgeschlagen, der Husten wird schmerzhaft, manchmal findet man leichte Blutschlieren im abgehusteten Sekret.

Der Brustkorb brennt und Atemgeräusche werden deutlich hörbar. Sollten die Symptome der akuten Bronchitis nicht innerhalb weniger Tage wieder abklingen, ist es empfehlenswert einen Arzt aufzusuchen. Dieser wird die Lunge abhören und eine Untersuchung von Hals, Nase, Mund und Ohren durchführen. Ein Abtasten des Halses zeigt, ob die Lymphknoten geschwollen sind.

Weitere Informationen liefert eine Blutuntersuchung, mit der man auch feststellen kann ob eine bakterielle oder eine virale Infektion vorliegt. Um sicherzustellen ob eine akute Bronchitis besteht, kann der Arzt noch Nasensekret und abgehusteten Schleim untersuchen lassen, sowie die Lunge röntgen.

Komplikationen

Nach Abklingen der akuten Bronchitis kann noch längere Zeit ein trockener Reizhusten bestehen. Aus einer akuten Bronchitis kann sich eine Lungenentzündung oder eine andere bakterielle Sekundärinfektion entwickeln. Zudem kann sich aus einer akuten Bronchitis ein überempfindliches Bronchialsystem ausbilden und so zu einer spastischen Bronchitis führen.

Aus einer akuten Bronchitis kann sich auch eine chronisch-obstruktive Bronchitis entwickeln. Folglich haben Patienten ein erhöhtes Risiko, an einem nicht-allergischen Asthma zu erkranken. Auch Asthma bronchiale kann sich entwickeln. Im Zusammenhang mit einer akuten Bronchitis kann sich eine Bronchopneumonie entwickeln.

Dabei entzündet sich die Lunge herdförmig. Die einzelnen Entzündungsherde können in Größe und Entwicklungsstadium stark variieren. Für Patienten mit chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen (COPD) ist eine akute Bronchitis besonders gefährlich. Akute Bronchitis kann den Gesundheitszustand von COPD-Patienten stark verschlechtern.

Vor allem bei Kleinkindern, aber auch bei Erwachsenen kann eine akute Bronchitis zu einer Entzündung der feinsten Bronchialäste, der sogenannten Bronchiolen, führen. In seltenen Fällen kann es zu bleibenden Verschlüssen der Bronchiolen und narbigen Veränderungen kommen. Bei Kleinkindern mit akuter Bronchitis können sich im späteren Leben Bronchiektasen oder bleibende Atemwegsveränderungen entwickeln. Auch Asthma bronchiale ist nicht auszuschließen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine akute Bronchitis verläuft in den meisten Fällen harmlos und heilt auch ohne Folgen aus. An sich gesunde Erwachsene können sich daher über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen mit klassischen Hausmitteln wie der Inhalation mit ätherischen Ölen Linderung verschaffen. Bessern sich die Krankheitssymptome innerhalb von zehn Tagen nicht deutlich oder verstärkt sich das Krankheitsgefühl noch durch hohes Fieber, Abgeschlagenheit und blutigen Auswurf, sollte der Hausarzt zurate gezogen werden.

Ein- bis zweimalige Bronchialentzündungen während der kalten Jahreszeit sind insbesondere bei Kindergarten- und Schulkindern weitverbreitet und kein Grund zur Beunruhigung. Der Besuch eines Allgemeinmediziners bzw. Kinderarztes ist völlig ausreichend. Hingegen stehen häufige Krankheitsschübe und ein langsamer Heilungsprozess oftmals mit einer Grunderkrankung im Zusammenhang. Hier empfiehlt sich die Konsultation eines Facharztes für Allergologie, Pneumologie (Lungenkrankheiten) oder Immunologie (Abwehrschwäche).

Senioren, Patienten mit Bronchialasthma oder überstandenem Herzinfarkt sowie Babys und Kleinkinder zählen zu den Risikopatienten einer akuten Bronchitis. Da sich ihre Atemwege rasch verengen, sollte bei diesen Patientengruppen jeder tief sitzende Husten mit oder ohne Auswurf unverzüglich vom behandelnden Haus- bzw. Kinderarzt kontrolliert werden.

Behandlung & Therapie

Ist die akute Bronchitis nur leicht, so wird sie innerhalb von 14 Tagen ausheilen und benötigt keine besondere Therapie. Heilt sie nicht von selbst und zieht sich länger hin, so muss sie mit Medikamenten behandelt werden, um zu verhindern, dass eine chronische Bronchitis entsteht.

Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika verabreicht, bei Virenbefall wirken diese nicht. Hier können nur die Beschwerden gelindert werden. Hilfreich sind Medikamente, die den Schleim lösen und das Abhusten erleichtern. Hustenstillende Arzneien auf pflanzlicher Basis lassen die Schleimhaut abschwellen und lindern die Entzündung. Chemische Substanzen wirken direkt auf das Hustenzentrum im Gehirn und stillen so den Hustenreiz. Dieser Effekt ist für verschleimte Bronchien ungünstig, da dann der Schleim nicht abgehustet wird und die Bronchien verkleben.

Die chemischen Hustenstiller sind also eher für trockenen Husten geeignet. Zusätzlich können bei einer akuten Bronchitis entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente genommen werden. Wichtig ist es, sich zu schonen und eine Auszeit zu nehmen. Man sollte viel trinken, dies trägt dazu bei, dass der Schleim sich verflüssigt und leichter abgehustet werden kann. Auch Brustwickel mit Quark oder Kartoffeln wirken sich günstig auf den Heilungsprozess einer akuten Bronchitis aus.

Aussicht & Prognose

Eine Akute Bronchitis stellt in den seltensten Fällen ein lang anhaltendes medizinisches Problem dar. Zumeist heilt sie binnen sieben Tagen und spätestens nach zehn Tagen aus. Lediglich ein trockener Husten, der aus der Reizung der Bronchien resultiert, kann noch einige Tage länger bestehen bleiben. In seltenen Fällen hält die Krankheit mehrere Wochen an.

Da die Akute Bronchitis häufig auch binnen weniger Tage allein ausheilt, ist ein Aufsuchen eines Arztes oder gar eines Krankenhauses in der Regel nicht nötig. Der Heilung zuträglich sind ein Verzicht auf das Rauchen, kalte Luft und übermäßige Anstrengung.

Im Falle dessen, dass die Lunge des Erkrankten bereits vorgeschädigt war oder dieser ein geschwächtes Immunsystem aufweist, kann sich eine akute Bronchitis auch manifestieren. Je nach Art des Auslösers und der Widerstandskraft sowie der Selbstreinigungsfunktion der Lunge, kann sie auch in eine Chronische Bronchitis übergehen.

Auch kann eine Zweitinfektion mit Bakterien auftreten, die die geschwächten Bronchienschleimhäute besiedeln. Wird hier nicht mit Antibiotika behandelt, droht ein Verschleppen der Krankheit und ein damit einhergehendes Risiko für weitere Infektionen der Atemwege.

In den meisten Fällen bleibt eine akute Bronchitis aber folgenlos. Ein Erwachsener leidet im Durchschnitt viermal im Jahr unter ihr.

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Vorbeugung

Gegen eine akute Bronchitis kann man nicht unmittelbar vorbeugen. Man kann aber durchaus für eine gesunde Atmosphäre in den Atemwegen sorgen, in dem man schädigende Einflüsse vermeidet. Rauchen und häufiges Einatmen von Reizstoffen und Abgasen schädigen auf Dauer das Atemsystem und die Abwehrfähigkeit gegen Bakterien und Viren. Eine gesunde Lebensführung, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärken den Körper, so dass man nicht so leicht an einer akuten Bronchitis erkrankt.

Das können Sie selbst tun

Eine akute Bronchitis muss ärztlich behandelt werden, zusätzlich können jedoch einfache Hausmittel zur Linderung beitragen. Wichtig ist eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr, damit sich der festsitzende Schleim in den Bronchien verflüssigt. Als sehr wirksam erweisen sich Kräutertees mit entzündungshemmenden und schleimlösenden Wirkstoffen wie etwa Thymian, Spitzwegerich, Kamille oder Fenchel, vorzugsweise mit Honig gesüßt.

Viel Obst, Gemüse und Suppen, die je nach Geschmack mit Knoblauch oder Ingwer angereichert werden können, ergänzen die Trinkmenge und sorgen für eine ausreichende Zufuhr von wichtigen Nährstoffen und Vitaminen. Inhalationen mit Meersalz oder Kräuteressenzen erweitern die Bronchien und fördern ebenso wie Brustwickel mit Quark oder Zwiebeln das Abhusten. Neben den Hausmitteln sind in der Apotheke eine Vielzahl an Hustenmitteln erhältlich, die je nach Bedarf hustenstillend oder schleimlösend wirken.

Der Besuch einer Sauna oder eines Dampfbades fördert die Durchblutung der Schleimhäute in hohem Maße und kann im Anfangsstadium der Erkrankung die Ausbreitung der Viren oft noch verhindern – im fortgeschrittenen Krankheitsstadium sollte aufgrund der hohen Kreislaufbelastung besser darauf verzichtet werden. Körperliche Schonung hilft dem Organismus sich zu regenerieren, bei Fieber ist Bettruhe erforderlich. Bei fieberfreien Patienten kann leichte Bewegung die Heilung fördern, solange keine kalte Luft eingeatmet wird. Der Verzicht auf das Rauchen wirkt sich ebenfalls positiv auf den Krankheitsverlauf aus.

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Quellen

  • Adam, D. et al.: Die Infektiologie. Springer Verlag, Berlin 2004
  • Hahn et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin Heidelberg 2005
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012

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