Ajowan

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
Startseite » Heilpflanzen » Ajowan

Ajowan ist eine einjährige krautige Gewürz- und Heilpflanze. Ihre hauptsächliche Bedeutung hat Ajowan in nordindischen und arabischen sowie in zentralasiatischen Regionen, wo die getrockneten, an Selleriesamen erinnernden, Früchte als Gewürz geschätzt und ihre antibakterielle und fungizide Wirkung genutzt wird. Hauptbestandteil der ätherischen Öle der Ajowanfrüchte ist Thymol, das neben seiner erheblichen brennenden Schärfe geschmacklich an Thymian erinnert.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Ajowan

Ajowan (Tractyspermum copticum) ist eine einjährige krautige Pflanze mit kleinen, fiederteiligen Blättern aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und erreicht eine Wuchshöhe von 50 bis 80 Zentimetern. Der Name Ajowan findet seinen Ursprung im indischen Sanskrit und bedeutet so viel wie „griechisch“. In Deutschland wird Ajowan häufig auch als Königskümmel bezeichnet.

Die kleinen, etwa bis zu zwei Millimeter großen ellipsoiden Spaltfrüchte zeigen auffällige Längsrippen und ähneln im Aussehen ein wenig dem Selleriesamen. Die Früchte enthalten ein ätherisches Öl mit einem hohen Anteil an Thymol, das sich durch seine fungizide und bakterizide Wirkung bei gleichzeitig angenehmem Geschmack auszeichnet.

Thymol findet auch in westlichen Industriegesellschaften Verwendung als Zusatzstoff in bestimmten Produkten wie Mundwässer und Zahnpasta und wird für diese Zwecke meist synthetisch hergestellt. Ajowan wird bereits seit mehreren Tausend Jahren in begrenztem Stil kultiviert. Sein Ursprung liegt vermutlich im östlichen Mittelmeerraum, möglicherweise auch im Alten Ägypten.

Dort fand das ätherische Öl wegen seiner fungiziden und bakteriziden Eigenschaften bei gleichzeitig angenehmem Geruch lange Zeit Verwendung für die Einbalsamierung der Mumien. Heute umfasst das Verbreitungsgebiet hauptsächlich nordindische Regionen und den Iran. Auch in arabischen Ländern finden die Ajowanfrüchte als Bestandteil bestimmter Gewürzmischungen Verbreitung.

Wirkung & Anwendung

Geschätzt werden die Ajowanfrüchte wegen ihrer ätherischen Inhaltsstoffe, die zum großen Teil aus Thymol bestehen. Häufig werden die Ajowanfrüchte auch fälschlicher weise als Samen oder sogar als Liebstöckelfrüchte bezeichnet obwohl keinerlei Verwandtschaft oder Beziehung zu Liebstöckel besteht. Thymol ist ein Monoterpen, das auch in Thymian, Oregano und Bohnenkraut zu finden ist. Thymol hat eine stark desinfizierende fungizide und bakterizide Wirkung.

Die chemische Summenformel lautet C10H14O, das bedeutet, dass Thymol ausschließlich aus den auf unserem Planeten praktisch überall verfügbaren Elementen Kohlenstoff und Wasserstoff und einem einzigen Sauerstoffatom besteht. In der indischen Küche ist Ajowan hauptsächlich als scharfes Gewürz mit einer dem Thymian ähnlichen Geschmacksnote begehrt, das besonders zum Würzen von stärkehaltigem Gemüse, Kartoffeln und Hülsenfrüchten geeignet ist.

Weil die enthaltenen Aromastoffe leichter in Fett löslich sind als in Wasser, empfiehlt es sich, die Ajowanfrüchte in Öl oder Fett anzubraten, um die Aromastoffe zu lösen und in das Öl übergehen zu lassen. Wegen seines starken und dominanten Aromas und wegen seiner Schärfe, die durch Kochen abgemildert werden kann, wird Ajowan selten als alleiniges Würzmittel verwendet, sondern findet in der Regel als Bestandteil standardisierter Gewürzmischungen Verwendung.

In Mischungen wie Berbere oder Chat Masala, die besonders in Indien und arabischen Ländern bekannt sind, ist Ajowan einer der wichtigsten Bestandteile. Die Gewürzmischung Berbere kommt vermutlich ursprünglich aus Äthiopien und stellt eine Verbindung zwischen indischen und arabischen Vorlieben her. Chat Masala ist eine rein indische Gewürzmischung, die hauptsächlich zur Verfeinerung von Salaten, Süßspeisen und verschiedenen Chutneys verwendet wird.

In Bihar und Nepal findet die Gewürzmischung Panch Phoran weite Verbreitung. Es handelt sich um eine Variante der bengalischen Fünf-Gewürze-Mischung. Besondere Erwähnung verdient auch die sogenannte „parfümierte Butter“, die in Indien hergestellt wird. Es handelt sich um Butter, die mit Ajowan aromatisiert wird und dadurch eine spezielle Duftnote und einen eigenständigen Geschmack bekommt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Inhaltsstoffe der getrockneten Ajowanfrüchte zeichnen sich nicht nur durch ihr Aroma und ihren brennend scharfen Geschmack aus, sondern haben entfalten auch eine stark desinfizierende, antimykotische und antibakterielle Wirkung. In der ayurvedischen Medizin wird Ajowan als Heilpflanze zur Linderung von Verdauungsbeschwerden und zur Fiebersenkung eingesetzt.

Offensichtlich begünstigen die antibakteriellen und fungiziden Eigenschaften der Inhaltsstoffe die Regenerierung einer gesunden Darmflora nach einer Infektion mit Keimen, die zu den Verdauungsproblemen geführt haben. Gemäß Anweisung der Ayurveda wird ein Löffel Ajowanfrüchte gekaut und anschließend nach einigen Minuten mit heißem Wasser hinunter gespült. Das hat den Vorteil, dass sich die bakterizide und fungizide Wirkung der Inhaltsstoffe bereits in der Mundhöhle entfalten kann.

Als Heilmittel, das in Indien gegen Erkältungen, bei Husten sowie Sodbrennen und Kopfschmerzen propagiert wird, ist das sogenannte Omam-Wasser. Es handelt sich um destilliertes Wasser, in das Ajowanfrüchte eingeweicht wurden und das schluckweise getrunken wird. Die Wirkung des Omam-Wassers kann noch gesteigert werden, wenn die Ajowanfrüchte vorher geröstet und dann erst eingeweicht werden.

In der Schulmedizin wird Thymol, der Hauptwirkstoff der Ajowanfrüchte, gegen Entzündungen und Pilzinfektionen der Haut und der Schleimhäute eingesetzt, aber auch bei Erkältungen und Bronchialkatarrhen. Thymol ist deshalb Bestandteil vieler Erkältungsmittel. Als besonders wirksam hat es sich im Einsatz gegen infektiöse Schimmel- und Hefepilze erwiesen.

Beispielsweise findet sich Thymol als Wirkstoff in Vaginalkapseln und in Mitteln zur Behandlung von Mundhöhlenpilz. Bei Behandlungen mit Thymol sollte beachtet werden, dass eine zu hohe Dosierung Kopfschmerzen und Erbrechen auslösen kann. Wegen seiner bakteriziden und fungiziden Wirkung bei der gleichzeitig angenehmen Thymian-Geschmacksnote wird Thymol häufig Mundwässern und Zahnpasten zugemischt. Das Thymol entstammt allerdings meistens aus industriell-synthetischer Herstellung.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Bücher über Heilpflanzen

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: