Ajmalin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Ajmalin wird aus den Wurzeln der Rauwolfia serpentina, der Indischen Schlangenwurzel, extrahiert. Es ist verschreibungspflichtig und dient zum Behandeln von Herzrhythmusstörungen. In Deutschland ist es unter dem Handelsnamen Gilurytmal® erhältlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ajmalin?

Beim Ajmalin handelt es sich um ein Indolalkaloid. Der Wirkstoff der Indischen Schlangenwurzel wird im verschreibungspflichtigen Medikament Gilurytmal® der Klasse-I-Antiarrhythmika bei Herzrhythmusstörungen in Form von supraventrikulären Tachykardien verordnet.

Diese mit Ajmalin zu behandelnden Arrhythmien müssen mit beschleunigtem Pulsschlag einhergehen und ihren Ursprung in den Herzvorhöfen haben. Zu diesen Rhythmusstörungen gehört zum Beispiel vom AV-Knoten ausgehendes Herzrasen, Herzrasen beim WPW-Syndrom oder paroxysmales Vorhofflimmern.

Außerdem kommt Ajmalin in der Notfallmedizin zur akuten Therapie symptomatischer, behandlungsbedürftiger supraventrikulärer Tachykardien zum Einsatz sowie bei lebensbedrohlichen ventrikulären Tachykardien.

Der Wirkstoff Ajmalin ist als 50 mg/10 ml Injektionslösung erhältlich und wird immer intravenös injiziert. Später wird der Wirkstoff zu 90 % über die Leber und zu 10 % über die Nieren ausgeschieden.

Pharmakologische Wirkung

Ajmalin fungiert als Natriumkanalantagonist. Es verzögert den Einstrom der Natriumionen in die Herzmuskelzellen. Muskelzellen benötigen Natriumionen, um sich zusammenziehen zu können. Hierdurch vermindert sich die Erregungsausbreitung in den schnell leitenden Bereichen des Herzens.

Somit verlängert sich die Aktionspotenzialdauer in den Herzvorhöfen und Herzkammern. In der Folge verlängert sich auch die funktionelle Refraktärzeit, was wiederum zu einer erhöhten Reizschwelle führt. Insgesamt erbringt dies einen langsameren Herzschlag und eine Verminderung der Schlagkraft des Herzens. Die Wirkung auf das allgemeine Herz-Kreislauf-Geschehen ist dabei eher gering. Dennoch sollte sorgsam auf eine mögliche negative Inotropie sowie Bradykardieneigung geachtet werden.

Die pharmakologische Wirkung dauert bis zu 2 Minuten und hält rund 20 Minuten an. So ist sie gut lenkbar. Es empfiehlt sich, Ajmalin sehr langsam zu injizieren, damit es nicht zu einer versehentlichen Überdosis kommt. 5 Minuten sind eine gute Zeitdauer für die Injektion. Bei einem bereits vorgeschädigten Herz sollten es noch ein paar Minuten mehr sein.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Ajmalin wird aus den Wurzeln der Rauwolfia serpentina, der Indischen Schlangenwurzel, extrahiert. Es ist verschreibungspflichtig und dient zum Behandeln von Herzrhythmusstörungen.

Mit Ajmalin werden Herzrhythmusstörungen therapiert, die von den Herzvorhöfen ausgehen und von einem beschleunigten Pulsschlag begleitet werden. Supraventrikuläre Tachyarrhythmien wie AV-junktionale Tachykardien, supraventrikuläre Tachykardien beim WPW-Syndrom oder paroxysmales Vorhofflimmern, die symptomatisch und therapiebedürftig sind, gehören zu den klassischen Anwendungsgebieten von Ajmalin.

Dazu kommen ferner das Leben bedrohende ventrikuläre Tachykardien. So ist Ajmalin auch ausgezeichnet in der Notfallmedizin verwendbar.

Der mit der Gabe von Ajmalin angestrebte Effekt lässt sich in zwei Punkten erfassen:

  • Verlangsamung des Herzschlags
  • Dämpfung der Erregungsleitung im Herzen

Ajmalin als Medikament der Klasse-I-Antiarrhythmika sollte nicht mit weiteren Antiarrhythmika dieser Klasse kombiniert werden. Ansonsten drohen schwere Nebenwirkungen. Auch eine Kombination mit Medikamenten wie Betablockern oder Calciumkanalblockern verstärkt die Wirkung auf die AV-Überleitung des Erregungsleitungssystems des Herzens und reduziert dessen Pumpleistung.

Gerade wenn Ajmalin per Dauertropf-Infusion verabreicht wird, ist zu bedenken, dass es die Wirkung von Arzneimitteln wie Betablocker, Antidepressiva und Neuroleptika erhöht, da es ihren Abbau im Organismus behindert.

Eine Therapie mit Ajmalin ist ausgeschlossen bei:

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Risiken & Nebenwirkungen

Eine gefürchtete Nebenwirkung von Ajmalin sind paradox proarrhythmische Reaktionen des Herzens. Sie können vor allem bei Personen mit einer KHK auftreten. Selten treten Krampfanfälle und noch seltener Blutbildveränderungen auf.

Neben den zur medizinischen Anwendung aufgeführten Ausschlusskriterien ist Ajmalin noch bei ausgeprägter Hypotonie und starker Elektrolytstörung nicht anzuwenden. Eine Ausnahme kann bei SA-Blockierungen, AV-Blockierungen höheren Grades, Sinusknotensyndrom und schwerer Bradykardie erfolgen, wenn der Patient einen Herzschrittmacher trägt.

Da Ajmalin über Leber und Nieren ausgeschieden wird, ist bei einer Einschränkung der Leber- oder Nierenfunktion die Dosierung anzupassen.

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