Akne inversa

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. Juli 2017
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Den meisten Menschen ist die Akne als eine Erkrankung der Haut bekannt, welche zu mehr oder weniger starken optischen Beeinträchtigungen der Haubeschaffenheit führt. Aus diesem Grund fürchten gerade viele junge Leute im pubertierenden Alter, eine sogenannte Akne inversa zu entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Akne inversa?

Hinter der Bezeichnung Akne inversa verbirgt sich eine Hautkrankheit. Die Akne inversa ist ein entzündlicher Prozess, der sich auf bestimmte Funktionsteile der Haut bezieht und auf verschiedene körperliche Regionen begrenzt ist.

Laut Definition geht es bei der Akne inversa um Entzündungsherde, welche sich auf die unter der Haut befindlichen Talgdrüsen und die sogenannte Haarfollikel beziehen. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen kann sich Akne inversa ausprägen. In der Mehrheit leiden jedoch die Männer unter dieser Hautkrankheit.

Ursachen

Bei der Erforschung der Ursachen, welche zu einer Entstehung der Akne inversa führen, sind die Mediziner auf verschiedene Faktoren gestoßen. Dennoch bestehen in Bezug auf die eindeutigen Ursachen für Akne inversa immer noch Unklarheiten.

Es wird angenommen, dass die Akne inversa durch den Konsum von Nikotin begünstigt wird. Außerdem kann die Akne inversa eine Folge von Adipositas sein. Aus diesem Grund wird die Akne inversa auch als Schweißdrüsenabszess bezeichnet. Bei der Pathogenese der Akne inversa spielen zudem erbliche Kriterien eine Rolle. Nachweislich kommt Akne inversa innerhalb einer Familie gehäufter vor.

Ein Einflussfaktor, welcher Mikroorganismen berücksichtigt, ist bei Akne inversa ebenfalls als Ursache einzubeziehen. In diesem Bezug sind es vorwiegend Infektionen mit Bakterien für den Verlauf und die Ausprägung von Akne inversa mit verantwortlich.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Hinter der Bezeichnung Akne inversa verbirgt sich eine Hautkrankheit. Die Akne inversa ist ein entzündlicher Prozess, der sich auf bestimmte Funktionsteile der Haut bezieht.

Die Verläufe der Akne inversa sind individuell verschieden. Zu Beginn der Akne inversa bilden sich eiternde Mitesser, die sich zu entzündeten Knötchen und später zu Abszessen werden können.

Die Akne inversa ist durch mehrere Schübe gekennzeichnet, sodass die Zeiten zwischen den einzelnen Schüben sehr lange dauern können oder recht kurz sind. In den meisten Fällen zeigen sich je nach Tiefe und Umfang der Hautirritationen bei Akne inversa schwere oder leichtere Entzündungen. In der Regel heilt das von Akne inversa betroffenen Hautgewebe jedoch narbig ab. Darüber hinaus können sich bei Akne inversa sogenannte Fistelgänge bilden.

Die einzelnen Patienten klagen nicht immer über schmerzhafte Beschwerden, fühlen sich jedoch körperlich und psychisch stark beeinträchtigt. Der Facharzt (z.B. Hautarzt) erkennt das Vorliegen der Akne inversa bereits durch die optische Begutachtung der Haut und die Krankheitsgeschichte, welche die Betroffenen vortragen.

Komplikationen

Besonders groß ist die psychische Belastung, die mit Akne inversa einhergeht. Die Betroffenen schämen sich oftmals für die unschönen Hautstellen, sie ziehen sich zurück und werden möglicherweise auch sozial ausgegrenzt. Es können Depressionen und/oder Probleme in der Partnerschaft folgen.

Mit Akne inversa können starke Schmerzen, Gewebeverkürzungen und Narbenbildungen einhergehen, die zu Bewegungseinschränkungen führen können. Folglich wird der Alltag erschwert, es kann zu Fehlzeiten in der Schule oder am Arbeitsplatz kommen. Auch Angehörige können mit der Situation überfordert sein.

Aus Entzündungsherden der Akne inversa können Bakterien in die Blutbahn einschwemmen. Das Risiko einer generalisierten Infektionserkrankung, einer sogenannten Blutvergiftug (Sepsis) ist erhöht. Eine Sepsis geht mit den Symptomen ansteigendes Fieber, Schüttelfrost, Rötung, Schwellung, starke Schmerzen, Überwärmung am Ort der Infektion und starkes Krankheitsgefühl einher. Eine Sepsis muss sofort behandelt werden.

Weitere Komplikationen im Zusammenhang mit Akne inversa können wiederkehrende lokale Entzündungen und chronische Schwellungen sein. Auch bestimmte Krebsarten (Plattenepithelkarzinom) können in Verbindung mit Akne inversa stehen.

Akne inversa kann zudem mit Schlafstörungen, Adipositas, Ekelgefühl, Nässegefühl, einer Entstellungsproblematik verbunden mit einem Schamgefühl und einer Beeinträchtigung des Sexuallebens verbunden sein. Zudem kann es zu Weichteilschwemmungen unter der Haut bedingt durch eine Störung im Bereich des Lymphgefäßsystems kommen.

Ab wann sollte man zum Arzt gehen?

Für Menschen, die von einer Akne inversa betroffen sind, empfiehlt sich bereits im ersten von drei möglichen Stadien ein Besuch des Hautarztes. Je eher diese schwere Form der Akne diagnostiziert und fachgerecht behandelt wird, desto besser kann der Dermatologe die schmerzhafte Hauterkrankung in den Griff bekommen. Doch oft genug dauert es lange, bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Bereits die Schmerzen des ersten Stadiums der Akne inversa rechtfertigen es, einen Facharzt für Hauterkrankungen aufzusuchen. Es passiert allerdings oft, dass dieses Stadium nicht als Akne inversa erkannt wird. Das liegt unter anderem daran, dass die Akne inversa im Vergleich mit anderen Formen der Akne seltener auftritt. Heutzutage ist diese Hauterkrankung jedoch den meisten Dermatologen bekannt. Es empfiehlt sich trotzdem, einen erfahrenen Hautarzt aufzusuchen, um keiner Fehldiagnose ausgesetzt zu sein.

Auf keinen Fall sollte der Betroffene an den entzündeten und geschwollenen Eiterherden herumdrücken. Je eher die Akne inversa korrekt erkannt und fachgerecht versorgt wird, desto weniger muss der Betroffene leiden. Beim ersten Stadium der Akne inversa kann der Arzt noch konservativ mit Antibiotika behandeln. Frauen können eine Antiandrogentherapie erhalten. Bei den beiden späteren Stadien sind oft Operationen oder Laserbehandlungen notwendig. Bei einem Verdacht auf Fistelbildung kann der behandelnde Mediziner eine Röntgenkontrastuntersuchung veranlassen.

Behandlung & Therapie

Nachdem eine Akne inversa auch durch mikrobiologisch untersuchte Abstriche oder Röntgenuntersuchungen abgeklärt ist, kann eine Behandlung beginnen. Bei der Therapie der Akne inversa können die unterschiedlichsten Methoden eingesetzt werden. Kommt es zu keiner Besserung, kommen gegen die Erkrankung auch operative Eingriffe zum Einsatz. Die stark eiternden Akneherde können chirurgisch eröffnet werden.

Zu den leichteren und nicht so radikalen Behandlungsvarianten gegen Akne inversa gehören eine Umstellung der Ernährung, feucht-warme Umschläge, Bade- und Hydrotherapien. Eine Anreicherung der Nahrung mit Vitamin A und Zinkgluconat kann die Akne inversa ebenfalls lindern. Bewährt haben sich bei der Therapie außerdem gezielt verwendete Medikamente, welche beispielsweise mit Corticosteroiden angereichert sind und direkt in die Haut injiziert werden.

Liegt eine umfangreiche bakterielle Entzündung vor, können antibiotisch wirkende Medikamente verordnet werden. Um hormonelle Ursachen der Akne inversa zu steuern, werden zudem antiandrogene Verfahren genutzt.

Aussicht & Prognose

Bei vorschriftsgemäßer Behandlung mit verordneten Medikamenten verbessert sich das Hautbild zunehmend. Die Aussicht auf Heilung nimmt zu, wenn die betroffenen Hautpartien genug Luft bekommen und nicht zu stark schwitzen. Wie bei vielen Hautkrankheiten ist auch bei Akne inversa die Ursache nicht restlos geklärt. So gibt es immer die Hoffnung, dass die Krankheit eines Tages ganz von selbst verschwindet. Ob die Heilung von Dauer ist, bleibt abzuwarten und hängt von vielen Kriterien ab, unter anderem dem Hormonstatus und der Lebensweise des Erkrankten.

Ohne Behandlung schreitet die Krankheit weiter voran. Aus Pusteln werden Ekzeme und Abszesse, die eine ärztliche Behandlung unbedingt notwendig machen. Wer auf den Arztbesuch verzichtet, riskiert es, dass sich die Bakterien der Aknepusteln über die Blutbahnen weiter im Körper verteilen. Das zieht den Ausbruch von Akne auch an anderen Hautstellen nach sich. Hier sieht die Prognose viel schlechter aus. Eine gänzliche Heilung ist ausgeschlossen, da die Krankheit zu viele Ausbruchsherde bekommt.

Speziell bei Akne inversa wird ein Zusammenhang mit dem Rauchen vermutet. Über 80% der Betroffenen sind Raucher. Wer das Rauchen aufgibt und die Akne sorgfältig behandelt, bemerkt meist schnell eine wesentliche Verbesserung des Krankheitsbildes. Die Aussicht auf völlige Heilung ist dann am besten.

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Vorbeugung

Hilfreiche Tipps für eine Vorbeugung gegen Akne inversa sind nicht einfach zu geben, zumal die präventiven Möglichkeiten extrem begrenzt sind. Um einer Ausweitung der entzündlichen Prozesse und damit eine Verschlechterung des Zustandes zu vermeiden, ist in jedem Fall eine fachliche, professionelle Behandlung vorzuziehen. Dies betrifft insbesondere das häufig durchgeführte Eröffnen der Eiterherde.

Das Risiko, an Akne inversa zu erkranken, kann eingeschränkt werden, wenn auf ein gesundes Körpergewichte geachtet wird und kein Konsum von Nikotin erfolgt. Bei Frauen kann eine vorzeitige medikamentöse Behandlung gegen das Überwiegen männlicher Hormone in Einzelfällen Akne inversa vorbeugen.

Das können Sie selbst tun

Eine Akne inversa kann nur durch operative Eingriffe effektiv behandelt werden. Die Beschwerden und alltäglichen Probleme, die mit der Erkrankung einhergehen, lassen sich allerdings durch einige Vorkehrungen und Hausmittel behandeln.

So empfiehlt sich zunächst eine gesteigerte Körperhygiene. Betroffene Stellen sollten regelmäßig mit einem Einwegwaschlappen und milden Waschlotionen gesäubert werden. Der Hautarzt kann begleitend dazu leichte Salben verschreiben, welche Juckreiz und Co. reduzieren. Worauf verzichtet werden sollte, ist die Haarentfernung durch Wachsen oder Epilieren. Auch aggressive Peelings werden besser vermieden, denn diese können die Haut zusätzlich reizen. Daneben sollten Betroffene das Rauchen einstellen. Durch den Zigarettenkonsum können sich mehr Bakterien des Typs Staphylococcus aureus auf der Haut ansiedeln – die Folge ist eine Verstärkung der Akne und eine verschlechterte Wundheilung.

Zuletzt empfehlen sich diätische Maßnahmen. Dadurch kann zum einen Übergewicht als Risikofaktor ausgeschlossen werden. Zum anderen trägt eine gesunde und ausgewogene Ernährung ohne Fastfood und Genussmittel zu einem besseren Hautbild und einer gesteigerten Immunabwehr bei. Sollten sich dennoch einmal schwere Entzündungen bilden, gilt es einen Arzt aufsuchen und die Akne inversa professionell entfernen lassen.

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Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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