Afatinib

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
Startseite » Wirkstoffe » Afatinib

Beim Präparat Afatinib handelt es sich um einen relativ neuen Wirkstoff, der in der Behandlung von Lungenkrebs eingesetzt wird. Die Wirkung gegen Krebs wird dadurch erzielt, dass die Wachstumsfaktoren in den Zellen blockiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Afatinib?

Mit dem Wirkstoff Afatinib werden erwachsene Patienten behandelt, die unter nicht-kleinzelligen Lungenkrebs in fortgeschrittenem Stadium leiden. Es handelt sich dabei um einen relativ neuen Wirkstoff, der in der Europäischen Union und den USA erst 2013 in Form von Tabletten zugelassen wurde.

Diese werden einmal täglich auf nüchternen Magen eingenommen und sollen einerseits verhindern, dass sich veränderte Wachstumsfaktoren an veränderten Rezeptoren binden können und andererseits unterbinden, dass ungehindertes Zellwachstum aktiviert werden kann. Afatinib wird zur Gruppe der Kinasehemmer gerechnet.

Deren Heilwirkung beruht darauf, dass die Wirkstoffe an Enzymen gebunden werden, die für die Entstehung und Ausbreitung von verschiedensten Krebserkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Weil Kinasehemmer gezielt gegen verschiedene Arten von Krebs wie Lungenkrebs, Brust- oder Darmkrebs eingesetzt werden, gelten sie als besser verträglich als traditionelle Krebspräparate.

Pharmakologische Wirkung

Wie alle anderen Zellen des Körpers werden auch Krebszellen durch verschiedene Wachstumsfaktoren dazu angeregt, sich zu vermehren. Um das Zellwachstum anzuregen, bindet sich der Wachstumsfaktor an den Rezeptor der Zelle.

Dadurch verändert sich unter Einwirkung des Enzyms Tyrosin-Kinase der Rezeptor, woraufhin die Vorgänge aktiviert werden, die für Wachstum und Vermehrung verantwortlich sind. Dass Tumorzellen unkontrolliert wachsen und sich vermehren liegt daran, dass sie entweder eine zu große Zahl oder zu stark veränderte Rezeptoren für das Zellwachstum besitzen. Der Wirkstoff Afatinib setzt bei diesem Mechanismus an: Er lagert sich direkt an den Bildungsstellen für die Wachstumsfaktoren ab, wodurch diese dauerhaft und gezielt blockiert werden.

Dabei macht das Präparat keinen Unterschied zwischen natürlichen oder veränderten Rezeptoren. So wird verhindert, dass ein krebsförderndes Signal an die Zellen des Organismus abgegeben werden kann. Auf molekularer Ebene werden von Afatinib Protein- und Lipidkinasen in der Funktion beeinträchtigt. Krebszellen können vom Präparat nicht nur im Wachstum behindert, sondern auch zerstört werden. Damit ähnelt das Präparat auch von der Wirkungsweise her anderen Kinasehemmern. Die Wirkung des Arzneimittels hält mit 37 Stunden vergleichsweise lange an.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Von Lungenkrebs befallene Lungenbläschen (Alveolen) im Ausschnitt gekennzeichnet. Klicken, um zu vergrößern.

Afatinib wird ausschließlich bei erwachsenen Patienten verordnet, die unter einem lokal fortgeschrittenen Bronchialkarzinom leiden. Wirksam ist das Präparat auch, wenn der Krebs mit Metastasen bereits auf andere Organe übergegriffen hat.

Voraussetzung für die Behandlung mit Afatinib ist allerdings, dass der Patient aktivierende EGFR-Mutationen besitzt. Ein entsprechender Test ist Voraussetzung, bevor der Wirkstoff erstmals verabreicht wird. Behandelt werden können mit Afatinib etwa 80 Prozent aller Lungenkrebspatienten, da dieser Prozentsatz unter einem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs leidet. Ebenso wie kleinzellige Bronchialkarzinome, die als besonders aggressiv gelten, verläuft auch diese Form des Lungenkrebses über weite Phasen symptomfrei.

Typische Symptome wie chronischer Husten, Atembeschwerden, Bluthusten, Gewichtsverlust und ein Mangel an Appetit werden meist erst als Symptome für Lungenkrebs erkannt, wenn dieser bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, in dem eine Heilung nicht mehr möglich ist. Zu den wichtigsten Risikofaktoren, die einen Lungenkrebs auslösen können, zählen aktives und passives Rauchen.

Als krebsauslösend gelten aber auch andere Stoffe wie Radon, Asbest, radioaktiver Staub und ähnliches. Begünstigt werden kann der Ausbruch von Lungenkrebs zudem durch ein hohes Maß an Luftverschmutzung, bestehende Vorerkrankungen an der Lunge sowie genetische Vorbelastungen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Risiken & Nebenwirkungen

Weil die Behandlung mit Afatinib - teilweise gravierende - Nebenwirkungen zur Folge haben kann ist in den ersten sechs Wochen nach Beginn der Behandlung eine sorgfältige Überwachung notwendig. Das gilt insbesondere, wenn Durchfall auftritt. Diese können sehr schwerwiegend ausfallen und im Extremfall sogar zur Austrocknung führen, wenn der Patient zum Ausgleich nicht viel Flüssigkeit zu sich nimmt.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören außerdem schwere Hautreaktionen, die sich unter dem Einfluss von ultravioletter Strahlung noch verstärken können. Die Patienten sollten sich vor der Sonne schützen und keine Sonnenbank benutzen. Die Nebenwirkungen von Afatinib können sich in einer Vielzahl an Beschwerden äußern, sodass die weitere Behandlung unter besonderer ärztlicher Aufsicht erfolgen muss.

Bücher über Lungenkrebs

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: