Akustikusneurinom (Neurinom)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 4. April 2017
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Das Akustikusneurinom ist ein gutartiger Tumor, der den Gleichgewichtsnerv betrifft. Obwohl er gutartig ist, kann er erhebliche Beschwerden beim betroffenen Patienten hervorrufen. Bei Symptomen wie Schwindel, Hörproblemen oder Gleichgewichtsstörungen sollte daher unverzüglich ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden, damit möglichst frühzeitig eine Diagnose über die Ursache gestellt werden kann und gegebenenfalls das Akustikusneurinom so schnell wie möglich behandelt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Definition Akustikusneurinom

Beim Akustikusneurinom handelt es sich um einen gutartigen, langsam wachsenden Tumor im inneren des Schädels. Das gutartige Neurinom bildet sich aus der äußeren Hülle der Nervenzellen - den so genannten Schwann-Zellen - des Gleichgewichtsnervs.

Da der Gleichgewichtsnerv nahezu den gleichen Weg ins Gehirn hat, wie der Hörnerv, kann es bei einem Wachstum des Akustikusneurinoms auch zu Symptomen, die das Gehör betreffen, kommen. Typischerweise bildet das Neurinom keine Metastasen. Betroffene bemerken das Akustikusneurinom häufig durch das Auftreten eines Tinnitus, eines Hörsturzes oder eines einseitigen Hörverlusts.

Doch auch der Gesichtsnerv kann von einem Akustikusneurinom betroffen sein, was auch zu Lähmungen im Gesichtsbereich führen kann. Wächst das Neurinom weiter, so besteht die Gefahr, dass es den Hirnstamm oder das Kleinhirn quetscht, was schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen sollte schnellstmöglich eine passende Behandlung eingeleitet werden, um die Folgen des Akustikusneurinoms einzudämmen.

Ursachen

Die Ursache für das Akustikusneurinom ist Wissenschaftlern und Ärzten unbekannt. Allerdings steigt das Risiko, an einem Neurinom zu erkranken, mit zunehmendem Alter an. Entsteht das Akustikusneurinom im Zusammenhang mit einer Neurofibromatose Typ II, so liegt der Erkrankung eine genetische Veränderung des Erbgutes zugrunde.

Diese sind für die Entstehung gutartiger Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks verantwortlich. Hinweise auf eine Neurofibromatose können unter anderem ein beidseitig auftretendes Akustikusneurinom sowie das Vorkommen der Erkrankung im jüngeren Lebensalter sein.

Zudem kann ein Neurinom in Zusammenhang mit der Bestrahlung einer Krebserkrankung am Kopf entstehen. Auch viele Jahre nach der abgeschlossenen Krebserkrankung besteht die Möglichkeit, dass ehemalige bestrahlte Krebspatienten am Akustikusneurinom erkranken.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Das Akustikusneurinom ist ein gutartiger Tumor, der den Gleichgewichtsnerv betrifft. Der Gleichgewichtsnerv verbindet das Gleichgewichtsorgan mit dem Gehirn.

Besteht bei einem Patienten der Verdacht auf ein Akustikusneurinom, so wird ihn der Hausarzt an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt überweisen. Nach einer ausführlichen Befragung des Patienten erfolgt die Untersuchung der Ohren sowie ein Audiogramm.

Mit diesem überprüft der HNO-Arzt, ob der Patient bestimmte Frequenzen einseitig oder beidseitig nicht mehr hören kann. Eine weitere Diagnosemöglichkeit besteht in der Hirnstamm-Audiometrie (BERA), die die Gehörnerven überprüft. Außerdem gibt die Untersuchung Aufschlüsse über die Funktionsfähigkeit der Gehirnregionen, die am Hören beteiligt sind. Beide Tests zeigen bei einem Akustikusneurinom meist von der Norm abweichende Ergebnisse.

Auch Tests des Gleichgewichtssinns können Aufschluss über das Vorliegen eines Neurinoms geben. Um die Verdachtsdiagnose abzusichern, wird der HNO-Arzt ein MRT, also ein bildgebendes Verfahren, des Kopfes anordnen, auf dem er das Akustikusneurinom sicher nachweisen kann.

Behandlung

Für ein Akustikusneurinom gibt es je nach Lage und Größe unterschiedliche Therapiemöglichkeiten. Bei sehr kleinen Neurinomen, die dem Patienten keine Beschwerden bereiten und langsam wachsen, kann in einzelnen Fällen zunächst abgewartet werden. Natürlich bedarf der Befund des Akustikusneurinoms einer ständigen Kontrolle und Beobachtung, um ein Fortschreiten der Erkrankung möglichst frühzeitig zu bemerken.

Die zweite Möglichkeit, ein Akustikusneurinom zu behandeln, besteht in einer Operation. Diese Methode wird vor allem angewendet, wenn das Akustikusneurinom bereits sehr groß geworden ist und erhebliche Beschwerden verursacht, oder die Patienten in einem jungen Lebensalter erkranken. Ist das Akustikusneurinom noch nicht größer als zwei Zentimeter, so rät der behandelnde Arzt häufig zu einer Bestrahlung des gutartigen Tumors.

Alle drei Behandlungsmethoden haben Vor- und Nachteile, weshalb die Entscheidung über die Behandlung des Akustikusneurinoms gründlich überlegt werden sollte. Für Patienten ist es empfehlenswert, sich von mehreren Hals-Nasen-Ohren-Ärzten beraten zu lassen, um so die geeignete Therapiemethode für ihr Akustikusneurinom herauszufinden.

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Vorbeugung

Da das Akustikusneurinom zu den Tumorerkrankungen zählt, ist leider keine wirksame Vorbeugung bekannt. Lediglich kann versucht werden, durch eine gesunde Lebensweise und ausreichend Bewegung den Körper möglichst fit und gesund zu halten. Da es beim Akustikusneurinom eine familiäre Häufung gibt, sollten die Kinder betroffener Patienten möglichst frühzeitig untersucht werden, um die Entstehung eines Akustikneurinoms gegebenenfalls so rasch wie möglich zu entdecken.

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Quellen

  • Boenninghaus, H.-G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Berlin 2012
  • Probst, R., Grevers. G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. De Gruyter, Berlin 2014

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