Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Bei der Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer handelt es sich um eine Erkrankung der Haut. Die Krankheit verläuft im überwiegenden Teil der Fälle chronisch und erfüllt aufgrund ihrer typischen Symptome das dermatologische Leitbild des Endstadiums der sogenannten Lyme-Borreliose. Die Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer wird zu den atrophischen Hautkrankheiten gezählt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer?

Die Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer erhielt ihren Namen in Anlehnung an einen deutschen Dermatologen, Doktor Karl Herxheimer. Die Erkrankung wird in einigen Fällen auch Dermatitis atrophicans chronica progressiva oder aber Acrodermatitis chronica atrophicans genannt. Mitunter wird sie auch kurz Herxheimer-Krankheit genannt.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Acrodermatitis atrophicans Herxheimer um eine Erkrankung der Haut, die sich in einigen Fällen im Endstadium beziehungsweise dem dritten Stadium einer Borreliose zeigt. Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer tritt in erster Linie im europäischen Raum auf, kommt jedoch auch in den Vereinigten Staaten sowie Teilen von Asien vor.

Dabei sind im überwiegenden Teil der Fälle junge Erwachsene und ältere weibliche Personen von der Krankheit betroffen. Im asiatischen und europäischen Raum wird ein Zusammenhang zwischen Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer und Borrelia afzelii gesehen.

Ursachen

Die Ursache von Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer wird nach dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung in erster Linie in einem speziellen Erreger gesehen. Dabei handelt es sich um Borrelia afzelii. Dieser Erreger gehört zu den sogenannten Borrelien und kommt überwiegend im europäischen Raum vor. Aus diesem Grund betrifft Borrelia afzelii oftmals Personen, die an Borreliose leiden. Bei einer Infektion mit Borreliose-Erregern droht im Spätstadium der Erkrankung Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer.

Symptome, Beschwerden und Anzeichen

Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer zeichnet sich durch mehrere typische Symptome und Beschwerden aus, die auf die Erkrankung hinweisen. Dabei unterscheiden sich die Anzeichen jedoch von Patient zu Patient im Hinblick auf ihre individuelle Erscheinung und ihren Schweregrad. Grundsätzlich ist Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer im überwiegenden Teil der Fälle durch einen progredienten Verlauf gekennzeichnet.

Meist zeigt sich die Krankheit in der Gegend der Gliedmaßen und hier insbesondere an den Streckseiten an den Beinen. In einem zeitigen Stadium tritt Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer in Form einer Schwellung sowie einer lividen Verfärbung der Haut in Erscheinung. Weitere Symptome zeigen sich dabei in der Regel nicht. Im Rahmen von histopathologischen Untersuchungen sind in diesem Fall lymphozytäre Infiltrationen feststellbar.

Im späteren Verlauf der Erkrankung verliert das subkutane Gewebe der Haut an Substanz, was auch als Atrophie bezeichnet wird. Infolgedessen zeigen sich die Venen unter der Haut sehr deutlich, da sie stärker heraustreten. Insgesamt macht die Haut einen sehr dünnen Eindruck, weshalb in diesem Zusammenhang auch der Begriff Zigarettenpapierhaut verwendet wird.

Darüber hinaus treten Verfärbungen der betroffenen Bereiche der Haut auf. Grundsätzlich entwickeln sich die ersten Symptome von Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer wenige Wochen bis mehrere Jahre nach der ersten Infektion mit Borrelia burgdorferi. Die Zeitspanne ist also relativ groß und zahlreiche Patienten erinnern sich nicht an den ursächlichen Zeckenbiss.

Die Schwellung auf der Haut zeigt sich in der Regel lediglich an einem Bein und weist eine dunkelviolette Farbe auf. Weitere Beschwerden treten zu Beginn der Erkrankung jedoch meist nicht auf. Später schimmern die Blutgefäße unter Haut hindurch und die Haut im Bereich der Gelenke entwickelt fibromatöse Verdickungen.

Als begleitendes Symptom von Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer zeigt sich sehr häufig eine Oligoarthritis beziehungsweise eine sogenannte Monarthritis, die im Bereich großer Gelenke auftritt. Oftmals ist das Kniegelenk betroffen. Darüber hinaus sind mitunter die Nerven in Form einer Radikuloneuritis oder Axonalen Polyneuropathie beteiligt. Eine potenzielle Komplikation stellt die tertiäre Neuroborreliose dar. Sind Nerven im subkutanen Bereich betroffen, treten unter Umständen örtlich begrenzte Störungen der Sensibilität auf.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Die Diagnose von Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer ist in jedem Fall durch einen geeigneten Facharzt zu stellen. Im Rahmen der Stellung der Diagnose führt der behandelnde Arzt zunächst eine gründliche Anamnese durch. Dabei erörtert er zusammen mit dem betroffenen Patienten dessen Krankengeschichte, mögliche Vorerkrankungen sowie familiär gehäuft auftretende gesundheitliche Beschwerden.

Im Anschluss daran erfolgen diverse klinische Untersuchungen. Im Fall der Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer wird dabei getestet, ob der Patient an Borreliose erkrankt ist. Außerdem ist die Durchführung einer Hautbiopsie möglich. Besonders wichtig ist eine gründliche Differentialdiagnose. Krankheiten, die dabei abzuklären sind, sind zum Beispiel ein Erysipel oder Erysipelas carcinomatosum, eine Akrozyanose sowie eine Eosinophile Fasziitis.

Außerdem ist der Patient auf ein Lymphoplasmozytoides Immunozytom sowie eine Erythromelalgie zu untersuchen. Weitere potenzielle Erkrankungen sind eine Sklerodermie sowie eine lineäre Morphaea und Scleroedema adultorum Buschke. Schließlich ist Arthritis urica auszuschließen, die sich teilweise in ähnlichen Symptomen äußert.

Behandlung und Therapie

Zu Beginn von Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer wird Penicillin G in hohen Dosen verabreicht. Neben Penicillin ist auch die Gabe von Cefotaxim möglich, die sowohl auf oralem Weg als auch als Infusion möglich ist.




Vorbeugung

Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer lässt sich nicht in jedem Fall vorbeugen. Zeckenbisse sind zum Teil unvermeidbar. Eine Möglichkeit besteht in der Impfung gegen Borreliose.

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