Aggression

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Juni 2017
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Das Wort Aggression wird im Alltag häufig wertend gebraucht. Dagegen liefern psychologische Definitionen einen rein beschreibenden Sachverhalt. Aggressives Verhalten ist dabei nicht primär als Krankheit zu verstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Aggression?

Der Gebrauch des Wortes Aggression ist nicht einheitlich. Definitionen in der Psychologie legen diesen Begriff im Kern als ein auf Schädigung gerichtetes Verhalten fest. Dabei liegt der Schwerpunkt in der äußeren Haltung und nicht auf Emotionen. Schaden und Intention sind die gemeinsamen Merkmale im psychologischen Sprachverständnis. Das Alltagsverständnis dagegen meint innere feindselige Empfindungen und legt damit das Hauptgewicht auf die Emotion. Zwischen beiden Bedeutungen gibt es keine feste Verbindung.

Aggressives Verhalten kommt in verschiedenen Erscheinungsformen vor. Die Intention ist entscheidend. Eine gegnerische Handlung geschieht körperlich (Schlagen etc.), verbal (Anschreien etc.), nonverbal (böse Blicke etc.) oder relational (jemanden ausgrenzen etc.). Auch aggressive Emotionen zeigen sich in verschiedenen Varianten. Der Impuls zum Schädigen bzw. Wehtun gibt den negativen Einschlag anderen Personen gegenüber. Ein feindlicher Antrieb drückt sich als emotionaler Antrieb (Zorn etc.), als Befriedigung (Schadenfreude etc.) oder als Haltung (Hass etc.) aus. Sowohl die Verhaltensebene als auch die Emotionsebene sind wissenschaftlich messbar.

Funktion & Aufgabe

Die Funktion einer angreifenden Reaktion ist die Erfüllung individueller oder kollektiver Verhaltensweisen. Sie kann mit Drohung, Zurücksetzung, körperlicher Verletzung oder gar mit Tötung in Verbindung stehen. Hauptsächlich liegen die Ursachen entweder im Antrieb persönlicher Selbstbehauptung oder in Angst, Rivalität und Frustration.

Dabei begründet die Natur des Menschen Ausprägungen, die bei Tieren nicht nachweisbar sind: Aggression aus Gehorsam, aus Nachahmung oder aus Willkür. Die drei klassischen Ansätze der Triebtheorie, Frustrationstheorie und Lerntheorie bestimmten hierzu lange Zeit Erklärungen für menschlich angreifendes Verhalten. Nach der Triebtheorie gibt es im Organismus eine angeborene Quelle, die ständig aggressive Impulse erzeugt. Nach der Frustrationstheorie ergeben sich aggressive Motivationen nicht spontan, sondern als Reaktion auf störende, unerwünschte Ereignisse. Gemäß der Lerntheorie wird aggressives Verhalten von Lerngesetzen bestimmt (Lernen am Erfolg, Lernen am Modell). Heute sind diese Theorien überholt. Die Wissenschaft geht heute überwiegend zu multikausalen Erklärungsmodellen über. Sie konzentrieren sich auf das Zusammenspiel mehrerer Ursachen.

Davon abzugrenzen sind Endhandlungen wie Schlagen, Stoßen, Beißen usw., für die Aggression in einem bestimmten Maße charakteristisch ist. Sie sind aber nicht an aggressive Funktionen gebunden. Feindseliges Verhalten ist damit Mehrzweckverhalten. Dabei kann der Nutzen aggressiven Mehrzweckverhaltens darauf ausgerichtet seine, eigene Wünsche zu erfüllen oder Macht auszuüben. Damit stellt sich ein Erfolg ein, der sich im Handeln zu einer Gewohnheit verfestigen kann.

Ein weiterer Nutzeffekt liegt in materieller Bereicherung. Bekannt ist das Fallbeispiel des Bankräubers, der eine Bank ausraubt. Auch in der Erlangung von Beachtung und Anerkennung kann ein Nutzen begründet sein. In einigen Kulturen gilt Gewalt als ehrenhaft und ruft damit Bewunderung hervor, während ihre Unterlassung mit Verachtung bestraft wird.

Ein Nutzen feindlicher Handlung kann zudem in Abwehr und Selbstschutz liegen, indem Angriffe oder Störungen abgewendet werden. Das feindliche Verhalten hat hier den Charakter einer Verteidigung.

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Krankheiten & Beschwerden

Mentale und emotionale Anspannung im Zusammenhang mit Aggression verursachen körperliche Beschwerden. Muskeln und Gelenke verkrampfen und vermindern den Blutfluss, der zur Blut- und Sauerstoffversorgung wichtig ist. Die Folge ist eine Verspannung der Gelenke, des Rückens und des Kiefers, was Schmerzen auslöst.

Körperliche Symptome zeigen sich in Schlafstörungen, Hautproblemen, Gewichtsschwankungen, Bluthochdruck und Magenproblemen. Die Bewältigung einer Konfliktsituation durch Konfrontation manifestiert sich in schlechten Träumen und löst Panikattacken aus. In diesen Stresssituationen reagiert der Körper mit einer erhöhten Fettproduktion der Haut, was zu Akne führen kann.

Erschöpfungszustände infolge emotionalen Zwanges können auch zu Essstörungen führen. Dagegen lösen impulsive innere Vorgänge eine erhöhte Herzfrequenz aus. Die Regulierung des Blutdrucks kann dauerhaft geschädigt werden und einen chronischen Schaden verursachen. Herzerkrankungen und Herzinfarkte sind als mögliche Folgen denkbar. Der permanente Druck auf das Herz schädigt das Herz langfristig.

Der Körper ist zusätzlich für die Entleerung des Magens verantwortlich. Viele Menschen leiden bei Auseinandersetzungen unter zu viel Magensäure. Das kann zu Rissen in der Magenschleimhaut und zu Magenblutungen führen. Der Körper sendet als automatische Konsequenz Notsignale des Herz-Kreislaufsystems aus.

Länger andauernde Zornausbrüche haben unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Teile des menschlichen Körpers. Eine dauerhafte seelische Beanspruchung durch innere Erregtheit überstrapaziert das Gehirn, das sich nicht erholen kann. Eine dauernde Alarmbereitschaft nimmt dem Menschen die Energie sich in Selbstbeherrschung zu üben. Im Ergebnis kann das wiederum Auslöser für Wutanfälle sein.

Eine starke innere Belastung und die Produktion von Adrenalin bei massiven Konfrontationen schwächt das Immunsystem. Es unterbleibt eine ausreichende Abwehr gegen Reizstoffe. Allergische Reaktionen, Nesselsucht oder Gürtelrose sind als gesundheitsschädliche Folgen möglich. Der Zusammenhang zwischen Aggression und Krankheit bleibt vom Betroffenen häufig unerkannt.

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