Agomelatin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Agomelatin wird in Deutschland unter dem Namen Valdoxan® verkauft und ist erst seit wenigen Jahren auf dem Markt. Es handelt sich um einen Melatonin-Rezeptor-Agonisten, welcher vor allem bei leichten bis schweren Depressionen eingesetzt wird und auch chronische Schlafstörungen innerhalb eines gewissen Rahmens bekämpfen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Agomelatin?

Agomelatin fördert die Ausschüttung von Monoaminen wie Noradrenalin oder Serotonin und führt auch zu einer erhöhten Dopaminproduktion.

Dadurch werden Depressionen auf chemischer Ebene bekämpft, gleichzeitig entsteht der Nebeneffekt einer angenehmeren Nachtruhe bei Patienten, welche unter Schlafstörungen leiden. Es wird oral vor dem Schlafengehen mit etwas Wasser eingenommen und ist in Deutschland verschreibungspflichtig.

Pharmakologische Wirkung

Agomelatin stammt aus der Gruppe der Melatonin-Rezeptor-Agonisten. Es wirkt direkt gegen einen Mangel an Serotonin oder Noradrenalin, welche beide als Monoamine gelten.

Die klinische Depression, welche vor allem durch einen Mangel dieser beiden Monoamine hervorgerufen wird, soll durch Agomelatin bekämpft werden. Um eine erhöhte Produktion jener Neurotransmitter im Körper hervorzurufen, wird Agomelatin eingesetzt: Es bekämpft die Mangelerscheinung und führt auch zu einer erhöhten Ausschüttung von Dopamin. In bestimmten Arealen des Gehirns werden Serotonin, Dopamin und Noradrenalin freigesetzt, wodurch das Stimmungsbild des Patienten verbessert werden soll.

Weiterhin wird Agomelatin eine schlaffördernde Wirkung zugesprochen, weshalb die Einnahme immer direkt vor dem Schlafengehen stattfinden sollte. In sehr geringen Dosen wird es daher auch als Schlafmittel verschrieben, wenn andere, weithin als wirksam bekannte Mittel fehlschlagen sollten. Da sich die Einnahme von Agomelatin auch auf die Leber auswirkt, darf das Präparat nicht bei bekannten Leberfehlfunktionen oder –erkrankungen eingenommen werden.

Auch während der Schwangerschaft oder unmittelbar danach ist von einer Einnahme von Agomelatin abzusehen, da die Wirkstoffe in die Muttermilch gelangen können. Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 25 Milligramm, die Höchstdosis von 50 Milligramm darf nicht überschritten werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Agomelatin fördert die Ausschüttung von Noradrenalin oder Serotonin und führt auch zu einer erhöhten Dopaminproduktion. Dadurch werden Depressionen auf chemischer Ebene bekämpft.

In Deutschland wird Agomelatin hauptsächlich gegen Depressionen bei Erwachsenen (Major Depression) eingesetzt. Da es chemisch auf einer anderen Wirkungsweise basiert als bereits etablierte Medikamente, wird es häufig bei Personen verabreicht, welche auf eine klassische Behandlung nicht ansprechen. Weiterhin wird Agomelatin auch bei chronischer Schlaflosigkeit eingesetzt, dort allerdings in geringeren Dosierungen und auch nur dann, wenn keine Kontraindikatoren mit anderen Medikamenten vorliegen.

Da es sich um ein noch sehr junges Medikament handelt, gibt es nur wenige Studien zur Wirkung von Agomelatin. In einer Studie mit einer Teilnehmeranzahl von 5.800 Patienten schnitt Agomelatin besser ab als Placebo-Präparate. In weiteren drei Studien wurden jedoch keine Unterschiede festgestellt, wenn gleichzeitig Fluoxetin oder Paroxetin verabreicht wurden.

Agomelatin konnte im Rahmen dieser Studien sowohl bei Patienten mit nur leichten oder mittleren als auch schweren Depressionen angewendet werden. Die Erfolgsquote lag dort bei 60 bis 70 %. Gleichzeitig wurde bei allen Teilnehmern der Studien eine Verbesserung der Schlafqualität festgestellt, ohne dass darunter die Aufmerksamkeit während des Tages gelitten hatte. Bei demenzkranken Senioren darf Agomelatin nicht eingesetzt werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Agomelatin kann sich negativ auf den Energiehaushalt des Organismus auswirken, was unter anderem durch Müdigkeit und anhaltende Schläfrigkeit geprägt ist. Weiterhin kann Agomelatin Schlaflosigkeit sowie Kopfschmerzen und Migräneanfälle hervorrufen.

Unwahrscheinlich sind außerdem plötzlich auftretende Angstzustände sowie Schwindel, weshalb davon abzusehen ist, nach der Ersteinnahme von Agomelatin schwere Maschinen zu bedienen. Der Verdauungstrakt kann durch das Medikament ebenfalls beeinträchtigt werden, hier werden Übelkeit sowie Verstopfung und Durchfall beklagt. Erhöhte Leberwerte sowie Rückenschmerzen und gelegentliche Sehstörungen zählen zu den Nebenwirkungen von Agomelatin.

Sehr seltene Nebenwirkungen beinhalten unter anderem eine plötzliche Hepatitis sowie suizidales Verhalten oder Suizidgedanken, was dem ursprünglichen Effekt des Medikaments entgegenläuft. Insbesondere aufgrund der erhöhten Leberwerte sind regelmäßige Funktionstests dieses Organs bei der Verabreichung von Agomelatin empfehlenswert. Es darf nicht verabreicht werden, wenn gleichzeitig Medikamente wie Fluvoxamin oder Ciprofloxacin eingenommen werden.

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