Akupunktur in der Schwangerschaft

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Akupunktur in der Schwangerschaft gilt als schonende Maßnahme zur Linderung von typischen Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Rückenschmerzen. Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit wird sie als Alternative zur medikamentösen Therapie geschätzt, da diese bei Schwangeren nur eingeschränkt zum Einsatz kommen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Akupunktur?

Akupunktur in der Schwangerschaft kann für die werdende Mutter in vielerlei Hinsicht eine fördernde Wirkung haben. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) nutzt die Akupunktur zur Behandlung unterschiedlicher körperlicher und seelischer Beschwerden. Das Verfahren basiert auf der Annahme, dass die menschliche Lebensenergie Qi entlang festgelegter Meridian-Linien durch den Körper fließt. Ist dieser Fluss gestört, so wirkt sich dies auf das Wohlbefinden des Menschen aus.

Die Akupunktur zielt darauf ab, eine solche Störung des Qi-Flusses zu beheben. Hierfür werden schmale Nadeln entlang der Meridiane durch die Haut gestochen und dort für 20-30 Minuten belassen. Von diesen Akupunkturpunkten existieren etwa 400, denen jeweils eine unterschiedliche Wirkung zugesprochen wird. Je nach Beschwerdebild des Patienten entscheidet der Akupunkteur über Anzahl und Lage der zu stimulierenden Akupunkturpunkte.

Eine Variante der klassischen Akupunktur stellt die Dauerakupunktur dar, bei der kurze Nadeln über mehrere Tage in der Haut verbleiben. Obwohl kritische Stimmen die Wirksamkeit der Akupunktur anzweifeln, konnte diese in mehreren wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden.

Warum Akupunktur in der Schwangerschaft?

Da viele Medikamente während der Schwangerschaft nicht oder nur unter Vorbehalt verwendet werden dürfen, sind die ärztlichen Behandlungsmöglichkeiten für Schwangere mitunter deutlich eingeschränkt. Die Akupunktur stellt für viele Frauen eine Alternative zur klassischen Schulmedizin dar, denn sie gilt auch in der Schwangerschaft als gut verträglich.

Ihre vielfältigen Anwendungsgebiete erlauben eine effektive Behandlung unterschiedlicher Beschwerdebilder. Insbesondere bei den klassischen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft wie Übelkeit oder Rückenschmerzen hat sich der Einsatz von Akupunkturnadeln bewährt.

Akupunktur bei Übelkeit & Erbrechen

Nicht wenige Frauen leiden während der Schwangerschaft unter Übelkeit. Meist tritt sie während der ersten drei Schwangerschaftsmonate auf, in einigen Fällen hält sie jedoch länger an – mitunter vergeht sie erst nach der Geburt des Kindes.

Die Intensität des Übelkeitsgefühls reicht von leichtem Unwohlsein bis zur Hyperemesis Gravidarum, einer besonders ausgeprägten Form des Schwangerschaftserbrechens. Betroffene Frauen leiden sehr unter den Symptomen der Schwangerschaftsübelkeit und fühlen sich im Alltag deutlich eingeschränkt.

Da die Ursache für diese typische Begleiterscheinung einer Schwangerschaft noch nicht vollständig geklärt ist, erfolgt die Therapie rein symptomatisch. Akupunktur kann hierbei zur Linderung der Symptome beitragen. Eine zentrale Rolle spielt bei der Behandlung der Punkt P6 an der Unterseite des Handgelenks: In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird er auch bei Störungen des Magen-Darm-Traktes stimuliert.

Die Akupunkturbehandlung gegen Schwangerschaftsübelkeit erfolgt in mehreren Sitzungen bis zum dauerhaften Abklingen der Symptome. In schweren Fällen können jedoch regelmäßige Behandlungen bis zum Ende der Schwangerschaft nötig sein, da die Wirkung bereits nach wenigen Tagen wieder nachlässt.

Akupunktur bei Rücken- & Beckenschmerzen

Akupunktur kommt auch bei einer weiteren häufigen Begleiterscheinung der Schwangerschaft zum Einsatz: Rücken- und [[[Beckenschmerzen]] plagen viele Frauen vor allem in den letzten Monaten vor der Geburt. Dies lässt sich zum einen durch den zunehmenden Druck erklären, den Kind und Gebärmutter auf das Becken ausüben.

Zum anderen führt das Gewicht des Bauches dazu, dass die Schwangere eine Ausgleichshaltung einnimmt, die häufig mit einem deutlichen Hohlkreuz einhergeht. Die überlastete Rückenmuskulatur reagiert dann vor allem im Lendenbereich mit Verspannungen. Eine Akupunkturbehandlung kann diese in vielen Fällen lösen und zur Linderung der Schmerzen beitragen.

Ratsam ist ein rechtzeitiger Beginn der Behandlung, da eine bereits lange andauernde Verspannung verfestigt und somit schwerer zu lösen sein kann. Welche Akupunkturpunkte für das individuelle Beschwerdebild infrage kommen, entscheidet der erfahrene Akupunkteur nach einer ausführlichen Anamnese.

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung

Eine Geburt verläuft stets individuell und ist nicht vorhersehbar. Sie wird beeinflusst von Faktoren wie der Größe des weiblichen Beckens oder dem Gewicht des Kindes, aber auch von der Effektivität der Wehen und dem seelischen Zustand der Mutter. Verständlicherweise hegen die meisten Frauen den Wunsch nach einer möglichst schmerzarmen und komplikationslosen Geburt.

Eine geburtsvorbereitende Akupunktur kann den Geburtsverlauf sowie das individuelle Schmerzempfinden positiv beeinflussen. Darüber hinaus kommt sie zur Stimulation der Wehentätigkeit zum Einsatz, wenn der errechnete Geburtstermin überschritten wurde. Die geburtsvorbereitende Akupunktur zur Wehenanregung sollte nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

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Gibt es Nebenwirkungen von Akupunktur?

Im Allgemeinen gilt die Akupunktur als sehr gut verträglich. Als Folge des Einstechens der Nadeln in die Haut können vereinzelt Blutstropfen austreten oder Taubheitsgefühle entstehen. Gelegentlich bildet sich an der Einstichstelle ein Hämatom, das sich jedoch nach wenigen Tagen wieder vollständig zurückbildet.

Diese Nachwirkungen einer Akupunktursitzung können als normale Begleiterscheinungen betrachtet werden und stellen keinen Grund zur Sorge dar. Eine unsachgemäße Behandlung wie die fehlerhafte Auswahl der Akupunkturpunkte oder eine zu heftige Stimulation kann jedoch zu Schwindel oder kurzzeitigen Bewusstseinsstörungen führen.

In einem solchen Fall sollte die Behandlung insbesondere in der Schwangerschaft sofort abgebrochen werden. Eine Verletzung von Blutgefäßen durch die Akupunkturnadeln tritt sehr selten auf und gilt nicht als Nebenwirkung der Behandlung. Vielmehr stellt ein solcher Vorfall einen fahrlässigen Behandlungsfehler dar, der auf mangelnde Erfahrung und fehlerhafte Anwendung der Akupunkturtechnik hinweist.

Ein solches Erlebnis lässt sich durch die Entscheidung für einen professionellen Akupunktur-Arzt vermeiden. Insbesondere die Behandlung während der Schwangerschaft sollte nur von einem Akupunkteur mit entsprechendem Fachwissen und mehrjähriger Praxiserfahrung durchgeführt werden.

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